Laufer spenden Karten

EM-Tickets als Geschenk aus Franken

Diese jungen Fußballfans erlebten dank der Spende aus Lauf einen besonderen Abend im Budapester Stadion beim EM-Spiel Ungarn gegen Frankreich. | Foto: Zsofia Petho2021/06/Fussball-EM-21-Ungarn-Ticketspende-an-Kinder-Foto-Petho.jpg

LAUF/ BUDAPEST – Eigentlich sollte es 2020 ein spannender Junggesellentrip von Laufer Freunden zur EM nach Budapest werden, doch daraus wurde nichts. Zur Freude von fünf ungarischen Jungen, die von den jetzt freien Tickets profitierten. Es war Zufall, dass es gerade bei dem gebuchten Spiel Ungarn gegen Frankreich bei einem 1:1 blieb, das die Ungarn in ihrem voll besetzten Stadion in Budapest feierten wie einen Sieg. 

„Wir sind alle Fußballfans und wollten mit unserem Freund eigentlich 2020 zur EM nach Budapest fahren“, sagt Matthias Gruner aus Lauf, einer der 14 jungen Männer, die sich bereits auf ihre Reise gefreut hatten. Auch nach der Umbuchung auf 2021 hielten sie noch an ihrem Plan fest, „aber vor einigen Wochen haben wir uns dann dagegen entschieden. Die Situation war uns durch Corona einfach zu unsicher.“

Durch diese Änderung mussten auch die 14 Tickets wieder verkauft werden, die pro Stück 170 Euro gekostet hatten. „Wir hatten die Karten nicht direkt von der UEFA gekauft, deswegen waren sie teurer“, sagt Moritz Roth, der für die Gruppe den Kauf der Tickets übernommen hatte. 

Spende ging an Hilfsorganisation

Er übernahm auch den Verkauf, der sich schwer gestaltete. „Acht Tickets konnten wir wieder online verkaufen, aber der Ablauf ist superkompliziert und eigentlich muss man dafür ein gemeldeter Händler sein“, sagt Roth. Außerdem sei es absehbar gewesen, dass er die Tickets nicht zum ursprünglichen Preis loswerden würde.

„Dann haben wir beschlossen, dass wir einige der Karten spenden, statt sie zu verscherbeln.“ Also recherchierte Roth zu Kinderhilfsorganisationen in Budapest und stieß auf den Internationalen Kinderrettungsdienst, der dort Kinder aus sozial schwachen Familien unterstützt.

„Es war nicht leicht, Kontakt aufzunehmen, alle E-Mails mussten digital übersetzt werden und am Anfang waren die Verantwortlichen noch etwas skeptisch, ob wir unser Angebot wahr machen.“ Doch als Roth dann sechs Tickets sendete, stieg die Vorfreude.

Jungs feierten das Unentschieden

Die Hilfsorganisation verteilte die Karten schließlich an fünf Jungen, die selbst Fußball spielen und deren Eltern sich einen Stadion-Besuch nicht leisten können. Zusammen mit einer Betreuerin erlebten die fünf die mitreißende Stimmung im Stadion und jubelten über das Tor der Ungarn, die gegen Frankreich in Führung gingen. 

„Ich habe danach mehrere Dankesschreiben und viele Fotos von der Betreuerin bekommen“, sagt Roth, der sich freut, dass die Spende bei den Jungs gut aufgehoben war. 

In ihren Mails drückt die Betreuerin Zsofia Petho ihre Dankbarkeit aus: „Nach dem ersten Tor explodierte das Stadion und in der Pause feierten die Fans, als ob Ungarn gewonnen hätte. Es war ein unvergleichlicher Abend für die Kinder und mich. Danke! Danke!“ 

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren