Verabschiedung in Simmelsdorf

Ein halbes Jahrhundert im Gemeinderat

2. Bürgermeisterin Andrea Lipka mit den verabschiedeten Gemeinderäten Robert Fenzel, Josef Langhans, Andrea Dupke und Dietmar Kreißl sowie 1. Bürgermeister Perry Gumann (von links). | Foto: Haase2020/10/Verabschiedung-Gemeinderate-SImmelsdorf-2020.jpg

SIMMELSDORF – Mit coronabedingter Verspätung hat die Gemeinde Simmelsdorf jetzt die bereits zum 30. April ausgeschiedenen Gemeinderäte verabschiedet. Zwei der insgesamt sechs Räte haben sich sogar fast ein halbes Jahrhundert um die Gemeinde Simmelsdorf verdient gemacht.

Nach 48 Jahren geht mit Josef Langhans (FWG) ein „Gemeinderat mit Leib und Seele und ein guter Lehrmeister“, so Simmelsdorfs zweite Bürgermeisterin Andrea Lipka, die die Dankesworte für die Verabschiedung vorbereitet hatte.

„Ich war damals erst sieben Jahre alt“, erinnert sich Bürgermeister Perry Gumann, „als Josef Langhans 1972 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt wurde“. 1972 war das Jahr der Gebietsreform, in der Simmelsdorf und Hüttenbach zusammengeschlossen wurden. Mit Langhans saß somit nicht nur einer der ersten Hüttenbacher im neu gegründeten Rat, sondern auch bis 1990 Simmelsdorfs zweiter Bürgermeister.

In 48 Jahren viel gelernt

„48 Jahre, das ist wirklich eine lange Zeit. Viele, die hier im Gremium sind, waren damals noch gar nicht am Leben“, scherzte auch Langhans selbst. „Es war für mich eine enorme Bereicherung und ich habe viel im Leben dazugelernt, denn in einer Gemeinde gibt es immer eine große Themenvielfalt“, dankte Langhans seinen Kollegen für die gute Zusammenarbeit.

Dass man sich „immer in die Augen schauen konnte“ und es in Simmelsdorf keinen Parteizwang oder Vorabsprachen gebe, lobte auch Dietmar Kreißl (FWG), der auf 42 Jahre im Rat zurückblicken kann. „Ich habe es nicht bereut, denn ich habe hier nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde gefunden“, so Kreißl, der seit 1978 im Gemeinderat saß und von 1996 bis 2008 auch den Posten des zweiten Bürgermeisters inne hatte.

Engagement für den Radweg

Vor allem dafür, dass Kreißl den „Radweg Richtung Schnaittach durch Sachverstand und ohne Parteibrille mit durchgeboxt hat“, dankte Perry Gumann. Kreißl, von Berufs wegen her Vermesser, war auch ein ständiges Mitglied im Simmelsdorfer Bauausschuss.

Weniger lange, aber dafür nicht weniger verdient, gingen Robert Fenzel (CSU) nach 24 Jahren, Barbara Penkwitz (CSU) und Otfried Escherich (Unabhängige) nach 18 Jahren und Andrea Dupke (CSU) nach elf Jahren in den „Räte-Ruhestand“.

Während mit Robert Fenzel eine „durch seine Fachkompetenz große Stütze des Gemeinderats“ das Gremium verlasse, so Andrea Lipka, habe sich Andrea Dupke vor allem durch ihren Weitblick und ihre bodenständigen Argumentationen verdient gemacht.

Weil Otfried Escherich und Barbara Penkwitz bei der Sitzung verhindert waren, soll deren Verabschiedung bald nachgeholt werden, so die Hoffnung von Bürgermeister Gumann.

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