Sind Schwimmbadbesuche Großveranstaltungen?

Die Bäder hängen in der Luft

Leeres Sportbecken im Feuchtasia: Die Vorbereitungsarbeiten für die Eröffnung sind vorläufig auf Eis gelegt. | Foto: Alex Blinten2020/04/Feucht-Freibad-Corona.jpg

FEUCHT/ALTDORF – Klar Schiff in den Freibädern, aber wann die Badegäste wieder schwimmen dürfen, ist noch völlig offen.
Die Becken des Feuchter Bads sind leer, in Altdorf wird das Stahlbecken wegen der Grundwassersituation befüllt.

Noch zwei Wochen, dann beginnt die Freibadsaison. So sieht es der Kalender in Jahren ohne Corona vor. Heuer ist dagegen völlig offen, wann und ob der Badebetrieb überhaupt starten kann. Optimisten in Stadt- und Gemeindewerken sprachen Anfang der Woche noch von Ende Juni/Anfang Juli, Pessimisten sahen die Bäder gar bis zum Herbst geschlossen. Egal, gearbeitet werden muss in den Freibädern nach den Wintermonaten. Vielleicht klappt es mit dem Saisonstart ja doch schneller als erwartet.
Im Feuchter Freibad haben Betriebsleiter Adrian Fota und sein Team bereits Mäharbeiten und Heckenschnitte durchgeführt. Außerdem sind Fliesenschäden repariert und die Technik überprüft worden. „Wir haben schon eine Menge gemacht“, sagt Raimund Vollbrecht, Geschäftsführer der Gemeindewerke Feucht. „Aber jetzt haben wir die Vorbereitungsarbeiten eingestellt, weil wir nicht wissen, wann wir öffnen können.“ Vollbrecht muss sich dabei an Vorgaben der Landesregierung orientieren.

Er befürchtet, dass es auch für Freibäder vorläufig keine Öffnungen geben wird. Einen gesteuerten Zugang für eine nur begrenzte Anzahl von Badegästen hält er aus organisatorischen Gründen für kaum durchführbar. Deshalb also Geduld. Seine optimistische Schätzung lag Anfang der Woche bei einem Öffnungstermin irgendwann im Juli. „Es könnte aber noch deutlich später kommen“, warnte er. Nämlich dann, wenn Schwimmbäder mit Großveranstaltungen gleichgesetzt werden. Und die werden bekanntlich bis zum 31. August diesen Jahres komplett ausgesetzt.
Die jetzt unterbrochenen Vorbereitungsarbeiten sollen jedenfalls umgehend wieder aufgenommen werden, wenn es aus München ein Zeichen für die Öffnung von Bädern gibt. „Wir brauchen dann drei bis vier Wochen, um die Technik hochzufahren.“

Im Feuchtasia wurde in den vergangenen Monaten die komplette Steuerungstechnik ausgetauscht. Nun stehen neue Schaltschränke im Bademeisterbüro. Die können aber nicht angeschlossen werden, weil die beauftragte Firma ihren Sitz in Südtirol hat. Die italienischen Monteure dürfen vorläufig nicht einreisen. Vollbrecht hofft, dass sich die Lage an der Corona-Front in den kommenden Wochen weiter entspannt, die Grenzen wieder geöffnet werden und die Südtiroler dann in Feucht arbeiten können.

Grundwasser drückt in Altdorf

Im Altdorfer Freibad laufen die Arbeiten im Gegensatz zu Feucht so, als würde das Bad Anfang Mai öffnen. „Wir bereiten alles soweit vor“, sagt Betriebsleiter Jan Wieland. Dass die Altdorfer einen anderen Weg gehen als die Feuchter, hat mit dem Grundwasserspiegel unter dem Freibad der Wallensteinstadt zu tun. Das Grundwasser drückt nämlich von unten gegen die Stahlbecken des Bads. Pumpen sorgen dafür, dass der Wasserdruck keine Schäden an den Becken anrichtet. Mit den Pumpen wird Grundwasser ins Kanalnetz gepumpt und der Druck des Wassers auf das leere Freibadbecken verringert. Jetzt wird das Altdorfer Becken erneut gefüllt, es entsteht Gegendruck und die Pumpen können abgeschaltet werden.

Jan Wieland und sein Team könnten mit ganz kurzer Vorlaufzeit das Freibad öffnen. Im vergangenen Herbst wurden verschiedene Rohrleitungen ausgetauscht, außerdem wird eine zusätzliche Heizung für das Kleinkinderbecken eingebaut, Hecken sind geschnitten, der Rasen ist gemäht. Alles in allem ist das Bad bereit für die neue Saison. Aber wann die beginnt, ist halt noch offen. Wieland lässt sein Bad im Sparbetrieb laufen, selbstverständlich wird das Wasser nicht geheizt, den Chemiebetrieb braucht er nicht, und mit dem Abschalten der Grundwasserpumpen sparen die Stadtwerke Energie.

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