Veranstalter des Benefiz-Lichterkonzerts für Burgthann hilft sind mit dem Erlös hochzufrieden

„Unser Brunnen wird gebaut“

Die zwei Konzerte, die Oscar Javelot alias Oskar Ankermann zugunsten für Burgthann hilft gegeben hat, haben sich aus Sicht der Veranstalter finanziell gelohnt: Der Brunnen in Afrika kann gebaut werden. Foto: Susanne Voss2019/02/Schwarzenbruck-Lichterkonzert_2-1.jpg

SCHWARZENBRUCK – „Mir sind die Tränen gekommen“, „Es war eine ganz emotionale Stimmung“ – so lauteten einige der Kommentare aus dem Publikum nach dem Lichterkonzert mit Oscar Javelot am letzten Januar-Wochenende. In der Bürgerhalle war der Panflöten-Künstler zusammen mit seiner Frau Bettina Ankermann und dem Pianisten Hagen Wegner unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein aufgetreten. Das Benefizkonzert wurde von der Organisation „Burgthann hilft“ veranstaltet, die sich für ihr Schulprojekt in Kenia finanzielle Unterstützung zum Bau eines Brunnens erhoffte. Der konnte nun bereits in Auftrag gegeben werden: 2372,19 Euro Reinerlös bleibt den Veranstaltern nun nach Abzug aller Kosten aus dem Schwarzenbrucker Konzert, 1500 Euro kommen aus einer weiteren Veranstaltung hinzu, auf der Javelot für den gleichen Zweck bereits kurz zuvor im Schwarzwald spielte. Mit 2800 Euro rechnet man für den Bau der Wasserstelle, restliches Geld wird in eine Krankenstation investiert.

Das Ergebnis bezeichnen die Vereinsmitglieder Gudrun Hartmann und Manfred Geier als „großen Erfolg“. Besucher, die sich darüber wundern, dass bei dem proppenvollen Konzert nicht mehr erlöst wurde, treten sie entschieden entgegen. Natürlich stünden den Einnahmen bei einer solchen Veranstaltung auch etliche Ausgaben gegenüber, die dann vom Gesamterlös zunächst abgezogen werden müssen und die teilweise auch von den Künstlern vorgestreckt werden.
So fallen bei dem Ehepaar Ankermann die Fahrtkosten aus ihrem Domizil im Schwarzwald an, die Gema-Gebühren für die Cover-Songs, das Honorar für den Pianisten. Der Verein muss sich ebenfalls um Ausgaben kümmern, wie das Catering und die Getränke.

Kosten müssen reinkommen

Den Verdacht, dass sich die Künstler an dem Konzert irgendwie bereichert hätten, weisen die Burgthann-hilft-Leute weit von sich. „Natürlich müssen die Unkosten hereinkommen“, weiß Gudrun Hartmann. „Heutzutage verfährt jeder Künstler so“, spricht sie aus Erfahrung, auch die Countryband Texas Rooster, die jedes Jahr im Sommer für Burgthann hilft in der Burgthanner Burg auftritt. „Nur haben die ihren Wohnsitz zwischen Nürnberg und Erlangen und können dann zu Hause übernachten“, versichert die 1. Vorsitzende. Aber auch Oscar Javelot alias Oskar Ankermann hat bei einem Freund in der Nähe übernachtet, um nicht noch Hotelkosten in Rechnung stellen zu müssen.
Manfred Geier verweist darauf, dass die Musik vielleicht nicht jedermanns Geschmack sei, das Publikum aber durchweg von dem spirituellen Touch der Veranstaltung begeistert war. Das Wichtigste für ihn: „Das Ding ist für uns richtig gut gelaufen“, und auch für Hartmann zählt dies am meisten: „Wir haben unseren Brunnen.“ Hierzu wurde auch noch unabhängig vom Eintritt kräftig gespendet, teils mit besonders kreativen Einfällen.
So brachte Helio Schlicht, eine besonders große Unterstützerin von Burgthann hilft, Dankessteine mit, die gegen eine Spende ausgegeben wurden. Der rührendste Beitrag kam allerdings von Nico Hartmann, jüngster Sohn von Gudrun Hartmann, der 50 Euro für das Brunnenbauwerk zur Verfügung stellte, die ihm seine Oma kurz vor ihrem Tod für seinen Geburtstag schenkte – wir berichteten.
Angesichts des finanziellen Ergebnisses hat es sich aus Sicht der Veranstalter also gelohnt, das Konzert auf die Beine zu stellen. Dass Javelot im Vorfeld nicht beziffern konnte, wie hoch seine Auslagen für den Auftritt sein würden, spielt da nun keine Rolle mehr. Hätte er die Gage kassiert, die er sonst für einen solchen Auftritt erhält, wäre man mit einer mittleren vierstelligen Summe dabei gewesen. Die kommt nun den Kindern in Mwachande, Kenia, zu Gute.

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