30-Jähriger soll Asylantrag in Italien stellen

Kirchenasyl für Syrer in Burgthann

In der Johanneskirche in Burgthann hat ein Syrer Kirchenasyl erhalten.2016/02/johanneskirche_001.jpg

BURGTHANN – Seit vergangener Woche gibt es in Burgthann Kirchenasyl für einen jungen Syrer. Der 30-jährige junge Mann war über Italien in die EU eingereist und soll nun gemäß den Dublin-II-Bestimmungen dort seinen Asyl-Antrag stellen. Wird ihm Bleiberecht gewährt, was nach Auskunft von Mitgliedern des Helferkreises Monate dauern kann, kann er wieder legal nach Deutschland reisen.

Um dem jungen Mann, der bereits gut Deutsch spricht, weitgehend integriert ist und sich in den Deutschkursen des Unterstützerkreises auch als Dolmetscher betätigt, dieses unnötige Hin und Her zu ersparen – denn mit der Anerkennung seines Asylantrags ist zu rechnen –, hat der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Burgthann beschlossen, dem Syrer Kirchenasyl zu gewähren.

Mann lebt in Räumen der Gemeinde

Der Mann lebt nun bereits in den Räumen der Kirchengemeinde im Burgthanner Kirchenweg. Geprüft werden noch diverse rechtliche Grundlagen für den Schritt, wozu auch der Berater und Koordinator Kirchenasyl Bayern der evangelischen Landeskirche eingeschaltet ist.

Am 25. Januar wurde der 30-Jährige morgens um 5 Uhr von der Polizei aus dem Bett geholt. Dabei erlitt er allerdings einen Schwächeanfall und musste erst einmal ins Krankenhaus gebracht werden, aus dem er nach einem Tag wieder entlassen wurde. Damit er nicht die Reise nach Italien auf sich nehmen muss, wo ihm nach Auskunft der Mitglieder des Helferkreises HelFa eine menschenverachtende Behandlung droht, wurde er in das Kirchenasyl aufgenommen, um ihn vor einem weiteren Zugriff durch die Polizei zu schützen.

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N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler