Nach dreijähriger Vorbereitungszeit geht es an Brentenberg und Dillberg endlich los mit der Erfassung der dortigen Bodendenkmäler. Bernhard Häck, Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege, wird mit einem Team in den kommenden Monaten in den Wäldern an den Berghängen unterwegs sein, Höhlen aufsuchen, Gänge katalogisieren und Hohlwege erforschen. Von wegen langweiliger Steckerlaswald! Häck beschreibt die Grenzregion oberhalb von Ezelsdorf und Buch als eine geschichtlich hochinteressante Gegend mit wirtschaftshistorischer Vergangenheit, die leider in Vergessenheit geriet.
EZELSDORF – Dass die Gegend jetzt im Fokus des Landesamts für Denkmalpflege steht, geht letztlich auf das Engagement des Burgthanner Waldbesitzers Herbert Meyer zurück. Der hatte in den 90er Jahren in seinem Wald am Brentenberghang eine Höhle entdeckt, hatte mit dem Autor dieses Beitrags über seine Entdeckung gesprochen und davon berichtet, dass es möglicherweise weitere Stollen und Gänge in der Gegend gibt. Recherchen führten dann zu einem großen Beitrag im Boten mit dem Titel „Das Rätsel des Brentenbergstollens“. Diesen Artikel las der Schwarzenbrucker Diplom-Geologe Bernd Meyer (mit Herbert Meyer nicht verwandt) und setzte sich sofort mit Bernhard Häck in Verbindung, beim Landesamt für Denkmalpflege zuständig für die sogenannte Hohlraumerfassung.
Vom Flugzeug aus gescannt
„Ich bin dann nach Ezelsdorf gekommen und habe zunächst gedacht, dass es hier einen Bergwerksstollen gibt. Inzwischen haben wir insgesamt 14 Bodendenkmäler in der Gegend entdeckt“, erzählt Häck bei einer Veranstaltung im Ezelsdorfer Gemeindehaus, die über das Projekt des Landesamts informierte. Möglich wurden die Entdeckungen, weil man das gesamte Brentenberg-Dillberg-Gebiet mit einem Flugzeug überflog und die Gegend aus der Vogelperspektive mit einem Laser scannte. Die so entstandenen Bilder zeigen unter anderem ein Geflecht von Hohlwegen, das sich fächerartig aus der Ebene den Brentenberghang hinauf schiebt. „Hier gibt es die schönsten Hohlwege, die ich in ganz Bayern gesehen habe“, schwärmte Häck in Ezelsdorf. Diese tief in die Landschaft eingeschnittenen Wege waren die „Autobahnen des Mittelalters“, hier wurde der Warenverkehr abgewickelt, hier wurden, wie an Brentenberg und Dillberg Rohstoffe transportiert. Während der Erzbergbau am Brentenberg nur eine geringe Rolle spielte, wurde bis in die Neuzeit in der Grenzregion Silbersand abgebaut. Die Stollen am Dillberg gehören zu den größten Silbersandstollen Bayerns.
Bürgermeister Heinz Meyer wies darauf hin, dass der Burgthanner Gemeinderat geschlossen hinter dem Projekt zur Erfassung der Bodendenkmäler an Brentenberg und Dillberg steht und es unterstützt, wofür ihm Häck ausdrücklich dankte. Der Mitarbeiter des Landesamts wird auch dabei sein, wenn am Samstag, 28. Juli, das Goldkegeldenkmal zwischen Ezelsdorf und Buch eingeweiht wird. Allerdings verfolgt er das ganze mit gemischten Gefühlen, befürchtet er doch, dass das große Monument ungebetene Besucher in die Wälder locken wird: Sondengänger, die möglicherweise wertvolle historische Relikte zerstören oder mitgehen lassen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir die Bodendenkmäler in diesem Gebiet schützen“, so Häck. Nachdem der Goldkegel 1953 vom Ezelsdorfer Michael Dörner am Dillberghang gefunden worden war, erlebte die Gegend ihre erste Invasion von Sondengängern, die die Wälder nach weiteren Schätzen absuchten. Bernhard Häck und sein Team, die Erlanger Höhlenforscher Stefan und Jutta Uhl, der Diplom-Geologe Bernd Meyer und der Historiker Thomas Heerdegen hoffen nun, dass sie ungestört von Hobby-Schatzsuchern die Erfassung der Bodendenkmäler durchführen können.
Die Geschichte des Brentenbergs und des Dillbergs ist vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit Wirtschaftsgeschichte. Hier wurden Bodenschätze abgebaut und transportiert und hier wurden große Waldflächen gerodet. Der Goldkegel weist aber darauf hin, dass die Gegend bereits in der Bronzezeit besiedelt und von Bedeutung war. Möglicherweise gab es hier einen kultischen Ort, an dem der 88 Zentimeter hohe Kegel aus Goldblech aufbewahrt wurde.
Exkursion zu Hohlwegen
Am kommenden Samstag, 28. Juli, wird das Goldkegeldenkmal um 16 Uhr eingeweiht. Zuvor bietet Bernhard Häck eine geführte Wanderung zu den einzelnen Bodendenkmälern an den Hängen von Brentenberg und Dillberg an, in deren Rahmen er über Bergwerke, Abraumhalden, Hohlwege und Grabhügel informiert. Start ist um 13.30 Uhr am Ezelsdorfer Sportplatz.

Die Leute auf dem Bild sind leider etwas schlecht zu erkennen…