Neuer Altdorfer Stadtpark

Millionen-Zuschuss für Graffiti-Areal

Dicht zugewachsen ist der einstige Biergarten am Graffiti. Geprägt wird das Grundstück durch die beiden gewaltigen Linden hinter der Wirtschaft. Wenn der Stadtrat am kommenden Donnerstag den Kauf der Immobilie beschließt, fließen insgesamt 1,756 Millionen Euro Zuschüsse. | Foto: Blinten2018/10/Altdorf-Graffiti-Zuschuss.jpg

ALTDORF – Eine entscheidende Hürde auf dem Weg zum Ankauf des Graffiti-Areals durch die Stadt ist genommen. Am Donnerstag hatte Bürgermeister Erich Odörfer das Schreiben der Regierung von Mittelfranken auf dem Schreibtisch, in dem die Förderstelle in Ansbach der Stadt mitteilt, dass es Geld für den Kauf des Grundstücks, für den Abbruch der Gebäude und für das Anlegen eines Parks im ehemaligen Biergarten gibt – viel Geld.

Die Gestaltung eines neuen Altdorfer Stadtparks auf dem Graffiti-Grundstück bezuschusst der Freistaat mit Städtebaufördermitteln in Höhe von 420.000 Euro. Diese Gelder werden aus dem relativ jungen Förderprogramm „Innen statt außen“ zur Verfügung gestellt. Aus dem ebenfalls neuen Fördertopf „Flächenentsiegelung“ fließen für Ankauf des Grundstücks und Beseitigung der darauf befindlichen Gebäude 1,336 Millionen Euro nach Altdorf.

Einstimmiger Beschluss im Juni

Damit ist der Weg für den Kauf der Immobilie frei. Wie berichtet, hatte der Stadtrat im Juni den Ankauf beschlossen – unter der Voraussetzung, dass auch entsprechende Zuschüsse fließen. Einstimmig war damals auch der Beschluss, die bestehenden Gebäude abzureißen. Odörfer ist nun hochzufrieden mit den Förderzusagen. Der außergewöhnlich hohe Zuschuss liege nahe am Förderhöchstbetrag, erläutert der Rathauschef im Gespräch mit dem Boten.

Dass dieses Ergebnis erreicht werden konnte, rechnet sich der Bürgermeister auch selbst zu: „Es hat sich gelohnt, mehrmals ins Ministerium nach München und zur Regierung nach Ansbach zu fahren.“ Den Verantwortlichen dort hat Odörfer deutlich gemacht, welches Konfliktpotential das Graffiti-Areal in der Stadt hatte. Nach dem Bürgerentscheid musste eine Lösung her. „Ein Kompromiss, mit dem alle leben können“, betont Odörfer, „die Bürgerinitiative wie auch die Eigentümerin“.

Fläche muss entsiegelt werden

Als er von den neuen Förderprogrammen erfuhr und den Stadtrat informierte, zogen die Altdorfer Bürgervertreter alle mit – auch wenn man zunächst heftig über einen möglichen Erhalt der bestehenden Gebäude diskutierte. Weil aber ein Abriss und eine Entsiegelung der Fläche unmittelbare Voraussetzung für das Fördergeld ist, stimmte der Stadtrat schon im Juni ohne Gegenstimme für die Beseitigung der ehemaligen Wirtschaft und des Kino-Gebäudes.

Grünes Licht also für den Kauf – es sei denn, die Eigentümerin macht einen Rückzieher und veräußert nicht an die Stadt. Hier gibt der Bürgermeister aber Entwarnung. Er habe das Signal bekommen, dass das Angebot bestehen bleibt, versichert Odörfer.

Thema im Stadtrat

„Der Kauf erfolgt nach dem Wert des amtlichen Verkehrswertgutachtens mit teilweiser Finanzierung durch die Städtebauförderung“, lautete der Beschluss des Stadtrats am 5. Juni. Damals gab es zwar ein Wertgutachten für das Graffiti-Areal, das bei der Förderstelle als Grundlage für die Festsetzung der Fördergelder diente.

Die Stadt Altdorf beauftragte aber ein weiteres amtliches Gutachten über das Landratsamt. Das ist bis heute zwar immer noch nicht fertig, dürfte aber bei den jetzt in Aussicht stehenden hohen Zuschüssen für den Kauf der Immobilie und das Anlegen eines Stadtparks keine Rolle mehr spielen. Es sei denn, der festgestellte Verkehrswert unterscheidet sich sehr deutlich von dem des bereits bestehenden Gutachtens, das der Förderstelle vorlag.

Am kommenden Donnerstag wird sich der Stadtrat mit dem Kauf des Graffiti-Areals befassen, allerdings in nichtöffentlicher Sitzung, weil es hier um eine Grundstücksangelegenheit geht, bei der die Eigentümerin ein Recht darauf hat, dass die Öffentlichkeit keinen Einblick in ihre finanziellen Angelegenheiten bekommt.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten