Stadtrat stimmt Graffiti-Plan zu

Grünes Licht für Grünanlage

Blick in den Stadtgarten Rosenau, das ist der Arbeitstitel für den Graffiti-Park, mit dem Landschaftsarchitekt Jürgen Wollborn plant. Das Konzept ist die abgespeckte Version einer ersten Planungsvariante - ohne Rutsche, Pavillon und Blumenbeete. Grafik WLG Landschaftsarchitekten Architektur2019/07/Altdorf-Graffiti-Visualisierung.jpg

ALTDORF. Die Zeit drängt. Es geht um Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent für den Bau des Graffiti-Parks, der immerhin rund 680 000 Euro kosten wird. Nach Abschluss der Bürgerbeteiligung musste nun der Stadtrat über die Gestaltung des ehemaligen Biergartengeländes entscheiden und hat die Angelegenheit bewusst nicht mehr auf die lange Bank geschoben, sondern sich bei seiner Entscheidung am Votum der Bürger orientiert. Landschaftsarchitekt Jürgen Wollborn hat den Stadträten zuvor den Entscheidungsprozess erläutert.

Gab es in einer ersten Bürgerversammlung zum Thema Dutzende von Vorschlägen aus den Reihen der interessierten Altdorfer Bürger, die Wollborn und sein Team zu großen Teilen aufgriffen und in ihr Konzept einarbeiteten, so sahen die Altdorfer anschließend ihren Stadtpark mit zu vielen Elementen überfrachtet. In einer zweiten Versammlung sprach sich dann eine große Mehrheit der Teilnehmer für eine abgespeckte Version aus, die unter anderem auf eine Wellenrutsche für Kinder, auf Blumenbeete und einen zentralen Pavillon verzichtet. Andere Elemente wie Pergola, ein Wasserspiel, Sonnensegel und Sitzecken bleiben im Konzept erhalten.
Bei der großen Mehrheit der Stadträte kommt dieses Konzept an, Kritik gibt es lediglich an Einzelpunkten. So bemängelt Thomas Dietz, dass nun auf die Rutsche für Kinder verzichtet wird, obwohl diese sich geschickt in das abfallende Gelände hätte integrieren lassen. Und mit rund 20 000 Euro ist das Spielgerät bei den Gesamtkosten aus Dietz‘ Sicht auch nicht zu teuer. Ernst Bergmann sieht ebenfalls das Problem, dass zu wenig Elemente für Kinder im Park auftauchen und schlägt Planer Wollborn deshalb vor, doch noch Spielgeräte etwa für den vorderen Bereich des Geländes vorzusehen. Bei einer von Dietz beantragten Einzelabstimmung über die Rutsche fiel das Spielgerät dann aber durch. Eine Mehrheit der Stadträte folgte dem Votum der Bürgerbeteiligung, das einen Verzicht auf die Wellenrutsche vorsieht.
Horst Topp und Eckart Paetzold (Grüne) lehnen den Stadtpark ab. „Weil von unserem Bürgerentscheid nichts mehr übrig ist“, begründete Grünen-Sprecher Topp die Ablehnung. „Die Vorgehensweise ist nicht die, wie ich sie mir vorgestellt habe.“
Eben diese Vorgehensweise bei der Bürgerbeteiligung kritisierte auch SPD-Fraktionschef Martin Tabor, der wie Topp und Paetzold der Meinung ist, dass die Bürger bei der Planung des Parks anders hätten eingebunden werden müssen. Ablehnen will er den Stadtpark aber, ebenso wie die Mehrheit seiner Fraktion, nicht: „Wir hoffen, dass der Park trotz schweren Stands gut angenommen wird.“
Thomas Kramer und Dr. Bernd Eckstein (beide CSU) dürften da zuversichtlich sein. Eckstein freut sich nach eigener Aussage, „dass etwas gutes entstehen wird“. Und Thomas Kramer dankte Planer Jürgen Wollborn für die gelungene Planung, die auch nach Überzeugung von Margit Kiessling (Grüne) passt: Die Form gefalle ihr, betonte sie, und die Barrierefreiheit des Stadtparks sei natürlich besonders wichtig. Wie der neue Altdorfer Stadtpark einmal heißen wird, steht noch nicht fest. Arbeitstitel von Jürgen Wollborn ist „Stadtgarten Rosenau“, ein Name, der Thomas Dietz sehr gut gefällt.
Der Stadtgarten ist dabei einer der teureren Gärten weit und breit. Wenn er einmal so angelegt ist, wie Wollborn das geplant hat, dann wird er mit rund 2,2 Millionen Euro (Grundstückskosten plus Herstellungskosten für den Park) zu Buche schlagen. Eine gewaltige Summe Geld, für die etwa die CSU, darauf weist Thomas Kramer ausdrücklich hin, nie die Hand gehoben hätte, wenn der Freistaat nicht für den Ankauf der Immobilie und für Planung und Realisierung des Parks 80 Prozent Zuschuss zahlen würde.
Die Zuschüsse für den Kauf des Grundstücks sind bereits geflossen. Für die Gestaltung des Parks gibt es zwar noch keinen Förderbescheid. Allerdings hat die Stadt eine sogenannte Rahmenbewilligung für eine 80-prozentige Förderung des Parks. Dafür müssen die Altdorfer jetzt aber in die Gänge kommen und die Pläne für den ehemaligen Graffiti-Biergarten bei der Förderstelle in Ansbach vorlegen. Mit dem Votum des Stadtrats (gegen drei Stimmen) für die von Wollborn vorgelegte Planung kann das nun geschehen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten