Fasching im Landkreis

Bunte Unterhaltung der Feucht-fröhlichen

Was wäre eine Prunksitzung ohne sie? Die Mädels der Zeidlergarde in Aktion2015/01/feucht_prunksitzung_feucht-froehlich.jpg

FEUCHT – Bis in die frühen Morgenstunden folgte das begeisterte Publikum den Künstlern in der ausverkauften Karl-Diehl-Halle in Röthenbach bei der Benefiz-Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich zugunsten der Lebenshilfe Nürnberger Land. Gewohnt charmant moderiert wurde das Ganze von Präsident Werner Zobel. Für die Leistung an diesem Abend und bei allen bisherigen Veranstaltungen erhielt er aus den Händen von Marcel Schneider einen Oskar als bester Sitzungspräsident Deutschlands.

Das sechsstündige Programm eröffnete die Zeidlergarde mit ihrem Marschtanz, die dann auch Spalier stand für die einziehenden Elferräte und die beiden Präsidenten Werner Zobel und Markus Frank. Geradezu weggefegt wurden sie von den Allersberger Flecklashexen, die mit ihren waghalsigen Menschenpyramiden für erste Begeisterung sorgten.

Werner Zobel hieß den neuen Hausherrn, Bürgermeister Klaus Hacker, willkommen, der sich freute, die Tradition fortführen zu können und dafür gern die Hallenmiete und einen Spendenscheck für die Lebenshilfe aus dem Stadtsäckel finanzierte.

Aus Mainleus reiste Weingott Bacchus an, beschirmt von einem Engel, der dem Vergnügen dient. Er beschwerte sich über Besucher, die ihn mit Weizen reizen wollten, davon aber nicht schöner wurden. Und dann nahm er sich die Alltagsprobleme und das politische Geschehen vor und tat zu allem seine Meinung kund.

Ein frotzelnder Franke

Nicht ohne Hintergedanken stellte Präsident Zobel dann die Juniorengarde mit ihren Marschtanz-Kostümen vor, die im nächsten Jahr erneuert werden müssen. Da dafür ein Betrag zwischen 12.000 und 15.000 Euro fällig wird, bat er um Unterstützung.

Noch relativ neu im Programm der FG Feucht-fröhlich ist Jörg Kaiser aus Altdorf als frotzelnder Franke. Ganz ohne Verkleidung und völlig unaufgeregt trifft er aber genau den Nerv des Publikums, wenn er sich über Geburtstagsfeiern der heutigen Kinder lustig macht, die dabei Fernsehsendungen nachstellen, oder wenn er zu Partys seiner Freunde eingeladen wird, die bereits um 17 Uhr beginnen, mit rosa Gästepantoffeln absolviert werden müssen und wo sich die Gespräche nur noch um Krankheiten und gesunde Ernährung drehen. Sein Rat an die Franken: einen Sprachjargon wie in den Urlaubskatalogen zu verwenden und aus allem Negativen das Positive herauszufiltern.

Die Jugendgarde mit ihrem Marschtanz und die beiden Tanzmariechen Mara-Fee Schönweiß und Fabienne Siegl stellten die erfolgreiche Jugendarbeit unter Beweis und holten sich die erste „Rakete“ ab. Mit der Musikgruppe „Hains“ aus Karlstadt konnten die Besucher „rasende Reporter“ erleben, die mit ihren Liedern aktuelles Geschehen kommentierten. Dabei durften Bahn- und Pilotenstreik ebenso wenig fehlen wie Macho Putin und Zalando-Lieferdienst, Horst Seehofer und seine Nachfolger und Pegida.

Zum ersten Mal dabei waren die Röthenbacher Ratschkathln, die sich vor allem über die lokalen Geschehnisse in der Stadt und die anwesenden Ehrengäste unterhielten und dabei nicht mit spitzen Bemerkungen sparten. Dafür erhielten sie viel Applaus.

Erfolgreiche Jugendarbeit

Werner Zobel hatte eine lange Liste von Ehrengästen, die er willkommen hieß. Ganz besonders freute er sich über den Besuch von Barbara Stamm, die Landesvorsitzende der Lebenshilfe in Bayern. Daneben hatten sich auch Landrat Armin Kroder, MdL Angelika Weikert, MdB Marlene Mortler, der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Nürnberger Land, Gerhard John, Geschäftsführer Norbert Dünkel, Altlandrat Helmut Reich, der Landesvorstand der Lebenshilfe aus München, Wolfgang Franz, viele Mitglieder und Ehrenmitglieder aus dem Vorstand der Lebenshilfe Nürnberger Land, zahlreiche Bürgermeister und Kreisräte aus den Nachbargemeinden, der stv. Präsident des Bauernverbandes, Günther Felßner, der Geschäftsführer des süddeutschen Schaustellerverbandes, Georg Karambatsos, ein großer Sponsor der Lebenshilfe, ebenso wie Friseurmeister Marcel Schneider, der sich mit seinen Benfiz-Veranstaltungen immer wieder für die Frühförderung einsetzt. Auch von den Crazy Dancers aus Nürnberg war eine Faschingsabordnung gekommen.

Ganz besonders begrüßte Werner Zobel den Ehrenpräsidenten des Fastnachtsverbands Franken und der FG Feucht-fröhlich und gleichzeitig Initiator der Benefiz-Prunksitzung in Röthenbach, Franz „Mecki“ Binder. Dieser hatte noch eine besondere Aufgabe bei der Verleihung der Orden. An Gerhard John überreichte er den Sessions-Orden der Fränkischen Fastnacht für seine hervorragende Leistung als 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Nürnberger Land und großer Liebhaber des fränkischen Fastnachtsgeschehens.

Barbara Stamm bedankte sich beim Präsidenten und den Aktiven für die tolle Veranstaltung zu Gunsten der Lebenshilfe. Für sie ist dies praktizierte Inklusion, zu der auch das Publikum mit dem Besuch seinen Beitrag leistet. Marlene Mortler und Armin Kroder stimmten ihr zu, wobei Kroder vor allem die intensive und erfolgreiche Jugendarbeit würdigte. Er informierte außerdem darüber, dass die Lebenshilfe Nürnberger Land eine der aktivsten und ideenreichsten Einrichtungen ist, was sich auch daran zeigt, dass die bereits angebotene Reittherapie um die Arbeit mit Delfinen im Nürnberger Tiergarten erweitert werden soll.

Die Lacher auf seiner Seite

Natürlich wurden die Besucher auch weiter musikalisch unterhalten. Die Zeidlergarde und die Juniorengarde zeigten gekonnt schwungvoll ihre Schautänze und dann warteten alle gespannt auf „Erdäpfekraut“ alias Hubert Mittermeier aus der Holledau. Der Gstanzlsänger war schon im vergangenen Jahr ein absoluter Höhepunkt und freute sich sehr, dass er wieder eingeladen worden war. Unterstützt von den Stichworten von Werner Zobel ging er durch die Reihen und nahm sowohl die Prominenz als auch andere Gäste aufs Korn. Dabei entgehen ihm weder spezielle Frisuren oder Kleidung, liebenswerte Kleinigkeiten oder auffallende 
Details.

Immer hat er die Lacher auf seiner Seite und nicht selten klingt dabei Schadenfreude durch. Er verabschiedete sich mit dem Hochzeits-Gstanzl „Wenn du eine Schwester hast, die greislich ist und mager, dann kannst du machen, was du willst, dann kriegst du keinen Schwager“.

Zwischen den perfekten Vorträgen des Tanzmariechens Sophie Renner und des Tanzpaars der Eibanesen machte Jochen Burk die Besucher mit den Segnungen seines neuen Handys vertraut und präsentierte ihnen die Nr. 1 der Rentner-Charts „Mit 66 haben’s mir ein Handy gschenkt“. Als Meister der Verwandlung präsentierte sich Stefan Dietrich, der sich zu bekannten Songs mit passenden Papier-Kostümen und Kopfschmuck zeigte und sich sozusagen „entblätterte“. Immer wieder überraschte er mit neuen Einfällen und das Publikum feierte ihn dafür ausgiebig.

Dass auch zu später Stunde noch alle aufnahmefähig waren, bewiesen die Besucher beim Auftritt von Sebastian und Reich und seiner „Amanda“. Nicht besonders gut gelaunt, weil Sebastian abnehmen will und deshalb auch Amanda wenig zu essen bekommt, beschwerte sich diese über seine kalorienarme Tomatensuppe (heißes Wasser in einem roten Teller) und schwärmte in ihrer Version der Arie „Habanera“ aus Carmen von allem, was lecker und verführerisch ist. Schließlich fand sie mit der Behauptung „Ich bin so dick, ich bin so fett und trotzdem find‘ ich mich ganz nett“ viel Zuspruch beim Publikum, das auch beim Applaus keine Ermüdungserscheinungen zeigte.

Das Männerballett entführte daraufhin in die Glitzer- und Spielerwelt Las Vegas und zeigte, wie perfekt sich die Männer dieser Illusion in ihrer Ausführung angepasst haben.

Norbert Knorr machte mit seinem Faschings-Potpourri noch einmal richtig Stimmung im Saal, bevor Werner Zobel alle Künstler und seine Aktiven zum Finale auf die Bühne bat. Dabei wurde Norbert Knorr beim Elvis-Song von seinem Vater Rudi unterstützt. Der Präsident dankte allen dafür, dass sie sich mit ihren Auftritten für die Lebenshilfe engagiert hatten und besonders auch dem Publikum für die tatkräftige Unterstützung.

Zum Abschluss warb er noch für die Prunksitzung in Feucht am Samstag, 31. Januar, in der Reichswaldhalle, bei der das Röthenbacher Programm fast genauso zu sehen ist. Einige Karten dafür gibt es noch bei Heine am Markt. Die Feucht-fröhlichen freuen sich schon auf diesen Abend.

Anita Wilcke

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