Per GPS zum Grab

Als erste Kommune in Bayern: Eckental hat ein „Friedhof-Navi“

Auf der digitalen Karte sind alle Gräber – so wie hier auf dem Eckenhaider Friedhof – leicht zu finden. | Foto: Urbansky2022/03/NaviFriedhof.jpeg

ECKENTAL – Es ist eine Art Google Maps, nur für den Friedhof: Der Markt Eckental bietet – nach eigenen Angaben als erste Kommune im Freistaat – künftig eine digitale Karte an, auf der alle Gräber zu finden sind.

Man möchte das Grab eines Verwandten oder Freundes besuchen und findet es dann einfach nicht. Bleibt nur, alle Reihen abzulaufen, Grabstein für Grabstein, immer auf der Suche nach dem Namen des Verstorbenen. Im Eckentaler Rathaus weiß man Rat: Die Kommune hat jetzt ein „Navi für Friedhofsbesucher“ vorgestellt. Auf der digitalen Karte unter Eckental.friedhofsplan.de finden sich alle Gräber.

Das Tool gibt es für alle drei Eckentaler Begräbnisstätten in Eschenau, Eckenhaid und Forth. Die Marktgemeinde bietet aber nicht nur eine Übersichtskarte an. Gezielt können Besucher nach Namen suchen, erhalten Informationen über freie Grabstellen oder darüber, wo eine Baumbestattung möglich ist.

QR-Code zeigt Standort an

Noch einfacher ist der Zugang direkt vor Ort: In den Schaukästen der Friedhöfe hängt ein QR-Code, der sofort mit Hilfe des Smartphones gescannt werden kann und den eigenen Standort ermittelt. Wieder über die Suchfunktion wird man nach der Eingabe des Namens eines Verstorbenen über GPS direkt zum Grab geführt. Dass Friedhöfe digital erfasst werden, ist nicht neu.

Doch Eckental ist in ganz Bayern die erste Kommune, die einen solchen Service auch seinen Bürgern zur Verfügung stellt. Rund 70 bis 100 Anfragen im Jahr, schätzt Alexander Schmidt, gehen bei ihm im Eckentaler Ordnungsamt ein: Personen von außerhalb, die das Grab eines Bekannten besuchen möchten, ebenso wie Nachfragen zur Laufzeitverlängerung, zur Neuanlegung eines Grabes oder zu neuen Bestattungsformen.

GPS statt Papierplan

„Bisher musste ich dann immer die alten Papierpläne ausdrucken und den Leute mit Textmarkern einzeichnen, wo sie hin müssen“, erklärt Schmidt. Dabei sind in den uralten Karten neue Grabfelder oder Bestattungsformen noch gar nicht eingezeichnet, andere gibt es längst nicht mehr. Diese musste er dann per Hand schwärzen oder ergänzen. „Das war sehr verwirrend für die Besucher.“

„Ich nutze es jeden Tag“

Doch nicht nur für die Bürger ist das Tool eine große Erleichterung. „Ich nutze es jeden Tag“, sagt Schmidt. „Denn so ein Friedhof lebt ja. Es kommen Gräber hinzu oder sie fallen weg. Es werden neue Grabfelder angelegt oder neue Bäume für Baumbestattungen gepflanzt.“ All das wird feinsäuberlich in die Friedhofsdatenbank „elfried“ eingepflegt. Zu ebendieser Datenbank hat die Kölner Firma PBSGEO GmbH nun eine Verknüpfung hergestellt und die alten Papierkarten in Kleinstarbeit in die Software GIS (Geografisches Informations-System) übertragen. Jede Änderung an der Datenbank wird nun tagesaktuell im digitalen Friedhofsplan angezeigt. Dort hinterlegt Schmidt auch aktuelle Bilder, die einen ersten Eindruck vermitteln sollen.

Rund 8000 Euro hat die Marktgemeinde sich die Einrichtung des neuen Service kosten lassen. Ab sofort kommen im Jahr rund 900 Euro laufende Kosten für die Nutzung des Systems, dessen Instandhaltung und Pflege hinzu.

Und was ist mit Datenschutz?

Zu Datenschutzbedenken heißt es aus Eckental, man gehe mit „Umsicht und der nötigen Rechtssicherheit“ vor. Genau genommen unterliegen die Daten von Verstorbenen zwar nicht mehr dem Datenschutz, sollten Angehörige aber Bedenken haben, nehme man darauf Rücksicht. „Dazu genügt eine kurze Nachricht“, so Schmidt.

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