Pfarrer Wilfried Römischers letzte Predigt in Schnaittach

Abschied nach 19 Jahren

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Schnaittacher Christuskirche beim Abschied des beliebten evangelischen Pfarrers. Auch viele Kirchenvertreter und Schnaittacher Gemeinderäte waren gekommen. | Foto: Schuster2017/05/Pfarrer-Romischer-Abschied-Schnaittach-us.jpg

SCHNAITTACH — Von einer voll besetzten Christuskirche und mit viel Musik ist Wilfried Römischer am Sonntag nach 19 Jahren als Schnaittacher Pfarrer verabschiedet worden. Bei dem Festakt gaben sich Geistliche aus der Umgebung die Klinke in die Hand.

Zur offiziellen Verabschiedung des Geistlichen (er wechselt ins Dekanat Weiden, die PZ berichtete) erschienen nicht nur Dekan Werner Thiessen und Hans Eisend, Römischers katholischer Amtskollege, die den Gottesdienst hielten, sondern auch die Pfarrer Thomas Hofmann aus Lauf, Lisa Weniger aus Reichenschwand, Gerhard Metzger aus Altensittenbach und die mit Teil­auftrag auch für Schnaittach tätigen Geistlichen Dorothee Mann und Hans Weghorn aus Neunkirchen. Neben Bürgermeister Frank Pitterlein samt Stellvertreter Karlheinz Lang waren auch viele Gemeinderäte und Vertreter von den örtlichen Vereinen anwesend.

Da die Christuskirche wegen des großen Andrangs aus allen Nähten platzte, wurde der Gottesdienst in den daneben liegenden Gemeindesaal live übertragen. Auch die Türen des Gotteshauses blieben geöffnet, damit diejenigen, die keinen Platz mehr ergattern konnten, ebenfalls dabei sein konnten. Seine letzte Schnaittacher Predigt stellte Römischer unter den Leitsatz „Selig sind diejenigen, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn denen gehört die neue Welt Gottes“. Er beschrieb in vielen Beispielen, wie dies gesehen werden kann. Auch ein Scherz durfte nicht fehlen. Gott sage jedem Menschen: „Dich hab ich lieb“, und markiere ihn in der Körpermitte mit dem Finger – dadurch entstehe der Nabel. Das brachte die Kirchgänger, darunter viele jüngere Christen, zum Schmunzeln. Dann schlug der Pfarrer mit nachdenklichen Gedanken die Brücke zum Rückblick auf seine Schnaittacher Zeit. Er schloss mit den Worten: „Ich bin gespannt, was Gott noch mit mir vorhat.“ Am Vormittag hatte Römischer selbst in der Osternoher Dreifaltigkeitskirche seinen letzten Gottesdienst auf Schnaittacher Gemeindegebiet gefeiert.

Pfarrer Römischer nahm Abschied von Schnaittach. | Foto: Schuster2017/05/Pfarrer-Romischer-Abschied-2-Schnaittach-us.jpg

„Du hast hier intensive Jahre gelebt und gewirkt, genaugenommen sind es 6817 Tage. Nun endet mit Deiner letzten Predigt hier im Markt die Verpflichtung des Dienstes mit allem, was zum Amt gehört“, richtete sich Dekan Thiessen an Römischer. Zur Kirchengemeinde sagte er: „Jeder Pfarrwechsel bedeutet eine Veränderung auf beiden Seiten. Eine Ausschreibung der Stelle ist bereits erfolgt und Bewerbungen sind auch schon eingegangen.“

Der Gottesdienst war sehr musikalisch geprägt, auch das Glaubensbekenntnis wurde gesungen. Die lautstarke rhythmische musikalische Beschallung erfolgte im Wechsel von oben durch den Posaunenchor und die Orgel und von unten durch die Kirchenband und den Chor.

Beim Schlusslied nach fast zwei Stunden folgte die Segnung der Kirchengemeinde durch den scheidenden Pfarrer. Hierzu nahm Römischer, wie schon so oft in den Gottesdiensten, seine eigene Gitarre in die Hand und sang mit seinen Töchtern, Christina und Magdalena, sehr bewegend „Gott segne Dich“. Dekan Werner Thiessen entpflichtete am Ende des Gottesdienstes den beliebten Schnaittacher Pfarrer.

Abschließend nutzten Vertreter des Marktes und der Kirchen die Möglichkeit der Danksagung mit kleinen Geschenken an Wilfried Römischer, der auch jeden Spaß verstand und mitmachte. Karin Ponsel, Vertrauensfrau der Kirchengemeinde, überraschte mit einem kleinen Zahlenwerk. Während seiner Amtszeit hat der scheidende Pfarrer 487 Jugendliche konfirmiert, 242 Trauergottesdienste gehalten, aber auch über 300 Taufen durchgeführt. Die Kirchenjugend hingegen hatte zur Melodie des Schlagers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ einen auf Römischer gemünzten Liedtext gedichtet. Der Vorsitzende des CVJM Schnaittach hob die Gründung des Ortsverbands im März 2001 hervor und betonte, dass dieses Ereignis ohne Römischer nie stattgefunden hätte.

Pfarrer Eisend überreichte ein Gotteslob und scherzte: „Du hast auf Deine Art und Weise die Gemeinde geprägt, ich hab Dich immer wegen Deinem musikalischen Talent bewundert. Auf unserem gemeinsamen Weg haben wir viel erlebt.“ Weitere Redner dankten für die stetige Einsatzbereitschaft und Römischers Wirken in allen Bereichen. Im Gemeindesaal gab es im Anschluss die Gelegenheit für weitere Gespräche.

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