Walter Bauer stellt im Tetzelschloss aus

Zerliebte Begleiter

Walter Bauer mit Kuscheltieren.2015/08/Walter_Bauer.jpg

KIRCHENSITTENBACH – „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, witzelte einst Loriot. So ähnlich mag es einem mit den Bildern von Walter Bauer ergehen. Keins zu besitzen ist denkbar, aber jammerschade. Derzeit stellt der Powermaler mit dem vermutlich höchsten Ölbildausstoß der Region im Tetzelschloss in Kirchensittenbach aus- parallel zu den Sommerkinoangeboten.

Tiere sind das Thema im schönen Patrizierschlösschen, das im Zuge der Ausstellung auch Räume zugänglich macht, die sonst keiner betreten darf. Nur die 6oo sehr lebendigen Fledermäuse im Turm dürfen nicht gestört werden – ihre Konterfeis in Öl helfen im gewendelten Treppenhaus über die Enttäuschung hinweg. Walter Bauer aus Nürnberg ist ein Serientäter: Müllmänner und Sambatänzerinnen fanden sich ebenso vor seinem nimmermüden Pinsel wieder wie Kamele und Kellerasseln.

Galeristin Claudia Jennewein vom Nürnberger „KunstKontor“ lässt in ihrer Laudatio auch das Faible des Power-Painters für ungewöhnliche Ausstellungsorte anklingen. Kühe und Menschen in einer dorfumfassenden Portraitserie des Weilers Entmersberg, Kellerasseln im Keller eines Klinikums, Hohenstein-Bilder auf der Burg – alles in dem kraftvollen, mitunter furiosen Pinselstrich, der Ölfarbe in einem sinnlichen Farbauftrag greifbar und lustvoll auf die Leinwand setzt. Und nun das Tetzelschloss, wo Michael Horn vom „Förderverein Kunst Kultur und Bildung im Schloss“ Walter Bauer begrüßt. Der hat Getier, lebendig und ausgestopft und durchaus erschwinglich, gemalt. Sein neuestes „Steckenpferd“ sind Kuscheltiere. Diese zerliebten Begleiter der Kindheit, die so viel mehr sein können als nur Spielzeug, zeigt Bauer im quadratischen Format und der unnachahmlich munteren Malweise, die aller Kritik an seiner nichtakademischen Ausbildung laut Laudatorin Jennerwein ein Ende setzen sollte.

Autodidakt Walter Bauer hat einen einträglichen Brotberuf zugunsten des gewagten Daseins als Künstler an die Galerieschiene gehängt. Deswegen kennt er auch die Künstlern aller Zeiten bekannten Herausforderungen des Auftrags-Malens, etwa wenn er Fiffis Haarschopf auf dem Ölportrait des hündischen Hausgenossen den falschen Schwung verpasst hat. Gleichzeitig hat aber seine Freude am „Gegenstand“, sei er menschlich, tierisch oder aus seiner Serie der „Mitbringsel“, einen Nerv der Zeit getroffen. Deswegen finden sich Bauers Werke nicht nur in Kalendern und Büchern, sondern auch als Originale in Wohnzimmern.

An Wochenenden von 15 bis 19 Uhr (Biergartenbetrieb) und an den Filmabenden um 19.30 Uhr, 90 Minuten vor Filmbeginn, bleibt Zeit, den Fährten von Bauers Gemälden durchs Schloss zu folgen. Genaue Zeiten und Filmprogramm unter www.tetzelschloss-filmsommer.de. Walter Bauers Webseite unter www.powermalerei.de.

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