Plank und Henning im Kunstfenster

Von Frau zu Frau

Die Frau aus dem 16. Jahrhundert blickt herab auf die Frau des 21.Jahrhunderts: Barbara Henning fotografische Überlagerungen bieten viele Facetten. | Foto: U. Scharrer2019/12/Barbara-Henning-3-scaled.jpg

HERSBRUCK – Frauenbildnisse in der Kunst, Frauen in der bildenden Kunst, Frauen in der Kunstgeschichte – meist finden sich Frauen in der Rolle der Abgebildeten. Barbara Henning und Ute Plank erlauben sich in ihrer Ausstellung in den Kunstfenstern der Raiffeisenbank, Frauenbildnisse mit anderen Bildern aus deren engeren oder auch weiteren Umgebung zu verschmelzen oder aber ihre Lebenswelten in Familie und Beziehung träumerisch auszuloten.

Barbara Hennings Fotos sind geschichtet, gestapelt und überlagert, um neue Ebenen zu eröffnen. Wie in den Bildern der Kubisten erlauben sie es dem Betrachter, mehrere Ansichten auf einmal wahrzunehmen. Hennings große Liebe zu Italien, seinen Straßenzügen und seiner Kunst ist der rote Faden.

Eine lockige Cinquecento-Dame blickt nachdenklich nach unten, als schwebe sie über der hochmodernen Architektur, aus der der Schattenriss einer Frau des 20. Jahrhunderts zu ihr aufblickt – beides jeweils in einer einzigen Fotografie. Die Fotoarbeiten liefern einen Denkanstoß, dass alles nicht so ist, wie es scheint. Eine leise Mahnung, dass auch in altvertrauten Anblicken Überraschungen stecken, die wir sonst gerne übersehen.

Schwingungen aus der Umgebung

Ute Plank taucht in die Ängste, Freuden und Fantasien ihrer Kindheit ein und mit Bildern wieder auf. Deren Symbole weisen auf Unterbewusstes hin oder finden ganz schlicht im Wohnzimmer am Kamin statt. Wenn die Szenerie auch mal von einem Smartphone beleuchtet wird, zeigt sich, dass diese Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur im 21. Jahrhundert anzusiedeln ist. Ute Plank nimmt Schwingungen in ihrer Umgebung auf und „verwandelt“ sie mit Pinsel und Farbe in zeitgenössische Kompositionen.

Henning und Plank bieten im Kunstfenster einen Vorgeschmack auf ihre gemeinsame Ausstellung im „Alten Gefängnis Freising“ vom 23. Januar bis 2. Februar 2020.

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