Chöre und Gruppen musizieren

Sommerkonzert des PPG

Der Große Chor begeisterte mit Dynamik und Kreativität. | Foto: M. Ermer2019/07/IMG_3968.jpg

HERSBRUCK – In vielerlei Hinsicht war es ein besonderes Sommerkonzert: Mit der Verabschiedung von Musiklehrerin Birgit Rösch geht am Paul Pfinzing-Gymnasium eine kleine Ära zu Ende. Und auch sonst hatten sich die Ensembles einiges überlegt, um den Abend unvergesslich werden zu lassen.

Das Blechbläserensemble unter Leitung von Robert Vogel und Samuel Weiher bließ mit seiner Intrade die Eröffnung. Oberstudiendirektor Klaus Neunhoeffer gab einen Vorgeschmack auf die folgenden Stunden Musik. Erarbeitet von den Schülern gemeinsam mit ihren (Musik-)Lehrern und Ehemaligen war der letzte Schliff bei den Probentagen auf Burg Rothenfels erfolgt.

Genau dort war Musiklehrer Alexander Rauh „wie die Jungfrau zum Kind“ zur Big Band gekommen. Weil Martin Pirner erneut Vater geworden war, hatte Rauh die Musiker übernommen. Mit „Yardbird Suite“ zeigten die über 30 Mitglieder nicht nur in diversen Soli ihr Können, sondern auch im Zusammenspiel. „Malibu Drive“ gab die Möglichkeit, die Fingerfertigkeit der jungen Klarinettisten, Trompeter und des Schlagzeugers zu erleben.

Der Unterstufenchor flog nach dem gesanglichen Darstellen des „Winds in den alten Bäumen“ auf einem fliegenden Teppich unter Leitung von Birgit Rösch nach Finnland, Südamerika und Neuseeland. Trotz des Jungsdefizits hatte sie gesanglich Großes aus den Fünft-, Sechst- und Siebtklässlern herausgeholt und die finnisch und neuseeländischen Strophen klangen fast muttersprachlich.

Instrumentalisch folgte ein Filmquiz der Gitarrengruppe. „The Entertainer“ beantworte das Publikum relativ schnell richtig. Besonders gern hatte Rauh „Moon River“ einstudiert, denn hier konnte die dritte Stimme, die Jüngsten der Gruppe, besonders viel zum Stück beitragen. Bei „Wandrin‘ Star“ (Film: „Westwärts zieht der Wind“) sang Philipp Süß als besonderen Part die Textzeilen, unterstützt und begleitet von den Männerstimmen des Großen Chors.

Thesen im Takt

Ein Kollegenquartett aus Neunhoeffer, Evi Pürner, Vogel und Rösch sorgte für viel Begeisterung. Pürner hatte zum Leitbild des PPGs eine Fuge gedichtet, die sich nach und nach vierstimmig aufbaute und zuletzt kaum mehr verständlich war. Am Schlagzeug gab Lukas Böhm den Takt dazu.

Für Rösch ging es gleich wieder auf die Bühne: „Nicht speziell politisch“ kündigte sie ihr Programm an, dass sie mit dem Großen Chor aus Schülern der Mittel- und Oberstufe vorbereitet hatte. Strophen von „Ob wir rot, gelbe Kragen tragen“ wechselten dabei mit deutschen Texten, Zulu und Hebräisch. Viel passender konnte die letzte Zeile von „Man in the Mirror“ nicht sein – „Make the Change“ sangen die Schüler. Rösch wird nach diesem Schuljahr an das Gymnasium in Pegnitz wechseln. Sie bedankte sich für die Jahre, die sie in Hersbruck verbringen durfte. Ihr Herzstück war die Chorarbeit, sie „konnte mit vielen Versuchskaninchen üben und kreativ sein“ und wünschte sich als Abschiedslied „Muusika“, wobei der Chor erneut mit seiner Variabilität begeisterte.

Neunhoeffer dankte ihr für mehr als 26 Jahre Dienst „im, am und fürs PPG“. Sie habe Generationen von jungen Menschen in die Welt der Musik geführt und das mit Begeisterung, Ernsthaftigkeit und Disziplin. Ihr Engagement für die Chöre am Gymnasium zeige sich an der Leitung von Großem, Unterstufen-, Kammer-, Lehrer- und Ehemaligem-Chor – alle Mitwirkenden wurden „vom Rösch-Virus angesteckt“, sagte der Chef.

Sängerin statt Dirigentin

Die Elft- und Zwölftklässler hatten während der Probentage ein Best-Off als Dankeschön vorbereitet und ihre sichtlich gerührte Dirigentin stellte sich kurz darauf zu ihrem Chor auf die Bühne, um mitzusingen. Tränen flossen.

Gunda Machmor-Geer freute sich, mit dem Orchester einen großen Ausschnitt aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns aufführen zu können. Zwischentexte dazu las Sechstklässlerin Sophia Walz, die Preisträgerin des diesjährigen Vorlesewettbewerbs, sehr anschaulich und frei nach Loriot, vor. So gab es nach dem Königsmarsch des Löwen unter anderem das „Altensittenbacher Schildkrötenballett“. Für Lacher sorgte auch Ulf Geer, der ein großes Bild mit gemalten Hühnern passend zu deren Stück enthüllte, einen Papp-Elefanten tanzen ließ und den Schwan an der Bühnenbegrenzung entlang zog.

N-Land Michelle Ermer
Michelle Ermer