Theater der Oberstufe

Romeo und Julia mal vier im PPG

Romeo (Theo Knodt) denkt, dass Julia (Tamara Schiffer) tot ist. | Foto: M. Ermer2019/04/IMG_0299.jpeg

HERSBRUCK (me)  – Wechselnde Rollen und Akteure machten den Durchblick nicht ganz einfach, doch sobald man ihn hatte, bot das Theaterstück „Romeo und Julia“, inszeniert vom Oberstufentheater des Paul-Pfinzing-Gymnasiums unter Leitung von Michaela Stanzel, kurzweilige Unterhaltung.

„Romeo und Julia“, 1597 geschrieben von William Shakespeare, ist ein Klassiker. Das Oberstufentheater des PPG brachte das Stück jedoch etwas aufgefrischt auf die Bühne, selbige in der Mitte der Aula platziert und vom Publikum an drei Seiten umringt. Es hatte außerdem je vier Besetzungen für Romeo und Julia in petto.

Dies hatte laut Leiterin Michaela Stanzel folgenden Hintergrund: Die Rollenverteilung bei 14 Schauspielern sollte zum einen gerecht aufgehen. Zum anderen konnten so verschiedene Paarkonstellationen und unterschiedliche Interpretationen der ersten großen Liebe gezeigt werden.

Handfester Streit

Schon zu Beginn wurde den Gästen klar, warum um die Bühne herum Isomatten ausgelegt waren: Unter den Akteuren entstand gleich ein Streit, der zum Handgemenge wurde und die Feindseligkeit der Familien Montague und Capulet verdeutlichte. Denn nach kurzer Zeit hatten sich fast alle gegenseitig von der Bühne geworfen. Auch Theo Knodt als „Fürst des Friedens“ konnte dagegen vorerst nichts ausrichten.

Die Montagues, erkennbar durch ihre Kostüme (Requisite: Kimberly Reusch, Saskia Strasser, Katharina Schmidt) mit rotem Touch, bereiteten einen Maskenball vor, bei dem schließlich alle zu Schwarzlicht und Musik (Technik: Erik Busch, Markus Kessler, Johannes Vogel) tanzten. Danach traf sich das erste Paar Romeo und Julia (Eugene Esperante und Ricarda Rossa). Ihre Kussszene unterbrach jedoch relativ schnell die Amme der Capulets, gespielt von Juliane Schöberl. Die beiden trennten sich, verzweifelt, dass sie sich nur heimlich treffen können.

Lennart Schmidt als Mercutio und Sabine Wirth als Benvolio warteten auf Romeo. Der traf sich heimlich und jetzt in Gestalt von Katharina Struck mit der zweiten Julia, Katharina Bertl. Sie planten, am nächsten Tag zu heiraten. Romeo fragte den Abt Lorenzo (Anastasia Yurovsky) um Rat.

Pistole der Rache

„Romeo und Julia III“ waren Paula Reif und Erik Rühlmann. Dafür duellierten sich die Montagues in blauem Gewand, Mercutio und Benvolio, nun mit den Capulets. Aus dem Tumult heraus erschlug „Tybalt“ (Helena Brüser) seinen Gegenspieler Mercutio und der hinzugekommene Romeo zog aus Rache die Pistole gegen ihn. Die Amme konnte der im Kloster wartenden Julia also nur vom Tod Tybalts und der Verbannung ihres Zukünftigen berichten.

Nach einer Szene der Zweisamkeit sollten Theo Knodt und Tamara Schiffer als „Romeo und Julia IV“ feststellen, dass es „die Nachtigall und nicht die Lerche“ war, mit der sie sich Lebewohl sagen mussten.

Die Pläne ihrer Mutter Lady Capulet (Helena Brüser) und ihres jähzornigen Vaters Capulet (Lisa-Marie Pischel), sie am nächsten Tag mit einem Grafen zu verheiraten, behagten Julia nicht. Um Romeo wiederzusehen, will sie mit Hilfe des Abts ein Mittel einnehmen, das sie 30 Stunden schlafen ließe. Die Amme hielt sie für tot, und auch Romeo erfuhr davon. Der Brief, den Abt Lorenzo ihm in Julias Namen schrieb, hatte ihn nicht erreicht. Deshalb zog er seine eigene Konsequenz und nahm tödliches Gift.

Täuschend echtes Blut

Julia dagegen wachte kurz darauf aus ihrem Schlaf auf, aber der Abt und sie konnten Romeo nicht mehr retten. Daher entschied sie sich, ihm zu folgen und erstach sich, täuschend echt dargestellt durch unter ihrem T-Shirt verborgenes rotes Kunstblut. Wie im Original auch versöhnten sich die beiden Familien am Grab ihrer Kinder. Die Schauspieler aus Q11 und Q12 erhielten tosenden Applaus.

Ihrem Dank an Oberstudienrätin Michaela Stanzel für die Jahre, in denen sie schon bei den Theaterproduktionen mitmachen durften, verliehen die Jugendlichen mit einer Collage Ausdruck. Stanzels „super engagierte junge Leute“ bekamen Blumen und schließlich flossen Tränen der Rührung bei allen Beteiligte. Für die angehenden Abiturienten war es die letzte Aufführung in ihrer Schulkarriere.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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