Umjubelter Auftritt in Lauf zum Bühnenjubiläum

„Jacky, wir lieben dich“: Publikum feiert Jacky Dumée

Jacky Dumée in Aktion als Flamencotänzerin in der Glückserei. Seit 25 Jahren steht die Künstlerin auf der Bühne. Foto: Schnellinger2014/09/Jacky_Dume__e2.jpg

LAUF — Ein Vierteljahrhundert auf der Bühne und kein bisschen müde: Travestiekünstlerin Jacky Dumée brachte zu ihrem 25-jährigen Bühnenleben die Glückserei in Lauf zum Kochen.

Mit Worten wie: „Wer immer lacht, dem glaubt man nicht“ oder „ Jeder Tag an dem Du nicht gelacht hast, ist ein verlorener Tag“ machte die Diva schon zu Beginn deutlich, was das Publikum an diesem Abend erwarten würde: nämlich ein wunderbares Programm mit einer wunderbaren Künstlerin.

Zu Beginn erstmal die perfekte Verwandlung: Am Schminktisch sitzend, sang Jacky Dumée den bekannten Song von Katja Epstein „Theater“. Dann legte sich die Granddame die Ohrringe an und setzte sich die Perücke auf, und voilá, fertig war die Diva. Die Drohung, dass die Show so lange dauern wird, bis es dem Publikum gefällt, wurde von diesem mit einem Schmunzeln honoriert.

Gekonnt und professionell gab Jacky Dumée einen Rückblick auf ihre lange Zeit auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten. Dabei versuchte die Travestiekünstlerin beiläufig und sehr humorvoll zu erklären, was eine Travestieshow ausmacht. Mit dem Lied „Tolle Frau aus der Tingeltangel Show“ gelang das. Gleichzeitig parodierte sie sich da selbst. Als rassige Spanierin tanzte sie zu ihrem „Flamenco Touristik“ im farbenfrohen Outfit. Interpretationen von Liedern „der Knef“, in denen Dumées ausdrucksvolle Stimme voll zum Einsatz kommt, folgten.

Als Jacky Dumée Laufs ersten Bürgermeister Benedikt Bisping im Publikum erkannte, begrüßte sie ihn mit den Worten: „Der Benny hat die falsche Partei – nett ist er aber trotzdem“. Im Anschluss ließ sie durchblicken, dass ihre Lieblingspartei nicht die Farbe Grün, sondern eher die Farbe Rosa hat . Das bekannte Lied von „Mackie Messer“ aus Brechts Dreigroschenoper bildete den krönenden Abschluss des ersten Teils der Show.

Als Dumée nach der Pause wieder auf die Bühne kam, überraschte das Publikum sie zum Jubiläum mit Liebeserklärungen und auch manch frivoler Anspielung. „Jacky, ich liebe dich“, „Jacky, zeig die Brüste“. Laufs Bürgermeister wünschte sich sogar „Jacky, ich will ein Kind von dir“.

Mit ausgeprägter Gestik folgte das Lied über die Frau mit Stil und Niveau. Dass manche Texte im Publikum zu (gewollt) zweideutigen Gedanken führten, versuchte die Künstlerin mit einem barschen „Kopf-Kino aus!“ zu unterbinden. „Bob der Baumeister“ war der Auserwählte aus dem Publikum, von dem sich Jacky Dumée an diesem Abend wenn auch nur andeutungsweise verführen und bearbeiten ließ.

Kleine dicke Bombe

Ein besonderes Highlight war der Sketch „Das neu Mädchen“. Dieser beruht auf Verständnisschwierigkeiten zwischen einem Geschäftsmann und einem Mädchen, das die deutsche Sprache nicht ganz beherrscht oder beherrschen will. Das Publikum belohnte das Stück mit grenzenlosem Lachen und langem Applaus. Der anschließende Song von der „Sex Bomb“ ist aus dem Programm auch nicht wegzudenken. Parodiert Jacky Dumée ihn doch als kleine dicke Bombe vom Land.

„Ich bin, was ich bin und wünsche mir ein bisschen Fairness“ drückte die Travestiekünstlerin in einem anderen Text aus. Lauf ist bunt! Welche Kleinstadt habe schon einen Travestiekünstler. Der Appell, Verschiedenheit zuzulassen, stand am Ende dieses Programms mit dem Titel „Herbstgeflüster“. Das „Geflüster“ allerdings war eher schön schrill. Dies bestätigte auch ein Zuruf aus dem Publikum „Du bist a Schäine!“

Beim Schlusslied „Wenn man Freunde hat“ steht Jacky Dumée wieder ohne Ohrringe und Perücke auf der Bühne. Gänsehaut war da unvermeidlich. Unverkennbar dabei auch die Wurzeln, die der „Damenimitator“ in Lauf in vielfältiger Weise geschlagen hat.

In Erinnerung bleibt ein wunderbarer Abend mit vielen tollen Songs, frivoler Ironie, begeisternden Kleidern und einer unvergesslichen Künstlerin. Danke, Jacky. Gerd Schnellinger

Die nächsten drei Vorstellungen von „Herbstgeflüster“ sind bereits ausverkauft. Weitere Vorstellungen in der Glückserei sind für März 2015 geplant.

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