Rückschau auf das Gitarrenfestival

Giora Feidmann kommt wieder

Robert Ilg (rechts) und Johannes Tonio Kreusch waren begeistert vom diesjährigen Gitarrenfestival und freuen sich, im kommenden Jahr wieder Klarinettist Giroa Feidman begrüßen zu können. Er wird dann mit Kreusch auf der Bühne stehen. Foto: Pflaumer2015/08/KreuschIlg.jpg

HERSBRUCK – „Bombastisch.“ Mit diesem Wort beschreibt Bürgermeister Robert Ilg eine reibungslose und Höhepunkte-schwangere Gitarrenfestival-Woche: Superstars wie Al Di Meola spielten in Hersbruck auf, die Organisation hat hervorragend geklappt – und Johannes Tonio Kreusch, der Künstlerische Leiter, bastelt bereits jetzt schon am Programm für 2016. Und kann jetzt schon eine große Überraschung präsentieren: 2016 wird der Super-Star von 2014 wieder auf der Bühne stehen – der Klarinettist Giora Feidman, diesmal zusammen mit Johannes Tonio Kreusch.

Bis dahin gibt es aber noch viel für Kreusch zu tun, während Ilg sich einen Rückblick gönnen kann: „Es hat jeder mitgezogen“, das freut das Stadtoberhaupt am meisten. Ein dickes Lob an die Verwaltung: „Hier hat jeder um 8 Uhr seine normale Arbeit getan, um dann abends Karten abzureißen oder aufzuräumen – dieser Einsatz ist großartig.“ Spontanität und Einsatz wurden vor allem beim einzigen Schatten, der über dieses Festival fiel, gefordert: Der Franzose Roland Dyens erkrankte schwer. Bereits angeschlagen hatte er allerdings darauf bestanden, sein Konzert zu halten, bis zur letzten Zugabe.

„Was hätten wir tun sollen? Letztendlich liegt es in der Eigenverantwortung des Künstlers, ob er sich zutraut aufzutreten oder nicht – und er wollte unbedingt auf die Bühne.“ Danach allerdings ging nichts mehr: Er wurde von Dr. Otto Wolze im Hersbrucker Krankenhaus mit einer akuten schweren Lungenentzündung erstversorgt, bevor der Patient ins Nürnberger Südklinikum kam. „Toll, dass die medizinische Versorgung auch hier in Hersbruck so hervorragend war“, so Ilg.

Doch mit der ärztlichen Betreuung des Patienten war es nicht getan: Dyens besorgte Familie reiste sofort aus Paris nach Hersbruck an. Ilg: „Toll, wie da alle mitgeholfen haben, an erster Stelle Renate Raum und Tina Falkner. Sie holten die Familie am Flughafen ab, kümmerten sich um sie und Frau Raum dolmetschte zwischen Ärzten und Angehörigen.“ Der schönste Augenblick für Ilg in dieser Festivalwoche war – außerhalb der Konzerte –, wie Dyens endlich wieder bei Bewusstsein gewesen ist. Als Dank lud er kurzerhand den behandelnden Arzt zum Konzert ein – und der kam sehr gerne.

Ilg freut sich darauf, dass das kommende Festival in der neuen Veranstaltungshalle gefeiert wird. Er plant ein Eröffnungswochenende auch mit heimischen Kapellen. Für die neue Halle gibt es bereits ein Angebot für neue Stühle. „Eine Reihenbestuhlung mit Nummerierung – ob die dann bequemer wird, weiß ich nicht“, so Ilg in Richtung der Kritik an den Sitzmöbeln in diesem Jahr.

Woody Mann, der heuer wegen Krankheit absagen musste, steht für nächstes Jahr schon fest. Es bleibt abzuwarten, welche Stars Kreusch dann auf die Bühnen holt. Ilg: „Es waren ja in den vergangenen Jahren echte Highlights hier: die Romeros, Giora Feidman, Klaus Doldinger und jetzt Al Di Meola – die meisten Stars sind total unkompliziert, lieben den familiären Charakter und genießen es, auch mal ne Pizza aus dem Karton zu essen.“ Und wenn ein Star dennoch Extra-Wünsche hat, dann besorgt auch schon mal Ilgs Lebensgefährtin schnell Eis oder einen Ventilator.

Ilg ist ein wenig stolz, dass mittlerweile viel Presse auf das Festival aufmerksam geworden ist: „Viele haben es im Bayerischen Rundfunk gehört oder in der SZ oder FAZ gelesen.“ Oder es geht weiter via Mundpropaganda, für die auch Martin Manz sorgen könnte: Er ist in der Gruppe der Ersten Geiger der Münchner Philharmoniker und Gitarrenspieler – er buchte sich für die komplette Woche für die Gitarrenkurse beim Festival ein. Ilg: „Schön, wenn sogar Profis das Angebot schätzen.“

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