Corona-Krise

Bücherwerkstätte ist bei Aktion „Künstlernotgeld“ dabei

Insgesamt 55 Vierersets ihres „Künstlernotgeldes“ haben Woldemar Fuhrmann, Michael Gölling, Günther Tobisch (v. links) und Timo Reger entworfen und gedruckt. Die Scheine können auch einzeln gekauft werden. | Foto: M. Gundel2021/03/DSC-0721.jpg

HERSBRUCK – Wenn es um neue (Druck-) Herausforderungen geht, lassen sich die Herren der Original Hersbrucker Bücherwerkstätte nicht lange bitten. Wenn dabei noch ein guter Zweck dahinter steht, umso besser. Deshalb beteiligen sich die Setzer und Drucker gerade an einer bundesweiten Aktion, die auf die finanzielle Notlage von Kulturschaffenden hinweisen und sie unterstützen soll – dem „Künstlernotgeld“.

Deutschlandweit haben Künstler „falsche Fuffzger“ – auch als Anspielung auf die bei vielen Kreativen ausbleibende staatliche Unterstützung – gestaltet und präsentieren sie auf der Website www.kuenstlernotgeld.de. Darüber oder über eine Ausstellung im Nürnberger KunstKulturQuartier, die noch bis 22. März läuft, können die Scheine zum aufgedruckten Wert erworben werden. Das „echte“ Geld kommt dann dem jeweiligen Künstler zugute. Die Aktion lief rund um den „Tag der Druckkunst“ am 8. März.

Spende für Kollegen

Auch Woldemar Fuhrmann, Michael Gölling, Günther Tobisch und Timo Reger haben in den alten Setzkästen im Mauerweg gestöbert und ein paar seltene Druckvorlagen, Klischees genannt, und Linolschnitte hervorgezaubert. So sind vier „Notgeldscheine“ entstanden – mit den Werten fünf, zehn, 40 und 50. Weil ihnen das aber „zu viel“ pro Schein erschien, gibt es die Unikate aus Hersbruck im Viererset zu 40 Euro, zu kaufen in den nächsten Tagen bei der Buchhandlung Lösch.

Die ersten Bestellungen gingen bereits ein, weiß Gölling – denn die Druckkunst aus dem Mauerweg ist ebenfalls auf der Internetseite der Aktion zu finden. Den Erlös wollen die Setzer und Drucker aber nicht selbst behalten, sondern spenden – an Künstler in der Region, die es „mehr brauchen als wir“.

Notgeld gab es in der Vergangenheit vor allem zu Kriegs- und Krisenzeiten, wenn die herkömmlichen Zahlungsmittel fehlten. In Deutschland kam Notgeld besonders während des und nach dem Ersten Weltkrieg und während 
der Hyperinflation 1923 zum Einsatz.

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