Jugendgruppe der „Sandhas’n“ zeigt Jules Verne

Abenteuerliche Weltreise

Auf seiner Reise um die Welt rettet Phileas Fogg (Lukas Böhm, rechts) die indische Prinzessin Aouda (Tamara Schiffer, Mitte) vor dem Tod durch Verbrennung. Foto: Müller2014/07/86339_80TageumdieWelt1_New_1406556064.jpg

Die Kinder- und Jugendgruppe des Theatervereins „Die Sandhas’n“ hat sich bei ihrer neuesten Produktion ein Werk der Weltliteratur vorgenommen: Die jungen Schauspieler brachten die berühmte Weltreise des Engländers Phileas Fogg auf die Bühne. In drei Aufführungen konnten die Zuschauer in der Waldschänke in Neunkirchen bei dem Versuch des Gentlemans mitfiebern, die „Welt in 80 Tagen“ zu umrunden.

Der exzentrische Phileas Fogg ist nicht immer der Meinung seiner Freunde im Reform-Club – und so streiten sich die Herren eines Tages über die Frage, ob die Welt groß oder klein ist. Um zu beweisen, dass die Welt klein ist, bietet Fogg eine außergewöhnliche Wette an: Er will die Welt in 80 Tagen umrunden.

Detektiv auf den Fersen

Wie in Jules Vernes Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ ist das der Beginn einer abenteuerlichen Reise: Mit seinem Diener Passepartout bricht Fogg auf, um die Wette zu gewinnen. Der übereifrige Detektiv Agent Fix glaubt, in der schnellen Abreise ein Zeichen dafür zu erkennen, dass Fogg ein gesuchter Bankräuber ist. So folgt Fix der Reisegruppe, immer auf den Haftbefehl wartend, um Fogg dingfest machen zu können.

Um die Tour des Gentlemans auf der Bühne nachvollziehen zu können, behelfen sich die jungen „Sandhas’n“ mit einem Regie-Trick: Die Londoner Bevölkerung erfährt von der Reise und wettet für oder gegen das Gelingen. Sie und auch die Männer des Reform-Clubs verfolgen Foggs Spur über Zeitungsartikel. Deren Überschriften werden von Zeitungsjungen und -mädchen verkündet, die durchs Publikum und über die Bühne laufen. In einzelnen Szenen diskutieren die Londoner immer wieder den Verlauf von Foggs Reise und machen ihn so für die Zuschauer nachvollziehbar.

Viele Szenenwechsel

Im Wechsel mit den Szenen in London stellen die jungen Schauspieler die Schlüsselszenen der Weltumrundung auf der Bühne dar: Im indischen Dschungel retten Fogg und Passepartout die Prinzessin Aouda, die mit ihrem toten Mann in einem barbarischen Ritual verbrannt werden soll. Zu dritt reisen sie weiter nach Hongkong. Dort betäubt Detektiv Fix den Diener Passepartout, um Fogg aufzuhalten. Der Gentleman und sein Diener schaffen es jedoch auf getrennten Wegen nach Japan, wo sich die Reisegruppe in einem Zirkus wieder vereint.

In Liverpool schließlich schafft Fix es, Fogg festzunehmen. Doch die Verhaftung stellt sich schnell als Irrtum heraus. Fogg trifft endlich in London ein – einen Tag zu spät, wie er meint. Ein Zeitungsjunge bringt schließlich Aufklärung: Bei seiner Reise hat Fogg die Datumsgrenze überschritten und ist deswegen doch noch rechtzeitig angekommen.

Die häufigen Ortswechsel werden auch auf der Bühne in der Neunkirchener Waldschänke umgesetzt: Oft wird das gesamte Bühnenbild ausgetauscht, was längere Umbaupausen nach sich zieht. Die Zeitungskinder, die während der Pausen durch das Publikum laufen und die neuesten Schlagzeilen von Foggs‘ Weltreise verkünden, verkürzen jedoch die Wartezeit.

Der verschachtelte Aufbau des Stücks war für Regisseurin Katharina Pfister eine große Herausforderung: „Vor der Generalprobe habe ich einen ausführlichen Plan gemacht, wann die Kinder wo sein müssen und wann das Bühnenbild gewechselt werden muss“, erzählt Pfister an diesem Abend. Insgesamt haben 24 Kinder und Jugendliche an dem Stück mitgewirkt, die jüngsten von ihnen waren erst sechs Jahre alt.

„Die Zusammenarbeit klappt gut, weil alle das gleiche Ziel haben. Außerdem kümmern sich die Großen immer mit um die Kleinen“, lobte Pfister ihre Truppe nach der Premiere.

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