NÜRNBERGER LAND – Im Rahmen seiner Bayerntour hat der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe, dem BRK-Kreisverband Nürnberger Land einen Informationsbesuch abgestattet. Begleitet wurde Gröhe, der von 2013 bis 2018 Bundesgesundheitsminister war, von BRK-Präsident Hans-Michael Weisky sowie BRK-Vizepräsident und Mitglied des Landtages Andreas Hanna-Krahl.
Im Mittelpunkt stand die jüngste ehrenamtliche Gemeinschaft des Bayerischen Roten Kreuzes: die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Ein Schwerpunkt war die Vorstellung des Herzenswunsch-Mobils. Das Projekt erfüllt schwerstkranken Menschen einen letzten Herzenswunsch. DRK-Präsident Hermann Gröhe betonte, dass ihn die Hospizarbeit nicht nur während seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister beschäftigt habe, sondern auch persönliche Erfahrungen seine Wertschätzung für diese wichtige Arbeit geprägt hätten. Gerade in schwierigen Lebensphasen sei der Beistand für Betroffene und Angehörige von unschätzbarem Wert – umso wichtiger seien professionelle Strukturen, die Familien in dieser Zeit begleiten und unterstützen.
Die Verantwortlichen des Kreisverbandes berichteten, dass viele Herzenswünsche kurzfristig umgesetzt werden können. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung: In rund der Hälfte der Anfragen kommt der Wunsch zu spät, weil sich der Gesundheitszustand der Patienten bereits so weit verschlechtert hat, dass eine Erfüllung nicht mehr möglich ist. Deshalb appelliert das Team, Herzenswünsche im palliativen Umfeld frühzeitig anzusprechen und zu planen.
Ein weiteres Projekt der Wohlfahrts- und Sozialarbeit ist eine kostenfrei nutzbare Schließfachanlage für obdachlose Menschen. Derzeit stehen an der BRK-Kreisgeschäftsstelle in Lauf neun große Schließfächer zur Verfügung.
Im Anschluss informierte sich die Besuchergruppe, die auch den stellvertretenden BRK-Bezirksvorsitzenden Ober-Mittelfranken, Mitglied des Landtages Harry Scheuenstuhl, sowie den BRK-Bezirksgeschäftsführer Alexander Eberl umfasste, noch über den Menüservice des Kreisverbandes. Derzeit werden von Lauf aus landkreisweit etwa 90 Kunden regelmäßig mit hochwertigen Tiefkühlmenüs versorgt. Im Rahmen einer Gesprächsrunde ging es auch um die möglichen Folgen der jüngsten Reformen der Krankenversicherung für Rettungsdienst und Pflege, ehe der Besuchertross zur nächsten Station der Bayerntour in den BRK-Kreisverband Erlangen-Höchstadt aufbrach.
