HERSBRUCK – Als Josef Nuber die Skizze für einen großen Kreisverkehr vor dem Nürnberger Tor am „Pfeiffers Eck“ vorstellte, schmunzelten die Stadträte im Bauausschuss: Die Lösung würde bedeuten, das Gebäude der Hersbrucker Zeitung wegzureißen. Interessanter war da schon „Plan B“, nämlich ein kleiner Kreisel. Das eigentliche Ziel ist die Wiederbelebung des brach liegenden Schickedanz-Areals, skizzierte Bürgermeister Robert Ilg die Ausgangslage.
Sollte das gelingen, wirkt sich das auf den Verkehr aus, insbesondere auf die Kreuzung Nürnberger Straße – Lohweg – Grabenstraße. Indirekt bestätigte der Rathauschef damit die Erwartung, dass ein Investor auf der Schickedanz-Fläche einen Großmarkt errichten möchte.
Josef Nuber hat seinem Gutachten denn auch ein neues Einkaufszentrum mit 3000 Quadratmetern und 100 Parklätzen zugrunde gelegt. Er rechnet, dass dadurch 285 bis 300 Fahrzeuge pro Stunde mehr in Hersbrucks Zentrum unterwegs sind.
Letztes Jahr wurde an der Einmündung vom Lohweg in die Nürnberger Straße und Grabenstraße eine Verkehrszählung gemacht. Der Knotenpunkt ist bereits jetzt zu Spitzenzeiten überlastet, sagte Josef Nuber. Falls bis zu 300 Autos hinzukommen, muss der Bereich „gesteuert werden“.
Leichtes Aufatmen gab es bei den Stadträten im Bauausschuss, dass der Fachmann eine Ampelanlage als nicht leistungsfähig ausschloss. Ein großer Kreisverkehr würde funktionieren, scheitert aber am fehlenden Platz.
Mit 16 Metern Außendurchmesser und einer Mittelinsel, die Busse und Lastwagen notfalls überfahren können, wäre allerdings ein Minikreisel „von der Geometrie her“ machbar und auch in Spitzenzeiten nach dem Bau eines Großmarktes auf dem Schickedanz-Areal ausreichend. Josef Nuber ließ offen („erst mit Verkehrsbehörde diskutieren“), ob einer oder bis zu drei Zebrastreifen für die Fußgänger angelegt werden sollen.
Eine große Diskussion löste der Vortrag des Experten nicht aus. Schließlich diente sein Bericht der Information, wobei Bürgermeister Robert Ilg frühzeitig die Öffentlichkeit in die Überlegungen einbeziehen möchte. Die Stadträte beraten die Studie in den Fraktionen und äußern sich dann in der Bauausschuss-Sitzung Mitte November zu dem Thema. Die Nürnberger Straße und die Grabenstraße sind Kreisstraßen, erläuterte Robert Ilg. Bei einer Verwirklichung des Minikreisels wäre also der Landkreis Partner und müsste auch in Fragen der Finanzierung einbezogen werden. Die Kosten für einen Umbau der Kreuzung stehen noch nicht fest. Schließlich wurde nur die Idee an sich vorgestellt.
Norbert Thiel erkundigte sich nach etwaigen Leitungsverlegungen in dem Bereich. Auf Nachfrage von Irmgard Raum sagte Josef Nuber, dass die Parkplätze vor der Hersbrucker Zeitung einem Kreisverkehr weichen müssten. Holger Herrmann war sich nicht sicher, ob im Falle der neuen Lösung die Lastwagen von der Nürnberger Straße in den Lohweg genügend Platz zum Abbiegen haben. Gerhard Kratzer mahnte ein zeitliches Abstimmen mit dem geplanten Kreisverkehr am Henfenfelder Knoten an.
