Befragung zu Erwerbstätigkeit und Ehrenamt bei Senioren

Ruhestand oder Unruhestand?

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Im Auftrag des Landratsamts Nürnberger Land hat das Institut „MODUS-Sozialforschung“ im Jahr 2011 eine Befragung unter Senioren im Landkreis durchführen lassen. Die folgende Abbildung zeigt, wie viele Senioren in welchem Umfang noch aktiv am Erwerbsleben teilnehmen.

Zum Zeitpunkt der Erhebung waren im Nürnberger Land unter den Senioren ab 65 Jahren 6,5 Prozent noch erwerbstätig. Wie der rechte Teil der Abbildung zeigt, handelt es sich bei mehr als der Hälfte um eine stundenweise Beschäftigung, die meist auf Minijob-Basis ausgeübt wurde. Einer Teilzeitbeschäftigung gingen 22,4 Prozent der erwerbstätigen Senioren nach, weniger als 22 Prozent arbeiteten noch Vollzeit.

Auf die Gesamtheit der Senioren ab 65 Jahren im Nürnberger Land übertragen, ergaben sich damit 1,4 Prozent Vollzeit-, 1,5 Prozent Teilzeit- und 3,6 Prozent stundenweise Beschäftigte. Die Befragung ergab außerdem, dass mit steigendem Lebensalter der Anteil der erwerbstätigen älteren Menschen abnimmt.

Männer arbeiten insgesamt deutlich häufiger als Frauen, insbesondere in der Altersgruppe von 65 bis 70 Jahren. In den höheren Altersgruppen von 70 bis 80 Jahren nimmt die Differenz zwischen den erwerbstätigen Männern und Frauen immer mehr ab. In der Gruppe der über 80-Jährigen sind noch etwa 2,3 Prozent der Männer erwerbstätig, aber mit 0,7 Prozent kaum noch Frauen.

Starkes ehrenamtliches Engagement

Die Seniorenbefragung ergab zudem, dass viele der älteren Menschen zwar nicht mehr arbeiten, sich dafür aber ein Fünftel ehrenamtlich engagiert. Wenn man die ehrenamtliche Tätigkeit der Senioren nach Altersgruppen betrachtet, lässt sich feststellen, dass im Alter von 65 bis unter 70 Jahren rund 28 Prozent der Senioren ehrenamtlich engagiert sind. Bei den 70- bis 75-Jährigen ist es noch immer fast ein Viertel. Bei den Befragten zwischen 75 und 80 Jahren sind es rund 18 Prozent und selbst bei den Senioren ab 80 Jahren liegt der Anteil der ehrenamtlich Engagierten bei über acht Prozent.

Männer üben dabei, unabhängig vom Alter, häufiger ein Ehrenamt aus als Frauen. Allerdings fallen die Unterschiede in den jüngeren Altersgruppen nicht so hoch aus wie bei der Erwerbstätigkeit. Im Alter von 65 bis 70 Jahren sind über 28 Prozent der Männer ehrenamtlich engagiert. Dieser Anteil sinkt danach kontinuierlich auf knapp 24 Prozent in der Altersgruppe von 75 bis 80 Jahren und dann weiter auf rund zwölf Prozent bei den über 80-Jährigen.

Ähnlich wie bei den Erwerbstätigen zeigt sich auch beim ehrenamtlichen Engagement der Frauen ein linearer Rückgang. Sind bei Frauen unter 70 noch etwa 28 Prozent ehrenamtlich tätig, liegt der Anteil bei den über 80-Jährigen nur noch bei knapp sieben Prozent.

Senioren sind vor allem in Vereinen beziehungsweise Verbänden oder der Kirche ehrenamtlich aktiv. Diese beiden Bereiche machen mehr als 40 beziehungsweise 30 Prozent der ehrenamtlichen Tätigkeit. Dahinter rangieren mit gut 20 Prozent die Wohlfahrtsverbände, gefolgt von den Gemeinden mit etwa sieben Prozent und dem Sozialverband VdK mit gut vier Prozent. Die Befragung der Senioren ergab außerdem, dass Frauen überwiegend in der Kirche und bei Wohlfahrtsverbänden engagiert sind und Männer vor allem in Vereinen.

Den Senioren, die angaben, nicht ehrenamtlich tätig zu sein, wurde die Zusatzfrage gestellt, ob sie sich vorstellen könnten, in Zukunft eine ehrenamtlich tätig zu werden. Fast jeder fünfte Befragte, der sich noch nicht ehrenamtlich engagierte, konnte sich vorstellen, eine solche Tätigkeit zu übernehmen.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon