Vertrag zwischen Velden und Netzbetreiber

Breitband auf der Zielgeraden

Bereits im Dezember 2010 wurde am Wachtberg der erste Verteilerkasten – damals Endpunkt eines Glasfaserkabels aus Richtung Rupprechtstegen – aufgebaut. Mit dabei war Bürgermeister Herbert Seitz (l. ) Foto: Fuchs2015/07/5_2_1_2_20150701_VELDEN.jpg

VELDEN – Mit dem Abschluss eines Vertrages mit einem Netzbetreiber ist die Stadt Velden bei der Verbesserung der Breitbandversorgung für Velden und seine Ortsteile gewissermaßen in die Zielgerade eingebogen. Neben dieser wichtigen Entscheidung befasste sich das Gremium in seiner Julisitzung u. a. mit Auftragsvergaben zur Ertüchtigung der Kläranlage, mit den eingegangenen Stellungnahmen zur Änderung des Bebauungsplans „Im Teich“ sowie mit einer Vereinbarung zur Errichtung eines Spielplatzes in Viehhofen.

Im laufenden Förderverfahren zur Breitbandverbesserung sei die Angebotsphase beendet, so Bürgermeister Herbert Seitz einleitend. Dabei sei nur ein Angebot von Seiten der Telekom eingegangen. Ausgeschrieben waren alle Ortsteile mit Ausnahme von Viehhofen. Dort wird das Verfahren erst nach der Verlegung von Leerrohren im Zuge der Dorferneuerung gestartet.

Anhand einer Karte zeigte er die Ausbaugebiete bzw. die bereits vorhandenen und noch benötigten (Glasfaser-) Verbindungswege und Verteiler auf. So wird in Velden zu jedem Kupferkabel-Verteiler ein Glasfaserkabel verlegt und jeweils ein weiterer Verteilerschrank mit der entsprechenden Technik gestellt. Die aus Kupferkabeln bestehenden Hausanschlüsse würden bleiben und die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigen.

Aus Richtung Rupprechtstegen kommend ist bereits ein Glasfaserkabel mit Verteilerkasten am Wachtberg vorhanden, ebenso zwischen Raitenberg und Eichenstruth. An diese Verbindungen anschließend werden das Gewerbegebiet „Im Teich“ sowie die Ortschaft Pfaffenhofen ebenfalls mit Glasfaser versorgt. In Münzinghof, Gerhelm und Immendorf ist ein Glasfaserkabel bis in die Häuser geplant, sog. FTTH-Anbindung („Fiber to the home“), ebenso später für Viehhofen. In Raitenberg, Henneberg und Pfaffenhofen werden neue Verteilerkästen gestellt, da an den Einspeisepunkten noch keine Kupferkabelverteiler vorhanden sind.

An allen Anschlüssen, so betonte der Rathauschef, ist laut Vertrag eine Downloadrate von mindestens 30 Mbit/sec garantiert, an vielen Anschlüssen sind sogar 50 Mbit/sec möglich. Die Kosten belaufen sich für alle Orte (außer Viehhofen) auf 792.736 Euro. Bei einer 80-prozentigen Förderung verbleiben für die Stadt 158.547 Euro. Der Anschluss Viehhofen kostet voraussichtlich zusätzliche 144.764 Euro, so dass der maximale Zuschuss voll ausgeschöpft wird.

Das Gremium stimmte einhellig dem Vertragsabschluss zu. Die Realisierung des Projekts wird wohl in einem Jahr abgeschlossen sein.

Für den 2. Bauabschnitt zur Ertüchtigung der Kläranlage Velden wurden insgesamt neun Gewerke vorwiegend an örtliche bzw. regionale Firmen vergeben. Alle Angebote für Putz-, Maler, Dachdecker-, Fliesen-, Schlosser- und Rohbauarbeiten sowie für den Einbau der Rechenanlage und der Belüftung des Nachklärbeckens lagen im Rahmen der Kosten-Voranschläge. Insgesamt belaufen sich die Aufträge auf rund 270.000 Euro.

Bei den Planungen zur Um- bzw. Aufrüstung der Kläranlage war auch mehrmals die Möglichkeit einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromnutzung auf dem Gebäudedach angesprochen worden. Dazu stellte Seitz ein Angebot der N-Ergie vor. Der Stromanbieter würde die 52 qm große Anlage (Leistung 8,32 kWp) auf eigene Kosten installieren und Eigentümer bleiben, die Stadt würde Miete bezahlen und den erzeugten Strom vor Ort nutzen. Der Gewinn für die Kommune nach 18 Jahren Pachtzeit je nach möglichen Strompreiserhöhungen zwischen 1500 und 15.000 Euro.

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In der Diskussion meinte u. a. Stadtrat Kurt Dauth, man möge die Sache mit Blick auf die teils schattige Tallage und geringe Rentabilität sein lassen. Letztlich einigte man sich auf einen Kompromiss: Die Entscheidung wurde verschoben. Bei der Dacheindeckung werden aber zumindest Leerrohre verlegt, der Bürgermeister holt mögliche Alternativen ein, die Anlage auf eigene Kosten zu bauen und den Strom für den Eigenverbrauch zu nutzen.

Bei der Behördenbeteiligung (Anhörung) zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 7 „Im Teich“ – 2. Bauabschnitt – gingen vier Stellungnahmen ein, wie VG-Geschäftsstellenleiter Ralph Habeberger ausführte. Dabei hatten N-Ergie, Telekom, Landrats- und Wasserwirtschaftsamt lediglich formelle Hinweise und Anmerkungen.

Zwischen Velden und der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Viehhofen wurde eine Vereinbarung zur Errichtung eines Spielplatzes auf einer rund 600 qm großen Freifläche geschlossen. Die Kosten von rund 31.000 Euro werden zu 62 Prozent bezuschusst, so dass auf die Stadt ein Betrag in Höhe von knapp 12.000 Euro zukommt.

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