Ortssprecherin kündigt Widerstand an

Bebauungsplan für zwei Windräder

Sechs Windkraftanlagen stehen bereits oberhalb von Kucha, Richtung Eismannsberg können nun zwei dazukommen. Foto: Blinten2014/04/windraeder-kucha_fuer_nland.jpg

ALTDORF/EISMANNSBERG – Der Bebauungsplan für die Konzentrationsfläche für Windenergie bei Eismannsberg ist fertig. Er sieht die Errichtung von maximal zwei Windkraftanlagen auf der Hochfläche im Osten Altdorfs vor. Guido Bauernschmitt vom Planungsbüro Team 4 hat den Plan in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt.

190 Meter hoch dürfen die Anlagen werden, von der Fundamentkante, auf der sie errichtet sind, bis zur Rotorspitze. Zum Vergleich: Die bereits existierenden Anlagen auf Offenhausener Grund sind 185 Meter hoch.

Die Konzentrationsfläche wird nicht stillgelegt, hier kann weiterhin Landwirtschaft betrieben werden. In der Fläche gibt es außerdem einen kleineren Waldanteil und kleinere Gehölze sowie Wirtschaftswege. Exakt festgelegt sind im Bebauungsplan die Bauflächen für die beiden Windkraftanlagen, wobei die Planer Abstände hielten zu vorhandenen Biotopen.

Interessant für Gegner wie Befürworter der Windkraftanlagen: Die von der Bayerischen Staatsregierung geforderte Regelung, dass der Abstand zwischen Windkraftanlage und Wohnbebauung zehnmal so groß sein muss wie die Höhe der Anlage, kann in Eismannsberg nicht eingehalten werden. Allerdings soll eine Öffnungsklausel gelten, die es jeder Kommune erlaubt, sich darüber hinwegzusetzen, wenn das vor Ort bewünscht wird.

In Eismannsberg wird es sicher nicht von allen gewünscht. Ortssprecherin Christa Wild kündigte im Ausschuss bereits an, dass die Altdorfer mit heftigem Widerstand aus Eismannsberg rechnen müssen.

Der Bebauungsplan für die Windräder legt auch die Zufahrten fest und den Schallschutz. Hierzu ist jedoch, darauf wies Bauernschmitt ausdrücklich hin, ein weiteres Gutachten nötig. Gemeinsam mit dem Landratsamt will man das weitere Vorgehen abklären. „Wir gehen aber davon aus, dass wir die zulässigen Werte bei weitem unterschreiten“, so der Planer.

Bürgermeister Odörfer fasste kurz den weiteren Verfahrensverlauf zusammen: Der Bebauungsplan wird für die Öffentlichkeit ausgelegt und verschiedenen Behörden, den sogenannten Trägern öffentlicher Belange, zugestellt. Öffentlichkeit wie Behörden werden ihre Bedenken und Anregungen zum Plan abgeben können, womit sich dann der Stadtrat befassen muss. Dann wird der Plan erneut ausgelegt und muss in seiner abschließenden Form wiederum vom Stadtrat gebilligt werden.

Realisierung unklar

„Wenn das jetzt scheitert“, warnte Dr. Johann Pöllot (CSU), „dann haben wir keine Einflussmöglichkeiten mehr, wo wieviele Windräder auf dem Gebiet der Stadt entstehen können.“ Deshalb hat die Stadt sich für die Konzentrationsfläche und für die Realisierung über einen Bebauungsplan entschieden. Der kostet Geld. „Und es werden noch weitere Kosten entstehen“, so Guido Bauernschmitt.

Der Planer empfahl deshalb den Altdorfern, sich nach einem Projektentwickler umzusehen, der die Kosten übernimmt. Jetzt will man jedenfalls schnell vorankommen. Mit dem Bebauungsplan ist das sicher möglich, ob es mit der Realisierung ebenso klappt, steht jedoch auf einem anderen Blatt, da die Grundstücksangelegenheiten in der Konzentrationsfläche Windenergie immer noch offen sind.

Wie mehrfach berichtet, wurden hier im Rahmen der Flurerneuerung Grundstücke getauscht, die notariellen Eintragungen fehlen aber noch.

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