Wertvolle Tipps

Vortrag in Rückersdorf: Wie wird der eigenen Garten naturnah?

Bei einem Vortrag im Schmidtbauernhof in Rückersdorf zeigte Gartenexpertin Birgit Helbig, wie jeder Garten mit einfachen Mitteln naturnäher gestaltet werden kann.
Bei einem Vortrag im Schmidtbauernhof in Rückersdorf zeigte Gartenexpertin Birgit Helbig, wie jeder Garten mit einfachen Mitteln naturnäher gestaltet werden kann. | Foto: Grüne Rückersdorf2026/03/645936471_122117468457184816_1813134000617190862_n.jpg

RÜCKERSDORF - Wertvolle Informationen für den Weg zur Artenvielfalt im eigenen Garten gab Birgit Helbig, eine Expertin für naturnahe Gärten, bei einem Vortrag im Schmidtbauernhof in Rückersdorf. Auch an Thementischen konnten Neugierige bei der Veranstaltung „Wie die Natur in den Garten kommt“ von Bündnis 90/ Die Grünen in die Gartenwelt eintauchen.

Artenreiche Bepflanzung mit blütenreichen heimischen Pflanzen ist etwas fürs Auge. Sie lockt aber auch Insekten an, die nicht nur Zier-, sondern auch die meisten heimischen Nutzpflanzen bestäuben. Obst und Gemüse gibt es nur mit Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Die Krabbler sind selbst Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere und regulieren Schädlinge: Ein einziger Marienkäfer frisst im Laufe seines Lebens etwa 40.000 Blattläuse.

Ein Naturgarten ist Lebensraum für Menschen, wildlebende Tiere und Pflanzen und fördert die biologische Vielfalt. Er erneuert sich selbst und ist pflegeleicht, denn seine Pflege wird auf ein ökologisches Mindestmaß reduziert, wie Birgit Helbig erklärte. Bei der Auswahl der Pflanzen empfiehlt die Expertin, die Wildformen den Zuchtformen vorzuziehen, denn Insekten besuchen diese wilden Pflanzen um ein Vielfaches häufiger. Wenn beispielsweise Thymian auf dem Schildchen nur einen „Vor- und Nachnamen“ hat, sei das in der Regel die Wildform. Aber wenn noch ein längerer „blumiger“ Zusatz folgt, sei das meistens eine Züchtung.

Doch ein Naturgarten ist nicht nur im Frühjahr und Sommer ein wichtiges Biotop. Einige Schmetterlingsarten überwintern auch als Eier, Raupen oder Puppe in Pflanzenhalmen, wenn im Herbst nicht alles weggeräumt wird.

Entsiegeln geht vor Versiegeln

Gartenbesitzern und Gartenbauämtern rät Helbig auch dringend, torffreie Erde zu verwenden. Intakte Moore sind bedeutend für die Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Leider fallen die meisten von ihnen der Landwirtschaft und dem Torfstich für Gartenerde zum Opfer. Und auch im Garten gilt: Entsiegeln geht vor Versiegeln.

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