HERSBRUCK – Die Volkshochschule Hersbrucker Schweiz ist ab sofort ein anerkannter Stützpunkt der Initiative Verbraucherbildung Bayern. Das staatliche Qualitätssiegel überreichte jetzt der bayerische Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber persönlich bei einem Besuch im Emil-Held-Haus
„Verbraucherbildung ist heute wichtiger denn je“, betonte Thorsten Glauber bei der kleinen Feierstunde mit den Bürgermeistern der Vhs-Mitgliedsgemeinden, Stadträten sowie Dozenten und Mitarbeitenden der hiesigen wie benachbarter Volkshochschulen. „Mit dem neuen Standort an der Volkshochschule Hersbrucker Schweiz bauen wir das bayernweite Netzwerk der Verbraucherbildung konsequent weiter aus. Unsere regionalen Stützpunkte sind starke Anlaufstellen vor Ort“, so der Minister.
Mit dem ersten „Stützpunkt Verbraucherbildung“ im Nürnberger Land sei nun ein neues Highlight dazugekommen, das den Verbraucher im Kleinen stärkt, so die Pressemeldung der Stadt. „Nur wer gut informiert ist, kann selbstbewusst und verantwortungsvoll entscheiden. Mit qualitätsgesicherten Angeboten stärken wir die Verbraucherkompetenz in allen Lebenslagen“, sagte Thorsten Glauber. Die entsprechenden Kurse sollen ein bewusstes Konsumverhalten fördern, über Rechte und Pflichten informieren, im digitalen Alltag helfen und ökonomisches Wissen generell stärken – von unabhängigen Experten in Präsenz oder online praxisnah vermittelt.
Neben dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz achten die staatlich anerkannten Träger der Erwachsenenbildung, die bayerischen Verbraucherverbände, die Verbraucherzentrale Bayern und der VerbraucherService Bayern gemeinsam durch Begleitung, Evaluation und Weiterbildung auf die Qualität der Angebote. Verbraucherschutz könne nicht delegiert werden, ergänzte Landrat Armin Kroder, sondern sei Verantwortung eines jeden einzelnen: „Wir können alle selbst entscheiden, was wir kaufen und wo wir es kaufen.“ Der Landkreis rufe dabei seit über 20 Jahren zu nachhaltigem Konsum auf – nicht zuletzt mit dem Tag der Regionen, der erstmals Anfang der 2000er in Kirchensittenbach stattfand. „Auf diese Erfindung sind wir stolz“, so Kroder. Auch im Rahmen der Ökomodellregion Nürnberger Land/Roth lege der Landkreis seit langem viel Wert auf Verbraucherbildung.
Auch Bürgermeister Robert Ilg unterstrich, wie wichtig das neue Angebot der Vhs Hersbrucker Schweiz ist: „Es wird immer schwieriger, das richtige Angebot zu finden. Da ist es gut, wertvolle Tipps von neutraler dritter Seite zu bekommen“, sagte er. So eine Anlaufstelle jetzt vor Ort in Hersbruck zu haben, sei das Verdienst von Vhs-Leiter Felix Steffan. Er stelle trotz des knappen Budgets und seines kleinen Teams ein „tolles Angebot voller innovativer Ansätze“ zusammen und habe immer ein aufmerksames Auge auf „best practise“-Beispiele aus ganz Bayern – wie nun mit der erfolgreichen Bewerbung zum Stützpunkt Verbraucherbildung.
„Auszeichnung und Auftrag“
Das Qualitätssiegel sei Auszeichnung und Auftrag zugleich, sagte Steffan – es bestätige die Arbeit der Vhs in den vergangenen Semestern und „eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten für die Zukunft“. Gerade im ländlichen Raum komme der Verbraucherbildung eine besondere Bedeutung zu: Hier sind Informationsangebote oft schwieriger zugänglich und persönliche Beratung nicht vorhanden oder mit weiten Wegen verbunden. Diese Lücke sollen dann häufig digitale Angebote füllen – mit „all ihren Chancen, aber auch Risiken“, so Steffan. Seit langem sind viele Kurse und Angebote der Vhs Hersbrucker Schweiz „klassische“ Verbraucherbildung (Stichwort: Lebenslanges Lernen). Die finanzielle Unterstützung des Umweltministeriums stelle das nun aber auf eine neue Stufe, sagte Steffan: „Jetzt können wir das Thema strategisch weiterentwickeln, neue Zielgruppen erreichen und qualitativ hochwertige Angebote systematisch ausbauen.“
So finden Hörer der Vhs Hersbrucker Schweiz im Programm für das kommende Semester Veranstaltungen zu Themen wie Chancen und Risiken der KI, Immobilienkauf, Fake News, Rente, Pflege, Geldanlage oder sicheres Surfen im digitalen Raum. Bis auf einen Kurs in Velden finden alle Veranstaltungen in Hersbruck oder online statt. Im Herbstsemester „wollen wir dann verstärkt auch in den übrigen Mitgliedergemeinden des Zweckverbands präsent sein“, so Steffan. Schließlich sei Verbraucherbildung „kein Luxus, sondern Grundlage für Teilhabe, Selbstbestimmung und Demokratie“.
