Neue Diagnose-Kriterien

Symposium in Rummelsberg: Multiple Sklerose im Mittelpunkt

Volles Haus bei der 23. Auflage des Symposiums zur Multiplen Sklerose am Krankenhaus Rummelsberg.
Volles Haus bei der 23. Auflage des Symposiums zur Multiplen Sklerose am Krankenhaus Rummelsberg. | Foto: Dominik Kranzer2026/05/5c766f7e70ab8a3456ec2a2f942a33528ffc2f79_max1024x.jpg

RUMMELSBERG – Die Klinik für Neurologie hat zum 23. Mal das Symposium zur Multiplen Sklerose abgehalten. Unterschiedliche Therapieverläufe, die Bewertung von Medikamenten und Neuerungen bei der Diagnosestellung standen auf der Tagesordnung. Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der das Immunsystem die Nervenhüllen angreift.

Chefarzt PD Dr. Martin Winterholler lobte und appellierte an die Anwesenden: „Sie setzen sich mit Ihrer Krankheit aktiv auseinander, das ist ganz wichtig – auch um den Verlauf der Krankheit abzumildern. Man darf sich das Leben nicht von der Krankheit nehmen lassen.“ Die Kunst sei es nach wie vor, das richtige Medikament für den richtigen Patienten zu finden und zweigleisig zu fahren.

Neue Diagnose-Kriterien

Im Mittelpunkt standen neue Diagnose-Kriterien, mit denen MS früher und präziser erkannt werden kann. Dazu erklärte Dr. Heimo Stamm, leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie und Leiter der MS-Ambulanz am Krankenhaus Rummelsberg: „Die Diagnosekriterien sind im Wandel. Wenn MS nur im MRT sichtbar war, gab es in den meisten Fällen früher keine Therapie oder Diagnose. Allerdings hat sich bei der Hälfte dieser Patienten nach zehn Jahren eine MS festgestellt. Künftig reicht ein zufälliger Befund aus, um die Diagnose stellen zu können – auch ohne Symptome. Mit der Therapie kann dann sofort gestartet werden, der Patient muss es nur wollen.“

Schlimmere Verläufe der Krankheit würden sich so verhindern lassen. Schließlich sei die Krankheit nicht heilbar, aber man könne, wenn man gut eingestellt ist, sehr gut damit leben – auch bis ins hohe Alter, so Stamm.

Die drei Verlaufsformen

Der Mediziner stellte die drei Verlaufsformen der Krankheit vor. Der schubförmige Verlauf sei dabei der häufigste, es gebe aber auch den schleichenden Verlauf und den chronischen, wo sich die neurologischen Symptome schleichend und kontinuierlich verschlechtern, meistens zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Die eine Therapie gebe es bei der Behandlung der „Krankheit mit den tausend Gesichtern“ nicht, so Stamm. Die Therapieauswahl werde gemeinsam zwischen Patient und Arzt festgelegt – und dabei auch die Lebensphase berücksichtigt, in der sich der Betroffene befindet.

Medikamente seien ein Behandlungsansatz. Aber es gebe viele weitere Faktoren wie das Nicht-Rauchen, die gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, Infektprävention, Blutdruckkontrolle oder Vitamin D3. Auch das Sonnenlicht habe deutliche Effekte auf messbare Parameter.

Der leitende Oberarzt nahm an seinem zwölften Symposium mit einem weinenden Auge teil. Wie Chefarzt Winterholler erklärte, verlässt sein Oberarzt die Klinik. Mit Dr. Muslum Shahbazov ist sein Nachfolger seit einiger Zeit bereits am Krankenhaus Rummelsberg tätig. 

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