Tarifverhandlungen

Streik bei Seda in Neuhaus

Alle drei Schichten bei Seda haben ihren Unmut über das Arbeitgeber-Angebot zum Ausdruck gebracht und gestreikt.
Alle drei Schichten bei Seda haben ihren Unmut über das Arbeitgeber-Angebot zum Ausdruck gebracht und gestreikt. | Foto: Erkan Sözer2026/02/Pressefoto.jpg

NEUHAUS - Nach vier Verhandlungsrunden zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Verpackungsspezialisten Seda Germany GmbH in Neuhaus bleibt eine Einigung weiterhin aus. Auch am Dienstag, 27. Januar, wurde trotz intensiver Bemühungen kein Durchbruch erzielt.

„Respektvoll und konstruktiv“ beschreibt ver.di-Verhandlungsführerin Manuela Szabo den Verlauf der Gespräche in einer Pressemeldung. „Zu Beginn war die Arbeitgeberseite nicht einmal bereit, einen Inflationsausgleich zu zahlen“, berichtet Gewerkschaftssekretär Jan Storbeck. „Mittlerweile sind wir dort immerhin angekommen.“

Was bisher geschah

Beide Seiten hätten bislang neue Angebote vorgelegt, doch die Arbeitgeberseite habe ihre Vorschläge nur geringfügig verbessert. Nun machte die Arbeitgeberseite deutlich, es handele sich um ihr letztes Angebot. ver.di führte daraufhin eine Kurzbefragung unter den Beschäftigten durch, um ein Stimmungsbild einzuholen.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Eine überwältigende Mehrheit lehnte das Arbeitgeberangebot ab und sprach sich für den Arbeitskampf aus. „In der Tarifrunde 2023 haben die Beschäftigten einzelne Schichten bestreikt. Heute, zum Auftaktstreik dieser Runde, sind alle drei Schichten an einem Tag draußen – das ist großartig“, erklärte Betriebsratsmitglied Lars Folwarczny. Die Produktion sei dadurch fast vollständig zum Erliegen gekommen.

„Die Kollegen sind streikbereit und werden nicht zögern, weitere Arbeitskämpfe zu führen, wenn der Arbeitgeber nicht einlenkt“, so Szabo. „Bei einem Unternehmen mit einer überdurchschnittlich guten Geschäftsentwicklung für die Branche lediglich einen Inflationsausgleich anzustreben, ist inakzeptabel – das werden wir nicht hinnehmen.“

Wie geht es weiter?

Ein neuer Verhandlungstermin ist noch nicht vereinbart. ver.di unterstreicht aber die fortbestehende Verhandlungsbereitschaft und bekräftigt die Absicht, mit der Arbeitgeberseite weiter im Gespräch zu bleiben, um den konstruktiven Austausch aufrechtzuerhalten. ver.di fordert in den Haustarifverhandlungen bei Seda eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 8,9 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit.

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