Wie geht es den Schülern im Homeschooling?

„Sie geben sich wirklich Mühe“

Unterricht im Livestream auf der einen, Arbeitsaufträge und freie Zeiteinteilung auf der anderen Seite: Schulen und Lehrer setzen den Distanzunterricht individuell ganz unterschiedlich um. | Foto: Maria Sbytova/stock.adobe.com2021/02/NL-Homeschooling-Adobe-Stock-scaled.jpg

ALTDORF/BURGTHANN – Seit zwei Wochen haben Bayerns Schüler wieder Distanzunterricht. Zwar verfolgen Gymnasium und Mittelschule unterschiedliche Konzepte. Die Jugendlichen aber sind in Altdorf wie in Burgthann mit ihren Lehrern zufrieden.

Jana Bauer (17) und Konstantin Hummel (16), die Schülersprecher des Altdorfer Leibniz-Gymnasiums, haben gerade Musikunterricht. Statt zusammen in einem Klassenzimmer zu sitzen und zu singen, treffen sich Lehrer und Schüler in einer Videokonferenz. Gemeinsam gesungen wird schon lange nicht mehr. Zwar folgen die Schüler dem normalen Stundenplan, die Inhalte der einzelnen Fächer passen die Lehrer jedoch der Situation an. „In Sport lernen wir jetzt viel Theorie oder bekommen Workouts, die wir dann zu Hause nachmachen sollen“, sagt Jana. Ihrer Meinung nach hat sich im Vergleich zum ersten Lockdown viel verbessert. Es sei Routine eingekehrt. Konstantin stimmt ihr zu: „Die Lehrer geben sich wirklich Mühe, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten.“

Umfrage unter den Schülern

Als Schülersprecher haben die beiden Teenager eine Umfrage gestartet. Von ihren Mitschülern wollten sie wissen, wie es ihnen im Distanzunterricht geht. „Viele haben gesagt, dass der Unterricht an unserer Schule gut laufe. Gerade die Abiturienten waren in der Umfrage stark vertreten.“ Wohl auch, weil sie sich Sorgen wegen ihres Abschlusses machen, meint Jana weiter. Um die Schüler zu entlasten, schreibt die Oberstufe am Leibniz im zweiten Halbjahr nur noch drei Klausuren: die Q11 in Deutsch, Mathe und einer Fremdsprache, die Q12 in Deutsch, Mathe und dem jeweiligen Abiturprüfungsfach. In allen anderen Fächern können die Schüler Klausuren ablegen, müssen das aber nicht. Die Altdorfer Abiturienten gehen zudem – wie die Abschlussklassen in ganz Bayern – ab heute wieder in den Wechselunterricht über.

Um außerhalb des Unterrichts ein bisschen Schulalltag zu erhalten, haben sich Jana und Konstantin für den Valentinstag etwas überlegt. Normalerweise können sich Schüler an diesem Tag gegenseitig anonym Rosen schenken. „Dieses Jahr können die Schüler bei uns Postkarten bestellen und wir schicken sie dann an die gewünschten Personen“, erklärt Konstantin die Aktion.

Schüler teilen Stundenplan selbst ein

Anders als bei den beiden Gymnasiasten, unterscheiden sich Theresa Hollmanns (16) Schultage derzeit doch deutlich vom normalen Präsenzunterricht. Theresa ist Schülersprecherin der Burgthanner Mittelschule. Hier unterrichten die Lehrer nur einen kleinen Teil des Tages in Videokonferenzen, berichtet sie. „Wir haben in allen Fächern Aufgaben, die wir selbstständig bearbeiten müssen. Bei Fragen können wir den Lehrern jederzeit schreiben.“ Der Schultag beginnt zwar wie gehabt um 8 Uhr. Welches Fach aber als erstes im Stundenplan steht, kann sie frei entscheiden. „Wenn ich in Mathe gerade nicht weiterkomme, kann ich eine kurze Pause machen und erstmal andere Aufgaben erledigen“, berichtet Theresa, die den Distanzunterricht in der jetzigen Situation für eine gute Lösung hält. „Bei den hohen Infektionszahlen hatte ich immer ein bisschen die Angst im Hinterkopf, mich anzustecken“, gibt sie offen zu. Außerdem fehlen ihr ihre Mitschüler. Gerade in den Pausen falle es ihr schwer, auf andere Gedanken zu kommen.


Theresa Hollmann, die Schülersprecherin der Burgthanner Mittelschule.2021/02/Burgthann-Distanzunterricht-theresa-hollmann.jpeg

„Wir sollten alle vernünftig sein“

Auf ihre Abschlussprüfungen im Juli möchte sich Theresa dann auch lieber im Klassen- als im Kinderzimmer vorbereiten: „Ich will gut vorbereitet sein und in der Schule kann der Lehrer neue Themen natürlich besser erklären“, sagt die 16-Jährige. Für die nächsten Wochen hat sie deshalb einen Wunsch an ihre Mitmenschen: Alle sollten die Corona-Pandemie weiter ernst nehmen und zu Hause bleiben. „Klar ist das für jeden schwer. Wir sollten aber alle vernünftig sein.“ Im Herbst beginnt Theresa eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. Dann, so hofft sie, ganz ohne Distanzunterricht.

Von Antonia Kourtides

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