Umfrage zeigt

Jugendliche im Nürnberger Land konsumieren immer früher Alkohol

Alkohol und Nikotinprodukte bleiben die wichtigsten Suchtmittel in der Jugendphase. Das zeigt eine Umfrage im Nürnberger Land.
Alkohol und Nikotinprodukte bleiben die wichtigsten Suchtmittel in der Jugendphase. Das zeigt eine Umfrage im Nürnberger Land. | Foto: Landratsamt Nürnberger Land2026/04/Zigaretten_Alkohol_Cannabis-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Alkohol und Nikotinprodukte bleiben die wichtigsten Suchtmittel in der Jugendphase – oft mit erstaunlich frühem Einstieg. Das zeigt eine landkreisweite Online-Befragung des Sachgebiets Gesundheitsförderung des Staatlichen Gesundheitsamt Nürnberger Land.

Die anonyme Befragung wurde im vergangenen Oktober und November an Schulen im gesamten Landkreis durchgeführt. 1.095 Jugendliche ab 12 Jahren nahmen daran teil. Ziel des neu entwickelten Monitoring-Instruments ist es, Konsumtrends frühzeitig zu erkennen und Präventionsangebote künftig noch gezielter auszurichten.

Die Ergebnisse zeigen: Alkohol ist weiterhin die am weitesten verbreitete Substanz unter Jugendlichen. 64 Prozent der Befragten haben bereits Alkohol konsumiert, rund ein Drittel davon regelmäßig. Besonders auffällig ist der frühe Einstieg. 21 Prozent der Jugendlichen berichten von einem ersten Alkoholkonsum bereits vor dem 12. Lebensjahr. Auch Nikotinprodukte – insbesondere E-Zigaretten und Vapes – spielen eine große Rolle. 39 Prozent der Jugendlichen haben bereits Nikotin konsumiert, fast die Hälfte davon regelmäßig. Die große Mehrheit beginnt zwischen 12 und 16 Jahren. Beim Cannabiskonsum liegt die Quote bei 14 Prozent. Der Einstieg erfolgt ebenfalls überwiegend im Alter zwischen 12 und 16 Jahren.

17- bis 19-Jährigen konsumieren am intensivsten

Die intensivsten Konsummuster finden sich bei den 17- bis 19-Jährigen. Beim Alkoholkonsum gibt es zudem klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Jungen konsumieren häufiger und intensiver als Mädchen. Die Analyse zeigt außerdem: 61 Prozent berichten über eine niedrige Schulmotivation. Diese steht statistisch in einem deutlichen Zusammenhang mit riskanterem Konsumverhalten.

„Alkohol und Nikotin sind weiterhin die zentralen Substanzen der Jugendphase und sie tauchen im Alltag vieler Jugendlicher früher auf, als viele Erwachsene vermuten“, erklärt Simon Spindler, Suchtpräventionsbeauftragter des Gesundheitsamtes und Leiter des Befragungsprojektes. „Für uns ist besonders wichtig zu verstehen, warum Jugendliche konsumieren. Häufig geht es um Stress, negative Gefühle oder darum, einfach dazuzugehören und Spaß zu haben. Wir müssen Prävention deshalb noch stärker dort ansetzen, wo Jugendliche wirklich stehen.“

Die Suchtpräventionsstelle im Gesundheitsamt will die Ergebnisse nun nutzen, um bestehende Angebote weiterzuentwickeln. Geplant sind mehr Informationsangebote für Eltern und Lehrkräfte sowie eine stärkere Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung von Präventionsprojekten. Ergänzend dazu werden bereits regelmäßig Workshops zur Suchtprävention an Schulen im Landkreis durchgeführt. Das Monitoring soll alle 3 Jahre wiederholt werden, um Entwicklungen beobachten und Maßnahmen gezielt anpassen zu können.

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