Denkmaljahr

Führung zu zwei Schwaiger Denkmälern

Eine Station der Führung war der ehemalige „Kirchenraum“ im Schwaiger Schloss.
Eine Station der Führung war der ehemalige „Kirchenraum“ im Schwaiger Schloss. | Foto: E. Herbolzheimer2026/05/09210aba6d3e31dccf5237b7112de771a65c5b9d_max1024x.jpg

SCHWAIG – Der Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf hat sich im Denkmaljahr 2026 am Rahmenprogramm zur Ausstellung im Industriemuseum in Lauf beteiligt, und zwar mit einer Führung im Schlossbereich Schwaig und an der ehemaligen Talburg in Malmsbach – beides sind denkmalgeschützte Objekte am historischen Rundweg.

34 Jahre sind vergangen, seit im September 1992 nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit, Sanierung und Neugestaltung das Schlossareal Schwaig der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. „Es ist ein gelungenes Beispiel für die Umnutzung eines denkmalgeschützten Ensembles zum kulturellen Mittelpunkt“, heißt es vom Verein. Hier werden Ehen geschlossen, Konzerte aufgeführt, Bücher und andere Medien ausgeliehen, Volkshochschulkurse abgehalten und Feste gefeiert.

Der zweite Vorsitzende des Geschichts- und Kulturkreises, Karl Briemle, ließ bei der Führung die 666-jährige Geschichte des Schlosses in Wort und Bild Revue passieren. Es ging aus einem erdgeschossigen einfachen Bauernhaus hervor. Die Besitzer des Gutes waren Bauern, die Felder und Wiesen bewirtschaften und das kaiserliche Privileg besaßen, als „Zeidler“ Honig und Wachs im Reichswald ernten zu dürfen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Zeidelgut um je ein Stockwerk erhöht. Man sprach 1590 erstmals von einem Herrenhaus. Ende des 18. Jahrhunderts erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselten häufig die Besitzer: Mal waren Nürnberger Bürger, mal Patrizier (Ebner, Gugel, Waldstromer) Herren in Schwaig. Anfang des 19. Jahrhunderts ließen die Waldstromer das Zeidelgut in sieben Teile aufteilen und verkauften sechs davon, das Schloss mit dem Gartenhaus behielten sie. Ende des Jahrhunderts wurde hier Schnaps gebrannt und Likör hergestellt.

1952 schließlich erwarb die evangelische Kirche das Schloss für die neugegründete Kirchengemeinde Schwaig und nutzte es 19 Jahre lang als Gottesdienstraum und Wohnung für Pfarrer und Mesner. Seit 1971 ist die politische Gemeinde Eigentümerin.

Die Talburg Malmsbach wurde erstmals 1323 in einer Kaufurkunde genannt. Zu Beginn des Ersten Markgrafenkrieges (1449) wurde die Burg – damals markgräflicher Besitz – von Nürnberger Soldaten teilweise zerstört und danach vom Ratsherrn Ludwig Pfinzing wieder aufgebaut. Was man von der ehemaligen Burganlage heute noch sieht, ist der gemauerte Ringgraben, das innere Tor und die Behausungen auf dem inneren Mauerring. Was fehlt, sind das äußere Tor, die Burgkapelle und die eigentliche Burg im Zentrum.

Ähnlich wie beim Schwaiger Schloss ließ der letzte Besitzer, Johann von Grundherr, die Burganlage parzellieren und ab 1833 einzeln verkaufen. Schloss, Kapelle und äußeres Tor wurden auf Abbruch verkauft. Die Mauersteine kamen nach Röthenbach, wo sie zur Erweiterung der Papiermühle verbaut wurden. Die Nebengebäude fanden einzelne Käufer und sind noch heute bewohnt. Für die Renovierung des inneren Torhauses erhielten die Besitzer 1987 eine Auszeichnung.

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