Feuerwehren im Landkreis waren gefordert

Freude und Ärger über Schnee

In der Oberen Bergstraße in Rückersdorf drohte dieser Baum auf die Fahrbahn zu stürzen und musste deshalb von der Feuerwehr beseitigt werden.
In der Oberen Bergstraße in Rückersdorf drohte dieser Baum auf die Fahrbahn zu stürzen und musste deshalb von der Feuerwehr beseitigt werden. | Foto: Richartz2020/02/winter-schnee-baum-ruck-richartz-scaled.jpg

LAUF – Traumhafte Winterlandschaften auf der einen Seite, massive Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume und schneebedeckte Fahrbahnen auf der anderen. Der späte Wintereinbruch am Donnerstagabend sorgte auch im PZ-Land für die ersten Schneebilder der Saison und den ersten echten und lang andauernden Einsatz des Winterdienstes. Und in der Nacht zum Freitag vor allem auch der Feuerwehren, die viele Stunden unterwegs waren, um Bäume abzusägen, die unter der Schneelast zusammzubrechen drohten, oder schon auf der Straße oder den Schienen lagen.

Im ganzen Nürnberger Land verzeichnete die Feuerwehr bis zum Freitagvormittag rund 125 schneebedingte Einsätze. In Lauf registrierte man zwölf, in Röthenbach zwei, in Rückersdorf drei, in Schwaig acht, in Neunkirchen vier und in Schnaittach offizielle zwei Einsätze.

Schwerpunkt war der Landkreisosten

Im Bereich Hersbruck oder Altdorf (alleine in diesem Bereich ereigneten sich fünf Verkehrsunfälle) waren dabei also wesentlich mehr Einsatzstellen zu verzeichnen als im Altlandkreis Lauf, wo die Polizei nur ganz wenige Unfälle zählte. Schwerpunkt im PZ-Gebiet war vermutlich die Kreisstraße LAU 14 zwischen der Eschenauer Straße in Lauf und Günthersbühl, die in der Nacht zum Freitag aufgrund zahlreicher hängender Bäume zeitweise komplett für den Verkehr gesperrt werden musste.

Auch im Raum Eckental/Heroldsberg im Erlangener Land sorgte der Schnee für viele Behinderungen und Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Insgesamt ereigneten sich im Zuständigkeitsbereich der Polizei Erlangen-Land zehn Verkehrsunfälle. Meist blieb es beim Blechschaden. Eine Person musste leicht verletzt in die Klinik eingeliefert werden.

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Kurzzeitig musste die Bundesstraße 2 auf Höhe von Heroldsberg gesperrt werden. Dort war ein Baum auf einen Pkw gestürzt. Der Fahrer blieb dabei unverletzt. Für einen 41-jährigen Kalchreuther ging es nicht so glimpflich aus: Auf der Ortsverbindung zwischen Kalchreuth und Nürnberg-Neunhof stürzte ein Baum vor seinen Pkw, sodass er nicht mehr ausweichen konnte. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus.

Auf der B2, kurz vor Heroldsberg-Nord, übersah ein 41-jähriger Fahrer eines Klein-Lkw einen quer auf der Fahrbahn liegenden Baum und fuhr darüber. Am Lkw wurde die Ölwanne abgerissen. Die Ortsverbindungsstraße von Kalchreuth nach Buchenbühl musste am Freitag bis zum späten Vormittag vollkommen gesperrt werden, da mehrere Bäume durch die Schneelast abzubrechen drohten.

Wer nicht Auto fahren muss oder bei der Feuerwehr ist, kann die Winterlandschaft bestaunen, wie hier in Haimendorf. | Foto: Sichelstiel2020/02/winter-schnee-haimendorf-schafe-as.jpg

Zu einem kleinen Verkehrschaos führten die Schneefälle auch auf der A9 Richtung Bayreuth, nördlich des Hienbergs. Immer wieder blieben vor allem Lastwagen und Sattelzüge an den schneeglatten Steigungen des Sophienbergs, des Spänflecker Bergs, in der Bronner Senke und bei Hormersdorf hängen, stellten sich quer, rutschten weg und blockierten die Autobahn.

Die Räum- und Streudienste der Autobahnmeistereien mussten die betroffenen Autobahnen abschnittsweise, teilweise mit Absicherung der Verkehrspolizei, räumen. Erst gegen Mitternacht war die A 9 in beiden Richtungen wieder befahrbar. Bei allen Unfällen blieb es zum Glück bei Blechschäden.

Schnee unterbricht Zugverkehr

Probleme bereitete der schwere Neuschnee auch der Bahn. So war die Linie Nürnberg Gräfenberg am Freitagvormittag nicht mehr befahrbar und auch auf der S-Bahnstrecke links der Pegnitz kamen die Züge nur bis Hersbruck, nicht aber mehr bis Hartmannshof voran.

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Stromausfälle in mehreren Orten

Und schließlich fiel auch im Nürnberger Land in der Nacht zum Freitag der Strom in einzelnen Orten aus, weil der Schnee Bäume auf Oberleitungen gedrückt oder sie zerstört hatte. Betroffen waren hier unter anderem Happurg, Feucht und Kleingeschaidt, wie die N-Ergie meldete.

Zum ersten Mal in diesem Winter mussten auch Hausbesitzer und private Winterdienste zur Räumschaufel und zum Besen greifen, um Gehwege vom Schnee zu befreien. Was auf Grund des nassen Pappschnees oft gar nicht so einfach war. Und auch die Autofahrer, die Laternenparker, sah man am Freitagmorgen erstmals mit den Schneebesen im Einsatz, nachdem bislang vor allem Eiskratzer benötigt worden waren.

Schlittenfahrer und Langläufer

Die andere Seite des späten Schneefalls sind die schönen Landschaftsbilder und ersten Wintersportmöglichkeiten der Saison im heimisch Bereich. Schon heute Vormittag waren Kinder (es sind ja schließlich noch Ferien) in Schnaittach am Rothenberg oder in Lauf am Kunigundenberg mit Schlitten und Bobs zu erleben. Und tatsächlich drehten auch schon die ersten Langläufer auf der Hochebene von Enzenreuth auf noch ungespurten Wegen ihre Runden.

Und noch eine schöne Seite hatte der Pappschnee: Überall bauten große und kleine „Kinder“ lustige Schneemänner. Die, so sagt der Wetterbericht, das Wochenende allerdings nicht überstehen werden.

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