HARTENSTEIN – In der Kulturhalle Hartenstein hat vor vollem Haus die Freie Wähler-Abschlussveranstaltung mit Weißwurstfrühstück und zünftiger Musik durch das Oberpfälzer Krainer Quartett Merlin stattgefunden. Fraktionsvorsitzender Dominik Gentsch begrüßte als Gastredner Landredner Armin Kroder und Robert Ilg, den Kreistagsfraktionssprecher und Bürgermeister der Stadt Hersbruck. Bevor sich das Freie Wähler-Team vorstellte, erläuterte Bürgermeisterkandidatin Xenia Küster die Ziele für die Gemeinde Hartenstein.
„Wir Freien Wähler stehen für sachorientierte Lösungen, klare Haltung und echte Bürgernähe. Statt Bürgersprechstunden gäbe es bei mir als Bürgermeisterin eine offene Tür im Rathaus und mein offenes Ohr für Ihre Anliegen und Sorgen“, so Küster und weiter: „Wir wollen alle Bürger stärker in politische Entscheidungen einbeziehen. Deswegen liegt es mir besonders am Herzen, künftig einen Kinder- und Jugendbeirat zu installieren. Denn das demokratische Grundverständnis vermittelt man nicht über Social Media oder gar KI-generierte Beiträge, sondern durch aktive Teilnahme.“
„Hartenstein braucht eine Politik der Vernunft“
Unfrieden wolle sie und ihr Gemeinderatsteam entgegenwirken. „Hartenstein braucht eine Politik der Vernunft“, sagte Küster. Unterschiedliche Meinungen seien dabei wichtig für unsere Demokratie. „Als Teamplayerin und nicht als Solistin möchte ich das Amt als Bürgermeisterin wahrnehmen“, betonte sie. Hinsichtlich der finanziellen Lage der Gemeinde plädiere sie für Weitblick. „Ein mehrere Millionen teurer Bauhofneubau, wie jetzt geplant, ist so nicht zu stemmen“, sagte Küster.
Gemeinderatskandidat und Diplom-Finanzwirt Georg Steger junior ergänzte: „Eine Kommune bezieht ihre Einnahmen aus der gut berechenbaren Grundsteuer und den nicht genau vorhersehbaren Gewerbe-, Umsatz- und Einkommenssteueranteilen. Nach allen Abgaben, wie etwa der Kreisumlage, bleiben unserer Kommune gerade einmal ein Drittel zur eigenen Verwendung übrig. Das bedeutet eine Priorisierung unserer kommunalen Aufgaben: erst die Pflicht und dann die Kür.“
Kreisumlage und Bahnstrecke im Pegnitztal
Landrat Kroder nahm das Thema Kreisumlage auf und erklärte, dass das Nürnberger Land im Bezirk Mittelfranken voraussichtlich die niedrigste Kreisumlage erheben wird, um den Kommunen finanziellen Spielraum zu lassen. Auch zum Thema Eisenbahnstrecke durch das Pegnitztal, der Franken-Sachsen-Magistrale, nahm er Stellung: „Wir werden alles dafür tun, dass ab Mitte 2026 die Züge wieder rollen und ab Mitte der 2030er Jahre die Elektrifizierung samt S-Bahn umgesetzt sein wird.“
Robert Ilg zeigte sich von der Veranstaltung beeindruckt: „Die überwältigende Teilnahme von über 150 einheimischen Personen nötigt mir einen gewaltigen Respekt ab. Das zeigt, dass in Hartenstein die Bürgerinnen und Bürger wirklich Interesse haben, wer sie in der nächsten Wahlperiode verantwortungsbewusst vertreten soll.“
