Schulstart im Landkreis

Eklatanter Lehrermangel: So ist die Situation an Grund- und Mittelschulen

8973 Schülerinnen und Schüler und viel zu wenig Lehrer – das ist die Bilanz für das Schuljahr, das am Dienstag im Landkreis startet. | Foto: contrastwerkstatt/stock.adobe.com2017/09/8385141.jpg

NÜRNBERGER LAND – Am Dienstag ist es wieder so weit: Nach sechs Wochen Sommerferien geht auch im Nürnberger Land die Schule wieder los. Fest steht schon jetzt: An Grund- und Mittelschulen gibt es mehr Schüler, aber kaum ausreichend Lehrer.

8.973 Grund- und Mittelschüler werden am morgigen Dienstag im Landkreis wieder die Schulbank drücken. Das geht aus den Zahlen hervor, die das Staatliche Schulamt Nürnberger Land veröffentlicht hat. Insgesamt werden damit heuer 3,53 Prozent mehr Schüler unterrichtet als im Jahr zuvor. Im Bereich der Mittelschule haben vor allem die M-Klassen Zulauf erhalten.

Auch gestiegen ist die Zahl der Schulanfänger: Mit 1.690 ABC-Schützen erleben morgen sogar 6,56 Prozent mehr Kinder ihren ersten Schultag als im Schuljahr 2021/22.

Pflichtunterricht gesichert

Dem gegenüber steht allerdings ein „eklatanter Lehrermangel“, so das Schulamt. Der Pflichtunterricht sei zwar gesichert, heißt es in der Pressemeldung, Sonderbudgets werde es aber vorerst nicht geben. Das bedeutet im Klartext: Alles, was auf dem klassischen Stundenplan steht, wird im Landkreis unterrichtet. Für weitere Zusatzangebote, wie Deutsch als Fremdsprache, inklusive Projekte, oder der Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen fehlt aktuell aber Personal.

Auch kann die maximale Zahl von 28 Schülern pro Klasse heuer in den Grundschulen auf bis zu 30 aufgestockt werden. Das teilt das Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit.

Mehr Unterrichtsstunden pro Lehrer

Laut Schulamt unterscheidet sich die Stundenzuweisung in diesem Schuljahr stark von den Vorjahren. Da ein großer Teil der Versorgung heuer von Arbeitsverträgen abhängt, die man aktuell noch abzuschließen versucht und auch von Lehrern, die sich bereit erklären, ihre Stundenzahl aufzustocken.

Hinzu kommt, dass Lehrer, die sich auf einer zweiten Qualifikationsebene für Grund- und Mittelschulen ausbilden haben lassen, wieder zu ihren ursprünglichen Schularten zurückgewechselt seien, so das Schulamt. „Dies bedeutet, dass alle Grundschulen am ersten Schultag ein beachtliches Versorgungsdefizit verzeichnen müssen„, so das Schulamt weiter.

Fehlende Lehrer im Fach Werken und Gestalten

Vor allem fehlten Schulamtsbezirk Fachlehrkräfte mit dem Ausbildungsschwerpunkt Ernährung und Gestaltung. Aus diesem Grund muss an vielen Standorten der Werken und Gestalten-Unterricht (WG) an Grundschulen von Lehrerkollegen übernommen werden. An den Mittelschulen soll dafür externes Personal akquiriert werden.

„Neben dem aktuellen, eklatanten Lehrermangel stehen alle Grund- und Mittelschulen vor großen Herausforderungen, um einerseits die Defizite aus der Corona-Pandemie aufzuarbeiten und andererseits den ukrainischen Flüchtlingskindern ein angemessenes schulisches Angebot zu unterbreiten“, so das Schulamt abschließend.

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Insgesamt fehlen im Nürnberger Land an Grund- und Mittelschulen 1000 Lehrerstunden. Was Joachim Schnabel, der Leiter des Schulamts im Landkreis, dazu sagt, mehr zu Brückenklassen und arbeitenden Pensionisten lesen Sie hier auf NN.de im Premiumbereich.

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