Basketball

TV Hersbruck hat Bayernliga abgehakt

Einer der Korbjäger, die von der zusätzlichen Einsatzzeit profitieren dürften: das sprunggewaltige TV-Eigengewächs Alex Schug. | Foto: Porta2020/03/DSC-3251-1.jpg

HERSBRUCK – Nach dem derbe geplatzten Traum vom Aufstieg in die Bayernliga hat Roland Weber, Coach und Abteilungsleiter Basketball beim TV Hersbruck, die „Resettaste“ gedrückt: Sein Augenmerk gilt fortan vor allem der zweiten Mannschaft, der Jugend und dem Frauenteam.

Wie berichtet, haben die „Grizzlies“ ihre letzte Titelchance im direkten Duell mit dem designierten Meister TS Herzogenaurach II nach einer vor allem in der Schlussphase indiskutablen Leistung fahrlässig vergeben. Nach der 84:86-Niederlage, bei der die TV-Korbjäger in den letzten Minuten eine 11-Punkte-Führung und damit die letzte Chance auf die zum Aufstieg berechtigende Meisterschaft verspielten, kündigte direkt im Anschluss ein zutiefst enttäuschter Coach Roland Weber „Konsequenzen“ und möglicherweise seinen Abschied an.

„So nah dran wie nie“

Letzterer ist zwar vom Tisch, allerdings machte er seinen Spielern unmissverständlich klar, dass er in den verbleibenden drei Partien verstärkt Spieler aus der „Zweiten“ und der U 16 aufs Parkett schicken wird – die Stammkräfte dafür statt der gewohnten 30 oder 35 Einsatzminuten nur noch 10 oder 15 bekämen. „Der Aufstieg war heuer so nah wie nie, jetzt ist die Chance weg. Deshalb geht es nun darum, dass unsere Jungen und wenig eingesetzten Akteure Spielerfahrung sammeln“, sagte er der HZ auf Nachfrage.

Die klare Ansage hätten einige seiner Stammspieler möglicherweise „in den falschen Hals bekommen“, räumt Weber ein. Dazu sei noch ein Missverständnis hinsichtlich des genauen Termins für das Rückspiel in Herzogenaurach gekommen. Fakt jedenfalls ist: Neben ihm selbst seien nur vier Akteure dort aufgetaucht – das Spiel wurde kurzerhand abgesagt und mit 20:0 für die TS gewertet.

Niemanden rausgeworfen

Fakt sei auch: „Ich habe bis dato keinen einzigen Spieler rausgeworfen“, dementiert Weber anderslautende Meldungen. Einzig Alex Eichler habe um Spielfreigabe gebeten und sie bekommen. Alexej Bondar ziehe sich aus beruflichen Gründen und wegen seines Umzugs nach Dresden zurück.

Ab sofort liegt Roland Webers ganzer Fokus auf der zweiten Mannschaft, der U 16 und den Basketballfrauen, das von ihm seit längerer Zeit mit viel Leidenschaft und Einsatz verfolgte Ziel „Aufstieg in die Bayernliga“ sei abgehakt. Korbjäger aus dem zweiten Glied und dem Nachwuchs will er mit den Einsätzen in der Bezirksoberliga an das höhere Leistungsniveau heranführen. „Absteigen können wir ja nicht mehr und ob wir am Ende Zweiter oder Dritter sind, spielt keine Rolle.“

Mittelfristig will er die BOL halten und die „Zweite“ von der Kreisliga in die Bezirksklasse führen. Und nebenbei auch noch den Damenbasketball in Hersbruck auf eine breitere Basis stellen. „Eventuell melden wir ja auch da bald mal eine zweite Mannschaft an“, sagt der Abteilungsleiter, „Anfragen gibt es jedenfalls genug.“

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta