1:1 in Ismaning

Feucht bleibt Landesligist

Frust beim SC Feucht über den knapp verpassten Aufstieg. | Foto: Meier2019/05/Trauer-bei-Feucht.jpg

ISMANING/FEUCHT – Es hat nicht sollen sein: Der 1. SC Feucht hat den Aufstieg in die Bayernliga am Samstag knapp verpasst. Nach der 1:2-Hinspielniederlage gegen den FC Ismaning reichte es im Rückspiel nur zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden. Feucht fehlte ein Tor zur Verlängerung gegen einen Bayernligisten, der wegen Platzverweisen schon drei Mann weniger auf dem Feld hatte. In einer Möglichen Verlängerung hätte Feucht sicher leichtes Spiel gehabt, doch dafür hätten die Zeidler einen 2:1-Sieg in regulärer Spielzeit erreichen müssen. Den Führungstreffer für den SC hatte Nico Wessner erzielt (36.), Angelo Hauk glich für die am Ende völlig platten Gastgeber (70.). Damit bleibt der FC Ismaning in der Bayernliga und Feucht muss in der nächsten Saison einen erneuten Anlauf aus der Landesliga nehmen.

Die Ausgangslage war klar: Feucht musste um den Aufstieg noch packen zu können mit zwei Toren Unterschied in Ismaning gewinnen. Bei allen Siegen mit einem Tor Vorsprung ab 3:2 wäre Feucht ebenfalls Bayernligist gewesen. Nur bei einem 2:1-Erfolg hätte der SC eine Verlängerung erzwungen. Dementsprechend motiviert gingen die Gäste die Partie auch an.

Kieferbruch

Vom Anpfiff war klar, dass sich beide Teams nichts schenken werden. Denn der körperliche Einsatz stand im Vordergrund. Regionalliga-Schiedsrichter Andreas Hummel hatte alle Hände voll zu tun. Am Ende hatte der Referee elfmal Gelb, zweimal Gelb-Rot und einmal Rot gezogen. Die Platzverweise, die alle berechtigt waren, trafen die Oberbayern. Die Partie wogte hin und her und beide Teams fighteten um jeden Meter Boden. Die erste Großchance bot sich den Platzherren, als Angelo Hauk frei vor Andreas Sponsel auftauchte, den Ball aber aus 14 Metern an den Pfosten setzte (35.).

Da schien alles nach Plan zu laufen: Nico Wessner schiebt zum 1:0 ein. Foto: Meier2019/05/Drin-isser-zum-1.0-fuer-Feucht-Wessner-verdeckt-mit-Tw-Fritz-und-Spielbuehler-31.jpg

Fast im Gegenzug die Führung für Feucht. Nico Wessner erhielt den Ball in den Lauf gespielt, konnte aber nicht gleich abziehen. Vielmehr setzte er sich gegen zwei Gegenspieler und Torhüter Sebastian Fritz durch, und schoss dann ein (36.). In der Folge musste Ismaning noch vor der Pause zweimal verletzungsbedingt wechseln. Der erste Wechsel von Anton Siedlitzki hatte einen Zweikampf mit Stephan König zur Folge. Bei einem Zusammenprall brach sich der Ismaninger den Kiefer.

Auch der zweite Durchgang verlor nichts an Intensität. Auf Zuspiel von Fabian Klose hatte Felix Spielbühler die Chance auf das 2:0, doch sein Schuss wurde abgeblockt (54.). Feucht ließ nicht locker und rannte an. Allerdings verlor Michael Eckert am gegnerischen Strafraum den Ball, den Ismaning schnell in die Spitze zu Hauk spielte, der sein Solo fulminant mit einem Schuss links hoch im Netz zum 1:1 unterbringen konnte (70.).

Kein Elfmeter

Damit war noch nichts kaputt, denn der SC benötigte weiterhin nur einen Treffer um die Verlängerung zu erzwingen. Kurz nach dem Ausgleich zog der Unparteiische zum ersten Mal Gelb-Rot gegen Hugo Lopes (74.). Nun erhöhte die Schlicker-Elf den Druck. Wessner wurde bei der Ballannahme unfair vom Ball getrennt, da hätte es Elfmeter geben müssen, aber der Pfiff blieb aus (83.). Torschütze Hauk schoss dann nach einem Freistoßpfiff den Ball weg, hatte schon Gelb und musste nun ebenfalls vom Platz (88.). Ismaning versuchte nun nur noch das Spiel zu zerstören, konnte bei einem der seltenen Konter durch Manuel Ring aber nur das Lattenkreuz treffen (90.).

Die erste Halbzeit hatte schon fünf Minuten Nachspielzeit gebracht, in der zweiten Hälfte gab es auch fünf Minuten oben drauf, aus denen aber acht Minuten wurden, weil der FCI immer wieder die Partie unterbrach um Zeit zu schinden. So gab es nach einem rüden Foul an Salim Ahmed noch die rote Karte gegen Taiki Fujita (90. + 7). Aber der Spielfluss war längst dahin und damit hatte Ismaning das erreicht, was sie wollten. Alles Aufbäumen half nicht mehr, nach insgesamt 103 (!) Minuten ertönte der Abpfiff und die Spieler beide Teams sanken erschöpft auf den Rasen.

Damit stand fest, dass der 1. SC Feucht als einziger der fünf Landesliga-Vizemeister den Aufstieg verpasst hat. Feucht war in Ismaning das aktivere und bessere Team, aber die Oberbayern brachten den knappen Gesamtvorsprung von 3:2 mit Hängen und Würgen über die Runden, bliebt damit Bayernligist. Der 1. SC Feucht konnte eine tolle Saison nicht krönen, wird aber 2019/20 einen neuen Anlauf auf den Aufstieg in die fünfte Liga nehmen.

Stimmen zum Spiel:

Florian Schlicker (Trainer 1. SC Feucht): „Da war heute definitiv mehr drin für uns. Leider haben wir es nicht geschafft die Überzahl auszunutzen. Bei den entscheidenden Abspielen haben wir zu oft die falsche Entscheidung getroffen. Wir hätten ja nur das zweite Tor gebraucht. Dann, da bin ich mir sicher, hätten wir hier gewonnen und wären aufgestiegen. Es ist sehr schade, dass uns das nicht gelungen ist. Dennoch, das dürfen wir jetzt bei aller Enttäuschung nicht vergessen, haben wir eine ganz tolle Saison gespielt und stolze 80 Punkte geholt.“

Mijo Stijepic (Trainer FC Ismaning): „Ich bin noch ein junger Trainer, aber ich habe an meiner ersten Station gleich die Hölle durchgemacht. Bei sechs Punkten Rückstand habe ich die Mannschaft übernommen. Zwischendurch hatten wir fünf Punkte Vorsprung auf die Relegationsplätze und dann haben wir die letzten drei Spiele verloren. Die Relegation hat uns dann noch einmal alles abverlangt. Es war ein sehr intensives und kampfbetontes Spiel. Personell waren wir am Krückstock, daher bin ich jetzt einfach nur noch froh, dass wir die Bayernliga gehalten haben.“  

FC Ismaning: Sebastian Fritz – Markus Neuber, Clemens Kubina, David Tomasevic, Anton Siedlitzki (37. Manuel Ring), Bastian Fischer, Tobias Killer (41. Suhal Moradi) (90. Taiki Fujita), Daniel Weber, Maximilian Siebald, Hugo Lopes, Angelo Hauk – Trainer: Mijo Stijepic.

1. SC Feucht: Andreas Sponsel – Tobias Lehr-Kramer (74. Salim Ahmed), Julian Schäf, Bastian Leikam (86. Fatih Boynügrioglu), Junior Betsi Mbetssi, Felix Spielbühler, Nicolae Oltean (78. Yasar Kaya), Fabian Klose, Michael Eckert, Stephan König, Nico Wessner – Trainer: Florian Schlicker.

Schiedsrichter: Andreas Hummel (Betzigau)
Zuschauer: 450.
Tore: 0:1 Nico Wessner (36.), 1:1 Angelo Hauk (70.).
Gelb-Rot: Hugo Lopes (74./FC Ismaning/wiederholtes Foulspiel).
Gelb-Rot: Angelo Hauk (88./FC Ismaning/Foulspiel und Unsportlichkeit).
Rot: Taiki Fujita (90. + 7/FC Ismaning/grobes Foulspiel).

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