Start in die Zweite Bundesliga

Ein-Satz-Zeichen

Die Löwinnen, hier Juliane Kind (links) und Senta Fößel, werden sich strecken müssen, wenn sie in der Zweiten Liga bestehen wollen. Dass sie das können, haben sie im Saarland einen Satz lang bewiesen. | Foto: Andreas Schlichter2020/09/Altdorf-Volleyball-TVA-Holz-scaled.jpg

ALTDORF – Ohne Nawrat, Janetzke und Prügel verliert der TV Altdorf in Saarbrücken zwar
mit 1:3, enttäuscht jedoch nicht bei seiner Zweitligapremiere vor leeren Rängen.

Saarländisches Fernsehen, RTL und der Livestreamsender Sporttotal: Es waren mehr Fernsehleute beim ersten Zweitligaspiel der Altdorferinnen als Zuschauer. Die Prowin Volleys des TV Holz verzichteten nämlich aus Sicherheitsgründen auf ihre Fans. Diese haben deshalb eine Begegnung verpasst, die teilweise auf akzeptablem Zweitliganiveau verweilte, aber auch zwei Teams zeigte, die in vielen Bereichen noch einen Trainingsrückstand haben.

Einige Schritte ist der TV Holz dem Neuling dennoch voraus. Jedenfalls hat er eine Mannschaft mit mehr Erfahrung und nun zwei Siege auf dem Konto. „Insgesamt waren wir besser, Altdorf hat noch zu wenig Tempo. Ein wichtiger Sieg für uns nach der schwierigen Vorbereitung“, fasste Henner Brockmeier, Trainer des TV Holz, die Zweitligapartie aus seiner Sicht zusammen.

Der TVA reiste mit elf Spielerinnen an, Nadja Nawrat meldete sich krank, Naomi Janetzke und Christine Prügel fahren vereinbarungsgemäß nicht zu Auswärtsspielen. Aber alle Akteurinnen, das sei gleich bemerkt, haben ihre Bundesligatauglichkeit bewiesen. Ohne Lampenfieber lieferte Alina Hösch zu Beginn zwei fulminante Angriffe ab, Senta Fößel blockte zuverlässig und Clara Fischer überraschte mit beherzten Aktionen.

Auch Katharina Schön platzierte zwei schöne Kracher im gegnerischen Feld. Aber die stark abwehrenden Gastgeberinnen erschmetterten sich nach und nach wegen einiger Eigenfehler der Altdorferinnen Punkt für Punkt einen Vorsprung im ersten Durchgang, der letztlich mühelos zu verwalten war.

Satz 2 gehört den Löwinnen

Trainer Milan Dörnhöfer änderte zunächst die Zusammensetzung seines Teams nicht und sah seine Mannschaft besser harmonieren. Zuspielerin Tina Kosikowski merkte man die lange Pause nicht an, sie verteilte klug die Bälle, die Libera Lisa Saß sauber nach vorne brachte. Mitte des zweiten Satzes übernahm Altdorf das Kommando und agierte wie eine reife Zweitligamannschaft, nicht nur mit Kampf, sondern auch mit Köpfchen. Beim 25:19 war zu sehen, welche Entfaltungsmöglichkeiten in dieser Mannschaft stecken. „Im zweiten Satz haben wir das Niveau der Zweiten Bundesliga erreicht“, meint auch TVA-Kapitänin Katharina Schön, „es fehlen uns noch die Coolness und das Vermeiden von Hektik in bestimmten Situationen“.

In den nächsten beiden Sätzen hechelte man denn auch gleich wieder einem Rückstand hinterher. Drei vergebene Bälle nacheinander sind auf diesem Niveau nicht leicht zu egalisieren, Unaufmerksamkeiten werden sofort bestraft – ein großer Unterschied zur 3. Liga. So folgte einem chaotischen dritten Satz, in dem Altdorf vier Aufschlagfehler hintereinander produzierte, ein vierter Satz, in dem Altdorf nach schnellem Rückstand einfach keinen Zugriff zum Spiel mehr bekam.

Trainer Milan Dörnhöfer ist mit dem ersten Auftritt seines Teams dennoch zufrieden: „Wir haben vieles im Team verändert, da kann noch nicht alles fehlerfrei sein. Im zweiten Satz haben wir unsere Leistung gebracht, das zählt erst mal, da können wir drauf aufbauen. Jedenfalls sind wir nicht abgeschossen worden, sondern haben zeitweise Zweitliganiveau erreicht, das gibt Mut für die nächsten zwei Spiele zu Hause. Da wollen wir uns das Leben nicht so schwer machen.“

Der Satzgewinn beim 1:3 (19:25, 25:19, 19:25, 17:25) bewahrt den TV Altdorf immerhin vor einem Platz am Tabellenende. Der TVA rangiert auf Platz 11 der Zweitligatabelle, nachdem manche Teams schon drei Spiele in der neuen Zweitligasaison absolviert haben.

Heimspiel am kommenden Sonntag

Für den TVA spielten: Astrid Fürg, Clara Fischer, Senta Fößel, Juliane Kind (wurde zur wertvollsten Spielerin gewählt), Ellen Heimburger, Alina Hösch, Tina Kosikowski, Lisa Saß, Katharina Schön, Sandra Ullrich und Magda Zerelles.

Info: Am Sonntag, 4. Oktober, trifft der TVA zu Hause ab 16 Uhr auf Mitaufsteiger TG Bad Soden. Zuschauer werden in der Dreifachhalle in begrenzter Zahl Zugang haben. Ticketanfragen sind per E-Mail an [email protected] möglich.

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