Von der Landesliga in die Fußball-Bundesliga

Big business

Nach ihrer gemeinsamen Zeit in der Jugendabteilung des 1. FC Nürnberg trainieren Michael Kammermeyer (links) und Pellegrino Matarazzo ab sofort den Bundesligisten VfB Stuttgart. | Foto: Zink2020/07/SC-Feucht-Kammermeyer-und-Matarazzo.jpg

FEUCHT – SC-Abwehrchef Michael Kammermeyer wechselt überraschend in die Fußball-Bundesliga und übernimmt beim Aufsteiger VfB Stuttgart ab sofort den Posten des Analytikers.

Der 1. SC Feucht, aktuell mit zehn Punkten Vorsprung souveräner Tabellenführer in der Landesliga Nordost, verliert mit sofortiger Wirkung seinen erfahrensten Innenverteidiger. Michael Kammermeyer (34) wechselt nämlich zum Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart. Der 1,80-Meter große Abwehrmann wird dort als Co-Trainer mit der Aufgabe Analyse fungieren. Den Deal eingefädelt hat VfB-Aufstiegs-Trainer Pellegrino Matarazzo (42). Stuttgarts Chefanweiser und der Feuchter Abwehrrecke kennen sich aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Nürnberg, so kam der Wechsel zustande. Mit Oliver Bartlett (51) wird beim VfB im Performance- und Athletikbereich ein weiterer Co-Trainer installiert.

Der in Nürnberg geborene Kammermeyer ist erst im Sommer 2019 zum 1. SC Feucht gewechselt, war in 16 von 22 Spielen im Einsatz und erzielte beim 6:1-Erfolg gegen den SV Schwaig einen Treffer. Eigentlich wollte der Mittelfranke die Saison bei den Feuchtern noch zu Ende bringen: „Ziel war es, die Saison mit dem Bayernliga-Aufstieg abzuschließen. Doch Corona hat die Pläne durcheinander gebracht. In Feucht ist das ein ganz tolles Team mit ganz viel Charakter, in dem ich sehr gerne gespielt habe. Ich gehe davon aus, dass die Feuchter Mannschaft den Aufstieg in die Bayernliga auch ohne mich bewerkstelligen wird. Schade, ich wäre gerne bis zum Schluss dabei gewesen, ich hatte in Feucht eine sehr schöne Zeit. Aber so ist das nun mal im Fußball, da geht das manchmal alles sehr schnell. Ich kann ja dann nächstes Jahr in Feucht nochmal zur Aufstiegsfeier vorbeischauen“, verabschiedet sich Kammermeyer mit einem Grinsen.

Gemeinsame Vergangenheit

Der Kontakt zum VfB Stuttgart bestand schon seit längerer Zeit. Denn Trainer Pellegrino Matarazzo und Michael Kammermeyer kennen sich aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Nürnberg. In der Saison 2012/2013 trainierten die beiden die Nürnberger U17-Mannschaft, anschließend folgten drei gemeinsame Jahre als Übungsleiter der U19 der Clubberer. Danach war Kammermeyer eine Saison lang Cheftrainer bei der U17 des TSV 1860 München. In der Saison 2009/10 spielten beide gemeinsam in der zweiten Nürnberger Mannschaft in der Bayernliga, in der Folgesaison war Matarazzo dort Kammermeyers Trainer.

Ja, eine Verbindung besteht seit dieser Zeit. Wir haben vor ein paar Wochen schon einmal über das Thema VfB Stuttgart gesprochen. Dass es jetzt aber geklappt hat, kam für mich doch einigermaßen überraschend. Ich möchte mit meiner Arbeit einen Teil dazu beitragen, dass wir gemeinsam unsere Ziele erreichen”, sagt der A-Lizenz-Inhaber, der sich natürlich auf die neue Aufgabe freut: „Das wird sicher unheimlich spannend. Ich bin zuständig für die Analyse und zwar für die Gegner, aber auch für die eigene Mannschaft.“

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Damit muss der 1. SC Feucht die zwölf noch ausstehenden Punktspiele ohne seinen erfahrensten Innenverteidiger zu Ende bringen. Kammermeyer, der nach dem 1. FC Nürnberg noch beim ATSV Erlangen gespielt hat und mit diesem 2018 in die Bayernliga Nord aufgestiegen ist, wird eine Lücke hinterlassen. Feuchts Teammanager Manfred Kreuzer sagt dazu: „Es wird schwer, Michael adäquat zu ersetzen. Wir wollen versuchen, noch einen gestandenen Innenverteidiger zu holen. Der sollte dann unseren anderen Abwehrleuten die Sicherheit geben, die sie brauchen. Aber wir werden nichts übers Knie brechen, sondern in Ruhe den Markt sondieren. Sollte es mit einem Neuzugang für diese Position nichts werden, dann werden wir den Posten intern besetzen. Da werden sich schon Lösungen anbieten, wenngleich ich natürlich hoffe, dass wir einen erfahrenen Manndecker finden werden.” Dem scheidenden Kammermeyer wünscht Kreuzer alles Gute: „So eine Chance konnte sich Michael nicht entgehen lassen. Wir alle vom SC wünschen ihm dazu viel Erfolg.”

Keine Steine in den Weg gelegt

Kammermeyer freut sich und sagt: „Ich hatte in Feucht eine schöne Zeit und ich bedanke mich, dass mir der Verein keine Steine in den Weg gelegt hat.” Nun steht nach einer kurzen Eingewöhnungszeit beim Bundesliga-Aufsteiger erst einmal der Umzug von Nürnberg in die Schwabenmetropole an, bevor er am 18. September in die Saison 2020/21 im Fußball-Oberhaus startet.

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