Angeklagter erschien nicht vor Gericht

Haftbefehl gegen Schäfer

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HERSBRUCK/SCHWARZENBRUCK – Schäfer Frank Z. muss in Haft. Der Schwarzenbrucker sollte gestern vor dem Amtsgericht in Hersbruck wegen Vortäuschens von Straftaten in 28 Fällen erscheinen. Weil er nicht vor Gericht auftauchte, erließ Richter Andre Gläßl einen Haftbefehl.

Wie berichtet war Z. im vergangenen Jahr bundesweit in den Schlagzeilen, weil er davon berichtete, dass Unbekannte nachts Jagd auf seine Schafe machten, Tiere quälten, Weidezäune zerstörten und ihn mit anonymen Briefen bedrohten. Die Taten zeigte er bei der Altdorfer Polizei an, die dann auch umfangreich ermittelte.

Zeitweise brachte Z. Wildkameras in der Nähe seiner Schafherde an, um Beweise zu sichern, die er der Polizei vorlegen wollte. Dabei sollen sowohl Kameras als auch Speicherchips gestohlen worden sein. Ein Bürger aus der Nähe von Schwarzenbruck geriet in den Fokus der Ermittlungen, allerdings gab es keine schlüssigen Beweise gegen den Mann.

Anteilnahme auf Facebook

In den sozialen Netzwerken schlug der Fall hohe Wellen, nachdem Z. geschildert hatte, dass bei nächtlichen Hetzjagden etliche Lämmer verendet und Schafe zu Tode gestürzt waren. Außerdem berichtete er davon, dass Unbekannte Tiere stranguliert oder an den Hinterbeinen aufgehängt hatten. Hilfsangebote über Facebook lehnte Z. ab, ebenso den Rat, sich doch einen Schäferhund anzuschaffen.

Die Altdorfer Polizei muss nun den Haftbefehl vollstrecken. Das vorläufig ausgesetzte Verfahren wegen Vortäuschens von Straftaten wird anschließend neu terminiert. Z.s Anwalt, der Nürnberger Strafverteidiger Manfred Neder, versuchte unmittelbar nach der geplatzten Verhandlung seinen Mandanten zu erreichen.

Sollte Frank Z. von der Polizei verhaftet werden, dann müsste er bis zum nächsten Gerichtstermin in Haft bleiben. „Das kann im ungünstigsten Fall einige Wochen dauern“, erläuterte Neder im Gespräch mit dem Boten. Er werde seinem Mandanten raten, sich umgehend ins Auto zu setzen, nach Hersbruck zum Gericht zu fahren und das Gespräch mit Richter Gläßl zu suchen. Wenn er dann nachvollziehbare Gründe für sein Versäumnis anbringen kann, lässt sich möglicherweise eine Haft noch abwenden.

Zu Hause war der Schäfer gestern während der Mittagszeit nicht. Nachbarn berichteten, er sei bei seinen Schafen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten