Auf dem Weg zum Schlachter ausgebüxt

Ausgewachsener Stier im Vorgarten

Hier zwang das Betäubungsmittel den Stier schon in die Knie. | Foto: privat2017/07/8271527.jpg

ALFALTER/HOHENSTADT – Ein ausgewachsener Stier ist Freitagfrüh auf dem Weg zum Schlachter ausgebüxt. Über drei Stunden war er unterwegs, bis ihn ein Tierarzt in einem Hohenstädter Wohngebiet betäubte. Der Zugverkehr der Pegnitztalstrecke war die ganze Zeit über stark eingeschränkt.

Das imposante 700-Kilo-Tier mit den typischen kräftigen spitzen Hörnern war entkommen, als es gegen sechs Uhr früh verladen werden sollte. Der Bulle rannte erst westlich der Staatsstraße über Wiesen, dann über den Asphalt auf die andere Seite zielstrebig Richtung Hohenstadt. Der hinzu gerufene Tierarzt Dr. Rudolf Rost, Feuerwehrleute aus Hersbruck und Hohenstadt sowie die Polizei versuchten ihn einzugrenzen, was er aber nicht zuließ. Wichtig war es den Beteiligten, eine Hetze zu vermeiden.

Erst nach knapp vier Kilometern, in einem Hohenstädter Vorgarten „Am kalten Brunnen“, stoppte er und verharrte dort. Nachdem der Vierbeiner von einem ersten Betäubungspfeil aus einem Auto heraus getroffen war, wagte sich der Veterinär bis auf 15 Meter heran und traf ihn ein zweites Mal mittels eines Blasrohrs. Dr. Rost beschreibt dies als „Ausnahmesituation“, man wisse nicht, was ein derart in die Enge getriebenes Tier tue. Dieser Bulle sei alleine durch seine Masse gefährlich gewesen.

Nach einer Weile wirkte das Betäubungsmittel, der Stier ging in die Knie. Und schließlich hoben ihn immer acht Feuerwehrmänner hoch, von denen jeder fast 100 Kilo in der Hand hielt. 20 beteiligten sich insgesamt am Verladen in den Anhänger.

Dann ging es nicht in den Schlachthof, sondern zurück in den Stall nach Alfalter. Laut Tierarzt gibt es auch keine andere Möglichkeit, der Stier muss sich erst eine gewisse Zeit erholen. Die Polizei berichtet, dass sich bei der Verfolgung niemand verletzte und dass auch kein Sachschaden entstand.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz