Laufer Gastronomen machen bei Protestaktion „Gedeckter Tisch“ mit

Wirte sind das untätige Abwarten leid

Die Laufer Gastronomen würden gerne wieder Gäste bewirten – oder wenigstens mit gewissem Vorlauf wissen, wann sie das wieder dürfen. Landrat Armin Kroder (vorne links) und Bürgermeister Thomas Lang (vorne rechts) zeigen Verständnis für die Klagen der gebeutelten Branche. | Foto: Kirchmayer2021/03/Aktion-Gedeckter-Tisch-2-Lauf-Gastro-dehoga-kir.jpg

Lauf – Wann dürfen die Gaststätten wieder öffnen? Die meisten Menschen, die sich diese Frage stellen, wollen nur endlich wieder essen gehen. Für die Gastronomen hingegen geht es um das wirtschaftliche Überleben. In Lauf beteiligten sich am Montag mehrere bekannte Wirte an der bayernweiten Protestaktion „Gedeckter Tisch“ des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga.


In Lauf nahmen unter anderem Hans und Michael Fensel (Schloss Oeden­berg), Hans Lehner (Gasthof zur Post), Michael Wittmann (Waldgasthof am Letten), Marcus Spiridigliozzi (Südlich), Volker Birkel (Birkels), Thomas Heimerl (Einstein), Peter Oed (Weißes Lamm) und Tabea Strassner (Dorfcafé Simonshofen) an der Aktion teil.


Man hoffe auf mediale Aufmerksamkeit, um Druck auf die Politik aufzubauen, hatte Hans Lehner, Inhaber des Hotel-Gasthofs zur Post in Lauf, im Vorfeld im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung gesagt. Man müsse doch planen können in Richtung Ostern. Dehoga dränge auf Öffnungen der Gastronomie, sagt Lehner. Nur die Biergärten zu öffnen, sei keine Lösung, denn da sei man extrem vom Wetter abhängig.


Die Laufer Wirte hatten zur Protest­aktion Bürgermeister Thomas Lang und Landrat Armin Kroder eingeladen, die beide gekommen waren, um sich deren Sorgen anzuhören und sich solidarisch zu zeigen.

Kroder: Wirte brauchen Planungssicherheit


„Ich kann den Ärger wirklich nachvollziehen“, so Kroder, der seit Beginn des Lockdowns hin und wieder die Speisekarten für Essen zum Abholen von Gasthöfen auf seiner Facebook-Seite teilt. „Wirt zu sein ist schon ohne Corona eine echte Herausforderung“, durch die Pandemie herrschten „katastrophale Zustände“, fand der Landrat drastische Worte. Man müsse den Gastronomen für ihr Durchhaltevermögen danken. Sie bräuchten kräftige finanzielle Unterstützung und Planungssicherheit, also eine ordentliche Vorlaufzeit, um sich auf die Wiedereröffnung vorbereiten zu können.


Kroder forderte die Bundes- und Landespolitik dazu auf, bei der Pandemie-Bekämpfung nicht nur auf die Inzidenzen zu schauen, sondern auch auf die Impfquote und die sinkende Belastung des Gesundheitswesens. „Der gravierende Unterschied zum Jahr 2020 ist: Jetzt gibt es einen Impfstoff“, so Kroder.

Erst nur der Außenbereich?


Auch Thomas Lang betonte, wie wichtig ein Fahrplan für die Gastronomie wäre. Man könne jede schwierige Situation meistern, wenn man eine Idee davon habe, wie es weitergeht, wenn man das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels sehe. Er sei mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in Kontakt und setzte sich dafür ein, dass Restaurants zumindest im Außenbereich bald wieder öffnen dürfen.



Die Gastronomie präge das Bild von Lauf, nach dem Lockdown brauche man sie „mehr denn je“, so Lang. Die Stadt wolle die Branche so gut es geht unterstützen. Den am Oberen Marktplatz ansässigen Lokalen stellte Lang in Aussicht, dass sie wie im Sommer 2020 mehr Flächen für die Bewirtung zur Verfügung gestellt bekommen.


Wann die Gastronomie wieder öffnen könnte, dazu blieben Kroder und Lang vage. „Es bleibt noch ein paar Wochen schwierig“, so der Bürgermeister.

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