Spatenstich zur Winkelhaider Kläranlage

Operation am offenen Becken

Zum Spaten griffen (v.l.): Gemeinderat Erwin Reitzmann mit Enkel Finn, Bürgermeister Michael Schmidt, Klärwärter Mike Kasbeitzer, Ingenieur Michael Miller, Gemeinderat Fritz Heinicke, und Ingenieur Markus Siegert vom Bauunternehmen Mickan. | Foto: Magdalena Gray2019/11/Winkelhaid-Klaeranlage-Spatenstich.jpg

WINKELHAID – 6200 Kubikmeter Erde, 600 Kubikmeter Stahlbeton, 600 Meter Rohrleitung: Das (und mehr) steckt in der neuen Winkelhaider Kläranlage.

Bürgermeister Michael Schmidt, Ingenieur Michael Miller, Markus Stiegler von der Baufirma Mickan und Bauamtsleiter Alfred Markgraf haben zusammen mit einigen Gemeinderäten sowie Klärwärter Mike Kasbeitzer den ersten Spatenstich getan. Ein tüchtiger kleiner Bauarbeiter mit grünem Schäufelchen unterstützte sie dabei. Finn, Enkel von Gemeinderat Erwin Reitzmann, stach mit seinem Minispaten ebenso wie die Großen in den obligatorischen Sandhaufen.

Die alte Kläranlage ist gut 25 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig. Die Gemeinde Winkelhaid hatte sich deswegen vergangenes Jahr dazu entschieden, sie zu erweitern und von Grund auf zu überholen: Sie bekommt eine neue Fällmittelstation, ein zweites Klärbecken, und eine komplett neue technische Ausstattung. Anstelle des alten Betriebsgebäudes tritt eine größere Kompaktanlage.

Kläranlage Winkelhaid : Betrieb muss weiterlaufen

„Das ist eine Operation am offenen Herzen“, sagte Bauamtsleiter  Markgraf. Denn der Betrieb läuft während der Bauarbeiten weiter. Bis Mai/Juni 2021 werden Klärwärter Kasbeitzer und seine Mitarbeiter unter erschwerten Bedingungen arbeiten. „Das macht nichts, es geht ja voran“, erklärt Kasbeitzer.

Veranschlagt waren ursprünglich gut 3,5 Millionen Euro gewesen. Knapp 25 Prozent mehr muss die Gemeinde jedoch bezahlen, das entspricht gut 700 000 Euro. Einige notwendige Leistungen hatten zum Zeitpunkt der ersten Schätzung noch nicht berücksichtigt werden können, hieß es in der Gemeinderatssitzung im September (wir berichteten). Michael Miller vom Ingenieurbüro Miller rechnet nicht damit, dass noch weitere Kosten entstehen. Die Kostensicherheit sei zu diesem Zeitpunkt sehr gut, erklärte er. „Es können keine bösen Überraschungen mehr kommen.“

Lokale Betriebe an Winkelhaider Kläranlage beteiligt

19 Gewerke sind an dem Projekt beteiligt. Er habe lieber mehrere kleine Unternehmen, statt eine große Firma, die alles regelt, sagte Miller. So hätten auch lokale Betriebe die Chance, sich zu beteiligen.

„Ein Zuckerl kriegen wir noch vom Staat“, führte Bürgermeister Schmidt an. Nämlich eine halbe Million Fördergelder. Der Rathauschef ist zuversichtlich, dass die Kosten für den einzelnen Bürger im Rahmen bleiben. „Das wird überschaubar sein und niemanden überfordern“, versprach er.

In welcher Form die Winkelhaider zur Kasse gebeten werden, ob über höhere Gebühren oder über Beitragszahlungen, oder eine Kombination von beidem, wird der Gemeinderat noch entscheiden.

N-Land Magdalena Gray
Magdalena Gray