Sanierung der Kläranlage Winkelhaid

Erneuerung wird 25 Prozent teurer

Da lang geht's zur Sanierung. Um die Erneuerung und Erweiterung ihrer Kläranlage kommen die Winkelhaider nicht herum. | Foto: Adobe Stock2019/09/Winkelhaid-Klaeranlage-Adobe.jpeg

WINKELHAID – Die Winkelhaider Kläranlage fällt bald auseinander. „Ein Bauteil nach dem anderen geht kaputt. Wir müssen unbedingt etwas machen, sonst können wir die Werte nicht einhalten“, schildert Bauamtsleiter Alfred Markgraf die Lage.

Die Anlage ist gut 25 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig. Die Gemeinde Winkelhaid hatte deswegen vergangenes Jahr dazu entschieden, sie zu erweitern und von Grund auf zu überholen: An Stelle des alten Betriebsgebäudes kommt eine größere Kompaktanlage, die technische Ausrüstung wird komplett ausgetauscht und die Fällmittelstation sicherer gemacht.

Das Ingenieurbüro Miller plant ebenfalls, ein zweites Klärbecken zu bauen. Geschätzte Kosten zum damaligen Zeitpunkt: knapp dreieinhalb Millionen.

700 000 Euro mehr

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erwartete die Mitglieder jedoch eine böse Überraschung. Die Sanierung wird deutlich teurer als ursprünglich kalkuliert. Mit knapp 25 Prozent mehr muss die Gemeinde nun rechnen, das entspricht gut 700 000 Euro.

Einige notwendige Leistungen hatten zu dem Zeitpunkt der ersten Schätzung noch nicht berücksichtigt werden können. So etwa die Auflagen aus dem Landschaftspflegerischen Begleitplan, die Tragwerksplanung sowie einige Forderungen der umsetzenden Firma, wie zum Beispiel das Aufstellen von Waschgelegenheiten für die Arbeiter und Magazincontainern.

Firmen maximal ausgelastet

Ein weiterer Grund für die gestiegenen Kosten sind die momentan hohen Preise der Baufirmen. Deren Auftragslage könnte aus ihrer Sicht nicht besser sein. Es mangelt an Fachpersonal, sodass die Unternehmen, die Kläranlagensanierungen anbieten, maximal ausgelastet sind. Die Gemeinden sind außerdem gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kläranlagen in Schuss zu halten.

„Wir können es uns nicht aussuchen, wir müssen das machen, und zwar schnell. Und das nutzen die Firmen aus“, sagte Bürgermeister Michael Schmidt. Der höhere Preis sei natürlich ärgerlich. Hätte der Gemeinderat früher davon gewusst, hätte er der Sanierung jedoch trotzdem zustimmen müssen. Auch könnten die Preise rechtlich nicht als unangemessen angesehen werden.

Es sei außerdem nicht zu erwarten, dass bei einer erneuten Ausschreibung ein besseres Angebot die Gemeinde erreiche. Im Gegenteil: Es würde vermutlich nur teurer werden. „Je weniger Zeit wir verlieren, desto besser“, fand daher SPD-Gemeinderat Fritz Heinicke.

Bürgerversammlung steht an

Begeistert von der Teuerung war natürlich niemand im Gemeinderat. Angesichts der dringenden Notwendigkeit der Sanierung stimmten jedoch alle Mitglieder geschlossen für die Vergabe der Aufträge für Rohbauarbeiten, Technische Ausrüstung, Kompaktanlage und Sandwäsche sowie Räumer an die Anbieter mit dem günstigsten Angebot.

Welche konkreten Zahlungen in Form von Beiträgen und Gebühren auf die Bürger zukommen, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Schmidt kündigte zu dem Thema mehrere Bürgerversammlungen an. „Natürlich werden wir unsere Bürger frühzeitig über alles informieren“, sagte er und versicherte, die Abgaben so sozialverträglich wie möglich gestalten zu wollen.

N-Land Magdalena Gray
Magdalena Gray