Fragen an die Bundestagsdirektkandidaten

Walter Stadelmann (ÖDP)

Walter Stadelmann, ÖDP. | Foto: privat2017/09/WStadelmann.jpg

NÜRNBERGER LAND – Am 24. September ist Bundestagswahl. N-land hat alle Direktkandidaten dasselbe gefragt. Ihre Antworten stellen wir in einer kleinen Serie vor. Heute: Walter Stadelmann, ÖDP.

Geboren: 1962 in Martinsheim-Enheim, Lk Kitzingen

Wohnort: Schwarzenbruck

Beruf: Diakon, derzeit Hausleitung und Sozialdienst für Flüchtlingsunterkünfte in Rummelsberg

Politische Stationen: 2000 Eintritt in die ÖDP, seitdem im Kreisvorstand, 2004-2014 mit einer Unterbrechung Kreisvorsitzender, seitdem stellv. Kreisvorsitzender, seit 2014 Bezirksvorsitzender.

Wie soll die BRD Zuwanderung steuern, Integration ermöglichen?

Eine pauschale Obergrenze lehne ich gemäß dem Grundrecht auf Asyl ab. Wir müssen die Fluchtursachen weltweit bekämpfen durch eine faire Wirtschaftspolitik anstatt Freihandel. Das Bundesamt braucht besser qualifizierte Mitarbeiter. Die Integration muss verbessert werden durch Arbeit, Sprachförderung und interkulturelles Lernen.

Herrscht in Deutschland soziale Gerechtigkeit? Was stellt die Balance her?
In Deutschland herrscht keine soziale Gerechtigkeit. Das ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt schädlich. Deshalb muss ein Politikwechsel her: Mensch vor Profit! Das geht nur, wenn der Einfluss der Großkonzerne auf die Politik begrenzt wird durch ein Verbot von Firmenspenden und ein zentrales Lobbyregister sowie mehr Bürgerbeteiligung.

Ab 2030 nur noch E-Autos in Deutschland? Wie geht das?

Die Hauptfrage ist, was für die Bürger und den Verbrauch an endlichen Rohstoffen am besten ist. Für die Reduzierung der Lärm- und Feinstaubbelastung in den Ballungsräumen gehört dazu der Ausbau der E-Mobilität. Genauso muss der ÖPNV gefördert werden.

Wichtigste Ziele für das Nürnberger Land:

Am Rande des Ballungsraums brauchen wir einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und mehr bezahlbare Wohnungen. Der schwache Anteil an Erneuerbaren Energien muss auf der Basis von Bürgerenergiegenossenschaften schnell ausgebaut werden. Wir wollen eine Landwirtschaft für Mensch und Tier, die Begrenzung des Flächenverbrauches und die Ausweitung fairen Handels. Mit mir gibt es keine Privatisierung öffentlicher Aufgaben, sondern einen Ausbau der Versorgung mit Energie und Wasser vor Ort in Bürgerhand.
Der Kampf um den Erhalt des Krankenhauses Hersbruck zeigt den Willen der Bürger im Gegensatz zu einem Gesundheitssystem auf, das mehr den privaten Klinikkonzernen nützt. Wir wollen hier gegensteuern durch eine solidarische Verbreiterung der Einnahmenseite der Krankenversicherung. Die unnötige Autobahnauffahrt bei Traunfeld muss verhindert werden, weil sie die anliegenden Bürger belastet und Gewerbegebiete in Alfeld und Umgebung gefährdet. Ich bin für einen Ausbau der Windenergie unter Bürgerbeteiligung, am besten in Kombination mit der Energiespeicherung.
Lauf: Der Erhalt der Geburtshilfe in Lauf und der Ausbau der Wasserkraftnutzung an der Pegnitz an den Standorten vorhandener Wehre sind hier meine Ziele. Weiterhin muss endlich die Vergiftung des Birkensees geklärt und die Verursacher an den Kosten beteiligt werden. Eine Wirtschaft zum Wohle hilft den Rüstungsfirmen bei der Transformation in andere Fachbereiche. Denn wer Waffen exportiert, muss die Konsequenzen bis hin zu den Fluchtursachen überlegen.
Feucht/Altdorf: Die Begrenzung des Flächenverbrauches ist notwendig für den Erhalt der Erholungswirkung und die landwirtschaftliche Selbstversorgung. Mit einem Glyphosatverbot schützen wir das Grundwasser. Die Bildungseinrichtungen von Kindergärten über Schulen bis hin zu Hochschulen
müssen soweit über öffentliche Mittel finanziert werden, dass die Freiheit von Betreuung, Forschung und Lehre sichergestellt sind. Gegen den Fachkräftemangel im sozialen Bereich helfen nur eine bessere Anerkennung, bessere Rahmenbedingungen und Vergütungen.

Mein Lebensmotto:
Nicht jammern, sondern handeln, solange mir Gott Kraft und Ideen dazu gibt. So leben, dass es eine Zukunft für unsere Nachkommen gibt.

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