Spendenaktion zu Weiberfasching

Sie schenken doppelte Freude: Die Krapfenfahrer des Lions Club Hersbruck

Dieter Bärmann vom Lions Club (links) öffnet für den neuen PPG-Chef Rolf Rosignuolo die bestellte Krapfenkiste. Für den Schulleiter, der erst seit Montag im Amt ist, war die Aktion eine kleine Überraschung. | Foto: A. Pitsch2022/02/KrapfenLionsPitsch.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Da machte Rolf Rosignuolo große Augen, als ein älterer Herr mit drei duftenden Kartons in seine kleine Dienstbesprechung platzte. Denn: „Die Krapfen sind da!“

Mit diesem Spruch versüßen die Mitglieder des Lions Clubs Hersbruck seit etlichen Jahren – zunächst am 11.11., seit einiger Zeit an Weiberfasching – vielen Menschen in der Hersbrucker Schweiz den Morgen. Und der ist kalt. Reif liegt noch auf den Wiesen. Die Vögel beginnen munter zu zwitschern, während die Sonne langsam aufgeht.

Zeit, diese Idylle zu genießen, hat die Ausfahr-Truppe der Lions nicht. Vor der Bäckerei Wacker in Förrenbach wird rege hin- und wieder weggefahren. Otto Wolze hat die Kartons schon im Auto verstaut, Ralf Amann ist gerade dabei: Rücksitz umklappen und die Kisten mit 24 Faschingsleckereien wie beim Tetrisspielen hineinstapeln.

Tetris im Kofferraum, das musste Ralf Amann (links) beim Einladen seiner Ladung an der Bäckerei Wacker spielen. / Foto: A. Pitsch2022/02/KrapfenLions2Pitsch.jpeg

Insgesamt müssen 95 Kartons an den Mann und die Frau gebracht werden – meist bestellt von Chefs, die ihren Angestellten in der närrischen Zeit eine Freude machen möchten, verrät Thomas Zeus. Der Leiter der Aktion ist zufrieden mit der diesjährigen Ausbeute. „Das ist etwa gleichbleibend zum Vorjahr“, sagt er, „ein paar sind weggefallen, ein paar Neue dazu gekommen, aber die Stammkundschaft ist groß“.

Nicht im Trend

Insgesamt sei die Entwicklung im Verein trotz der Corona-Pandemie gut, ergänzt Dieter Bärmann. Sechs neue Mitglieder seien zu den Lions gestoßen, endlich auch Frauen. Ein gegenteiliger Trend zu den meisten Vereinen. Warum das so ist, kann er sich eigentlich auch nicht erklären: „Wir können ja gerade auch nicht so viele tolle Sachen machen.“

Wobei die Krapfenfahrt scheinbar für die Mitwirkenden durchaus als tolle Sache gewertet wird. Die Laune ist bei allen Helfern jedenfalls trotz des frühen Morgens gut. Amann hat seinen Kofferraum voll, da fährt Bernhard Schwarz heran – im kleinen Transporter. „Du hast das richtige Auto“, schallt es ihm mehrfach entgegen.

Reibungslose Organisation

Gemeinsam mit Bärmann stapft er in die Backstube zu Thomas Zeus. Dort stehen die Fuhren für die beiden schon in Rollwägelchen bereit. Sie zählen noch einmal nach, schnappen sich die von Zeus mustergültig vorbereiteten Päckchen aus Route und Rechnungen. Nach wenigen Minuten sind auch Schwarz und Bärmann abfahrbereit. Und das müssen sie auch: Etliche haben ihren Krapfenschmaus bereits für 8 Uhr bestellt.

Denn: „So startet der Tag gleich gut“, freuen sich auch die Mitarbeiter der Verwaltung der Neuhauser Kaiser-Bräu. Der fragende Blick à la „Was möchten Sie?“ ändert sich bei der Sekretärin schlagartig, als Bärmann sagt: „Die Krapfen sind da!“ Da beginnen die Augen hinter der Maske zu strahlen.

Für Klasse 2000

Das tun sie auch beim neuen PPG-Chef Rolf Rosignuolo. Die Mitarbeiter hätten ihn schon vorgewarnt, die Überraschung sei aber dennoch gelungen. Bei ihm kommt die Aktion, mit der die Lions Spenden für „Klasse 2000“ generieren, sofort gut an: „Die lassen wir uns nun schmecken.“

Aufs Reinbeißen haben auch schon die Verwaltungsangestellten und Lehrer in der Realschule gewartet: „Die nehmen wir doch gern“, meinen sie lachend. Bärmann schiebt die Kisten an der Plexiglasscheibe im Sekretariatstresen gekonnt vorbei. „Na dann bis zum nächsten Jahr“, winken ihm die Damen fröhlich nach.

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