Lange Debatte um Wildtierverbot in Röthenbach

Zirkus-Auftritte nicht mehr erwünscht

Die Löwen gehören beim Circus Krone zu den Stars der Manege. Tierschützer fordern allerdings, dass Wildtiere in Zirkussen generell verboten werden. Das Bild entstand beim Laufer Gastspiel 2005.
Die Löwen gehören beim Circus Krone zu den Stars der Manege. Tierschützer fordern allerdings, dass Wildtiere in Zirkussen generell verboten werden. Das Bild entstand beim Laufer Gastspiel 2005. | Foto: PZ-Archiv2016/02/krone-lowen-2.jpg

RÖTHENBACH — Nach langer Diskussion hat Röthenbach entschieden, kommunale Flächen nicht mehr für Zirkusse und Puppenbühnen zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich geplant war nur ein Wildtierverbot, doch ein solches wäre laut Verwaltung juristisch nicht haltbar gewesen.

Die mit nur zwei Gegenstimmen beschlossene Regelung klingt zunächst knallhart, bietet aber ein Hintertürchen: „Im Allgemeinen“, heißt es im Beschluss, könnten öffentliche Flächen von Zirkussen und Puppenbühnen nicht mehr genutzt werden. Das lässt der Verwaltung Spielraum für Einzelfallentscheidungen. Am Ende einigte sich der Stadtrat also auf nicht mehr als eine politische Willensbekundung.

Grünen-Stadtrat Thiemo Graf sah nicht zuletzt deshalb keinen Grund, dem von den Freien Wählern (FW) gestellten Antrag zuzustimmen: „Wann war das letzte Mal ein Zirkus in Röthenbach? Worüber unterhalten wir uns hier überhaupt?“

CSU-Fraktionsprecher Karl-Heinz Pröbster regte an, eine anstehende Entscheidung des Bundesrats über ein Wildtierverbot abzuwarten. „Die Probleme fangen schon bei der Definition an, was eigentlich ein Wildtier ist. Das können wir als Kommune nicht regeln“, sagte er wörtlich, stimmte aber – wie seine Parteikollegen – mit den Freien Wählern.

Auch die SPD schlug vor, sich auf eine Resolution zu beschränken (Lutz-Werner Hamann: „So ein Zirkus um den Zirkus!“), ging den Kompromiss eines Hintertürchens aber ebenfalls mit.

FW-Sprecher Heiko Scholl begründete den Antrag damit, dass sich Tiere wie Tiger oder Bären in Käfigen „sehr, sehr unwohl“ fühlten.

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