Startschuss für 17-Millionen-Euro-Projekt

Röthenbacher Mittelschule wird Großbaustelle

Vier Kommunen – Röthenbach, Schwaig, Rückersdorf und Leinburg – kommen für die Generalsanierung der Geschwister-Scholl-Mittelschule auf. Sie alle hatten Vertreter zum Spatenstich geschickt. Foto: Sichelstiel2015/05/spatenstich_ro__thenbach_schulzentrum.jpg

RÖTHENBACH — Mit geschätzten Kosten von 17 Millionen Euro ein echtes Mammutvorhaben: Gestern fiel der Startschuss für die Generalsanierung der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Röthenbach. Voraussichtlich drei Jahre lang wird gebaut.

Der Spatenstich markiert den Beginn des ersten von insgesamt vier Bauabschnitten. Auf einem Teil des Geschwister-Scholl-Platzes, also gegenüber den Eingängen von Mittelschule und Stadtbücherei, entsteht ein rund 800 Quadratmeter großer Anbau. In ihm soll künftig Kunst-, Musik- und EDV-Unterricht stattfinden. Die Erdarbeiten laufen bereits.

Ab Pfingsten wird auch der Hartplatz unmittelbar hinter dem Schulzentrum, das neben der Mittelschule und der Bücherei das Geschwister-Scholl-Gymnasium beherbergt, zur Baustelle. Dort entsteht eine Containerlandschaft. Rund 30 Klassenzimmer soll sie bieten – genug, damit im kommenden Schuljahr die gesamte Mittelschule dorthin ausweichen kann. Auf diese Weise können die Arbeiter im Klassentrakt, dem östlichen Gebäudeflügel, frei schalten und walten.

Der Beton, der das Äußere des in den Siebzigern eingeweihten Schulzentrums bisher prägt, wird durch eine moderne Fassade mit Holz und Faserzementplatten ersetzt. Die dünnen Fenster müssen schon aus energetischen Gründen ausgetauscht werden. Im Inneren entsteht eine, wie es Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker formuliert, „moderne Lernlandschaft“, die Architekt Norbert Thiel aus Hersbruck in enger Zusammenarbeit mit der Schule entwickelt hat.

Rektor Roland Pecher sagt, dass die Betonung dabei nicht mehr auf dem Lehren, sondern auf dem Lernen liege. Das Gebäude soll fit für moderne Unterrichtsformen gemacht werden. 1975, als die Mittelschule, die damals noch eine Hauptschule war, dort eingezogen sei, habe die Ära des Overhead-Projektors gerade begonnen, „heute gibt es interaktive Touchscreens“. Neue Angebote wie die M-Klassen oder das „9+2“-Modell, das nach elf Schuljahren zur mittleren Reife führt, machen Pecher zufolge zusätzliche Räume nötig. Er rechnet vor: 1975 besuchten 676 Schüler insgesamt 19 Klassen, heute sind es rund 500 in 27 Klassen.

Dritter und vierter Bauabschnitt betreffen die Werkräume und den Verwaltungstrakt am Geschwister-Scholl-Platz, sie leiten bereits über zur voraussichtlich 2018 anstehenden Generalsanierung des Gymnasiums, für die der Landkreis Nürnberger Land zuständig ist. Schon jetzt arbeiten die beiden Schulen intensiv zusammen, nutzen Mittelschüler vier nach den Abiturprüfungen freie Klassenzimmer im benachbarten Gymnasium. Umgekehrt werden die Gymnasiasten später in die Container einziehen.

Und dann ist da noch das Hallenbad des Schulzentrums, derzeit wegen Einsturzgefahr geschlossen, weil die Spannbetondecke nachgeben kann (die Pegnitz-Zeitung berichtete). „So wie es aussieht, müssen wir hier Ersatz schaffen“, sagt Bürgermeister Hacker. Ein Neubau also, der weitere Kosten mit sich bringt. Dabei ist Röthenbach ohnehin knapp bei Kasse.

Immerhin: Die jetzt veranschlagten 17 Millionen Euro für die Mittelschulsanierung teilen sich die vier Kommunen, aus denen die Schüler kommen. Neben Röthenbach sind das Schwaig, Rückersdorf und Leinburg. Sie bilden den sogenannten Schulverband.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel