Konzept für Neubaugebiet Steinberg II in Röthenbach steht

Neues Viertel am Waldrand

Links die bestehenden Mehrfamilienhäuser in der Werner-von-Siemens-Allee, rechts das letzte große Neubaugebiet Röthenbachs: Steinberg II. Wie hoch soll dort gebaut werden?F | Foto: Sichelstiel2014/11/91604_steinberg2roethenbach_New_1415955664.jpg

RÖTHENBACH — Seit den 1980er Jahren ist in Röthenbach ein Wohngebiet östlich der Werner-von-Siemens-Allee ausgewiesen. Doch Häuser stehen in Steinberg II bis heute nicht. Jetzt kommt der Stein ins Rollen – auch dank der Stadtmission Nürnberg. Der Betreiber des Karl-Heller-Stifts am Speckschlag plant ein neues Altenheim, das einen Teil der über vier Hektar großen Fläche von Steinberg II einnehmen soll.

Das fast 50 Jahre alte Karl-Heller-Stift am Speckschlag, das von der Stadtmission Nürnberg betrieben wird, muss laut Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker generalsaniert werden. Die 105 Bewohner müssen voraussichtlich aber nur innerhalb Röthenbachs umziehen: Das schon so lange geplante neue Wohnviertel Steinberg II soll ihre neue Heimat werden.

Hacker spricht von einem „Rundum-Konzept“, das von der Stadtmission vorgeschlagen wurde: Pflegeheim, Tagespflege, ambulante Pflege und betreutes Wohnen soll das beinhalten, dazu einen ebenfalls von der Stadtmission betreuten Kindergarten samt Spielplatz. Über 7000
Quadratmeter werden dafür veranschlagt.

Auf dem weit größeren, südlichen Teil von Steinberg II sollen insgesamt 18 Einfamilienhäuser, fünf Doppelhäuser, zwei Reihenhäuser und fünf Geschosshäuser mit Wohnungen entstehen. „Das sind 90 bis 100 Wohneinheiten“, rechnet Hacker vor, „und die brauchen wir auch. Wir wollen Wohnraum unter anderem für Menschen schaffen, die sonst wegziehen würden. Das ist eine Chance für Röthenbach.“ Zusammen mit den etwa 100 Plätzen im neuen Altenheim könnte Steinberg II also rund 400 Röthenbachern eine neue Heimat bieten, schätzt Hacker.

Noch steckt das Projekt aber in den Kinderschuhen. Das Konzept, das die Stadt von einem Oberasbacher Architekten erstellen ließ und das der Stadtrat mit einer Gegenstimme verabschiedete, ist nur die Basis für einen neuen Bebauungsplan.

Der alte, nicht mehr zeitgemäße Entwurf stammt aus dem Jahr 1982. Röthenbach hätte gern längst Nägel mit Köpfen gemacht, seit sich vor wenigen Jahren die schlechte Haushaltslage abzeichnete. Das Gebiet gehört aber nach wie vor dem Freistaat. Der hat in der Vergangenheit wenig Initiative gezeigt, Investoren für die rund 4,7 Hektar große Fläche zu finden. Röthenbach aber hat es jetzt eilig, die Stadt hofft auf mehr Bürger und damit Mehreinnahmen durch die Einkommenssteuer.

Umso besser, dass die Stadtmission für das bald zu erwartende Bieterverfahren bereits einen Investor an der Hand hat. Es soll möglichst bald für die beiden Teilflächen beginnen, und „parallel dazu werden wir den Bebauungsplan machen“, sagt Hacker. Er hofft, dass das Bieterverfahren binnen eines Jahres abgeschlossen ist.

Teil des neuen Konzeptes ist auch ein Blockheizkraftwerk, das nicht nur die neuen Häuser, das Altenheim und den Kindergarten, sondern auch das gesamte Schulzentrum mit Strom versorgen soll. „Wir wollen die dezentrale Energiewende vollziehen, Wärme und Strom vor Ort produzieren, statt Stromtrassen zu fördern“, erklärt Hacker die Motivation des Stadtrats. Das Blockheizkraftwerk soll von den Stadtwerken betrieben werden.

Über 100 neue Parkplätze direkt gegenüber der Karl-Diehl-Halle sind ein weiterer Bestandteil von Steinberg II. Gerade wenn zeitgleich Veranstaltungen im Schulzentrum und der Stadthalle stattfänden, so Hacker, seien die vorhandenen Stellplätze nicht genug. Bis auf die Grünen sehen alle Fraktionen im Röthenbacher Stadtrat diese Notwendigkeit.

Bis in Steinberg II die ersten Häuser bezogen werden können, kann es noch weitere Jahre dauern. Der erste Schritt aber ist immerhin gemacht.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer