Ist der Kinoberg bald kahl?

Der Kinoberg (links im Bild) soll bis auf einige Bäume gerodet werden – dabei gibt es offiziell noch gar keinen Investor für das Grundstück. Dem Bürgermeister gefällt das Vorhaben des Eigentümers nicht. Foto: Sichelstiel2010/10/10113_New_1288370229.jpg

RÖTHENBACH — Der Kinoberg in Röthenbach soll womöglich noch in diesem Winter bis auf einige Bäume gerodet werden. Der Eigentümer will das Grundstück so besser vermarkten. Gerade weil es aber noch keinen Investor gibt, könnte die Fläche am Ende jahrelang brach liegen – und das mitten in der Stadt.

Die Entwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Röthenbach-Zentrum (EBR), der das Grundstück aus der Conradty-Insolvenzmasse gehört, hat der Stadt „vorsorglich angezeigt“, wie es aus dem Rathaus heißt, dass das Grundstück demächst von Büschen befreit werden solle, „um es besser darzustellen“.

Seit Jahren sucht die EBR, die bereits das Einkaufszentrum am neuen Marktplatz errichtet hat, nach einem Investor für eine Seniorenwohnanlage auf dem Grundstück – bisher allerdings vergeblich. Man sei noch in Gesprächen, erklärt Armin Meindl, Geschäftsführer der EBR, im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. Bereits 2006 hatte das Unternehmen die Pläne vorgestellt. Meindl ist sogar an die Stadt mit der Bitte herangetreten, den Kontakt zu möglichen Trägern wie der Caritas zu vermitteln. Nun soll die Vermarktung weiter vorangetrieben werden.

Auch wenn der Bürgermeister von „ungelegten Eiern“ spricht und auf eine Gesellschafterversammlung der EBR am 19. November verweist, auf der über die Angelegenheit entschieden werden solle: Der Geschäftsführer bekundet bereits jetzt, dass er „darauf eingenordet“ sei, die Pflanzen im Zeitraum von November bis März entfernen zu lassen. Lediglich die Bäume auf der Kuppe des Berges sollen ihm zufolge stehen bleiben – sie fallen unter die Baumschutzverordnung.

„Für den Fremden“, sagt Meindl, „sieht der Kinoberg aus wie eine Parkanlage“. Damit sei die Fläche nicht gerade geeignet, um sie Investoren zu präsentieren. Dabei hatte die EBR der Stadt zunächst gestattet, den Kinoberg zu bepflanzen. Nicht nur Büsche und Bäume wachsen deshalb auf dem Drittelhektar, sondern auch Rosen und andere Blumen. Außerdem stehen dort mehrere Bänke aus Metall, die – sollte der Hügel bebaut werden – wohl verlegt werden müssten.

„Ich würde es bedauern, wenn alle Pflanzen wegkommen“, meint Günther Steinbauer, der Rathaus-Chef. Jedoch gibt er zu bedenken, dass man es der EBR, die ja Grundstückseigentümerin sei, grundsätzlich nicht verwehren könne, die Fläche zu roden. „Ich habe nicht wirklich Einwirkung“, so Steinbauer. Dennoch will er jetzt Verhandlungsspielraum einfordern – auch aus Sorge darum, dass mitten im Röthenbacher Zentrum eine Brachfläche entsteht.

Die Stadt lag bereits in der Vergangenheit mit Meindl im Clinch: Zu massiv, zu riegelhaft sei die für den Kinoberg vorgesehene Bebauung, hieß es noch 2008 vom Stadtoberhaupt (wir berichteten). Später einigte man sich vor dem Verwaltungsgericht über die erlaubte Höhe für die geplanten drei Häuser – diese sollen die Gebäude in der benachbarten Norisstraße nicht überragen.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel