Neue Trassenvarianten für die Juraleitung

P 53: Feucht und Moosbach kalt erwischt

Die Trassenvarianten im Bereich Feucht-Moosbach-Winkelhaid: Derzeit gibt es drei mögliche Trassenführungen, die südliche wäre ein Neubau auf der Bestandstrasse, zwei andere würden Feucht und Moosbach nördlich umgehen. Die Trassenkorridore (Nord, Mitte, Süd) sind braunrot gestrichelt eingezeichnet.2019/06/Feucht-TrassenverlaufFeuchtAltdorfDSC_1619_1.jpg

FEUCHT/MOOSBACH – Überraschung in Feucht und Moosbach nach der Informationsveranstaltung des Netzbetreibers Tennet in der Reichswaldhalle: Bislang ging man in der Marktgemeinde davon aus, von der Hochrüstung der Stromleitung P 53 kaum betroffen zu sein. Tennet hat nun aber Pläne vorgestellt, die für den Feuchter und Moosbacher Bereich drei Trassenvarianten enthalten. Zwei führen im Norden an der Marktgemeinde vorbei, eine dritte, die weitgehend der bestehenden Trasse folgt, im Süden.

„Jetzt erst Fakten auf dem Tisch“

Herbert Fahrnbauer, Sprecher der Moosbacher Bürgerinitiative gegen die Park- und WC-Anlage an der A 6, kritisiert das Vorgehen des Netzbetreibers. „Während die Bürger in Winkelhaid und Schwarzenbruck sich seit Jahren mit dem Thema Stromtrasse auseinandersetzen und jetzt entsprechend aufgestellt sind, kommen für uns jetzt erst, kurz vor dem 31. Juli, Fakten auf den Tisch.“

Bis zum 31. Juli läuft die Frist, innerhalb derer sich Bürger zu den Trassenverläufen äußern können. Die Einwendungen werden für die Planfeststellung der Juraleitung berücksichtigt.

Probleme mit Mindestabstand

Wenn Tennet im Bereich Feucht auf der bestehenden Trasse bleibt, ist der Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung im Süden der Marktgemeinde nicht überall einzuhalten. Das gilt auch für Wohngebiete in Schwarzenbruck. Der Schwarzenbrucker Gemeinderat hat deshalb kürzlich einem Antrag der SPD zugestimmt, der fordert, den Mindestabstand bei Hochrüstung der Trasse unbedingt zu beachten.

Die Planer von Tennet haben nun zwei weitere Varianten vorgeschlagen, einen mittleren Trassenverlauf, der aber die nördliche Wohnbebauung in Feucht wie in Moosbach tangiert und einen nördlichen, der den Mindestabstand von 400 Metern einhält.

CSU Feucht unterstützt Variante Nord

In einem CSU-Antrag für die nächste Sitzung des Marktgemeinderats heißt es, dass der Markt weiterhin alle neuen Leitungstrassen grundsätzlich ablehnen sollte, „sofern diese durch das Gemeindegebiet und die angrenzenden Natur- und Erholungsräume führen.“ Sollte der Neubau aber unausweichlich sein, dann plädiert die CSU für die Variante Nord, mit der die Mindestabstände sowohl in Feucht als auch in Moosbach eingehalten würden.

Hier ist Herbert Fahrnbauer allerdings skeptisch, weil die nördliche Trassenvariante über längere Strecken parallel zur A 6 verläuft. Der Sprecher der örtlichen Bürgerinitiative erinnert daran, dass die A 6 irgendwann auf sechs Spuren verbreitert wird und dann die Trasse möglicherweise in Richtung Ort verlegt werden muss.

Winkelhaid umgangen

Winkelhaid wird von der neuen Trasse der Juraleitung (P 53) entweder im Norden jenseits der S-Bahnlinie oder im Süden zwischen dem Ort und Altenthann umgangen. Im Westen Winkelhaids Richtung Ludersheim können die Planer dann den Mindestabstand zur Wohnbebauung nicht mehr einhalten.

Vom Umspannwerk in Ludersheim verläuft die Juraleitung nach Süden über Westhaid und Schwarzenbach, wo ebenfalls Wohnhäuser betroffen sind. Auch hier haben die Planer Alternativen vorbereitet. Ob es östlich oder westlich an Schwarzenbach vorbeigeht, steht noch nicht fest.

Herausnahme aus dem Ort nicht möglich

Im weiter südlich gelegenen Ezelsdorf verläuft die 220 kV Leitung mitten durch die dortige Espansiedlung und dann weiter durch den Altort. Eine Herausnahme der Leitungen aus dem Ort nach Osten ist nicht möglich, die Planer werden die neue 380 kV Stromtrasse deshalb unterhalb des Brentenbergs durch das dortige Wiesengelände führen und von dort weiter Richtung Postbauer-Heng.

Der Ort in der Oberpfalz muss ebenfalls umgangen werden, weil sich hier wie in Ezelsdorf, Winkelhaid und Schwarzenbach in unmittelbarerer Nähe der bestehenden Leitung Wohnbebauung befindet.

Erdverkabelung möglich

Weil sich der Freistaat Bayern mit dem Bund vor zwei Wochen darauf verständigt hat, dass für die Juraleitung streckenweise auch eine Erdverkabelung möglich ist, könnten die Leitungen an problematischen Passagen vergraben werden, etwa überall da, wo Mindestabstände nicht eingehalten werden.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten